Ausgabe Nummer 23 (2005)
Mit dem Sammelauftrag zum Erfolg?
Der Lohnunternehmer ein interessanter Partner
Mit dem Sammelauftrag zum Erfolg?
Mit Sammelaufträgen könnte das erreicht werden, was Grossbetriebe einfach lösen können: Ein schlagkräftiger Maschineneinsatz. Thomas Vetter praktiziert dies schon seit mehr als zehn Jahren. Nachfolgend berichtet er von seinen Erfahrungen.
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Roger Stillhart hat bei der Ackerbestellung wie bei der Raufutterernte schon gute Erfahrungen mit Sammelaufträgen gemacht. (zVg) |
Wie sind Sie darauf gekommen, die Sammelaufträge zu erfassen?
Thomas Vetter: Es hat vor gut zehn Jahren damit angefangen. Am Anfang hatte ich ein schlechtes Gewissen, Roger Stillhard nur für einen Auftrag heranfahren zu lassen. Deshalb habe ich meine Nachbarn ebenfalls zu motivieren begonnen. In den Anfängen liessen wir nur die Graseinsaat im Sammelauftrag erledigen, später auch die Winterkulturen. Zu den besten Zeiten konnte er für zehn Landwirte anfahren und eine Fläche von zirka 10 Hektaren bestellen. Die Vorteile liegen schon darin, dass wir dank der Preisstaffelung von Roger Stillhard einen günstigeren Tarif haben.
Ist eine solche Zusammenarbeit unproblematisch?
Thomas Vetter: Es ist natürlich schon so, dass sich einer darum kümmern muss. Auch kann es natürlich unangenehme Situationen geben, wenn zum Beispiel der Lohnunternehmer mit dem Sammelauftrag begonnen hat und der Regen gekommen ist, bevor das letzte Feld gesät ist. Dann wechseln halt die einen gleich wieder den Lohnunternehmer und sind nicht mehr im Sammelauftrag.
Zudem ists auch so, dass nicht jedem derselbe Lohnunternehmer sympathisch ist. Es ist zum Teil auch schon vorgekommen, dass die Landwirte direkt bei Roger Stillhard angefragt haben, bevor ich den Gemeinschaftsauftrag organisieren konnte. Dann bin ich mir nicht mehr sicher, ob alle wirklich einen Nutzen dahinter sehen.
Welche Bereiche eignen sich weniger für Sammelaufträge?
Thomas Vetter: Über all dort, wo enge Zeitfenster, zum Beispiel wetterbedingt, vorhanden sind, wirds schwierig. Auch bei der Ernte, wo die Produkte mit den eigenen Wagen abgeführt werden, ist es dann schon das Problem, dass bei einem Sammelauftrag alle die Wagen zur selben Zeit benötigen würden.
Im Prinzip müsste es gelingen, die ganzen Erntegeschichten wie bei der Rübenverladmaus zu organisieren. Dort können die Landwirte auch damit umgehen, dass sie die Maus nicht auf die halbe Stunde genau bestellen können, und trotzdem stimmt das Endergebnis.
Das meint der Lohnunternehmer:
Für Roger Stillhard, Lohnunternehmer aus Hattenhausen, ist der Fall klar: «In der Zeit und während der Kilometer, welche ich auf der Strasse von Feld zu Feld verbringe, sind meine Maschinen zwar nicht im Einsatz, doch müssen diese Kosten ebenfalls von jemandem getragen werden. Wenn meine Kunden den Auftrag gemeinsam anmelden, kann ich die nahezu ähnlichen Tarifreduktionen verrechnen wie bei Grossparzellen, auch wenn die einzelnen Felder ein paar hundert Meter von einander entfernt liegen. Zentral ist einfach, dass ich die Aufträge mit derselben Anfahrt erledigen kann und dass nur ein Ansprechpartner seitens der Landwirte vorhanden ist. Sonst wird der Aufwand schnell wieder grösser. Grundsätzlich unterstütze ich solche Modelle, da es für beide Seiten stimmt. Der Landwirt hat günstigere Tarife und ich erreiche trotzdem meine Kostendeckung. Ich muss jedoch relativierend hinzufügen, dass sich 80 Prozent der Kunden nicht nach den Tarifen erkundigen. Das ist für mich schon ein Hinweis, dass die Beziehung sowie der Service im Vordergrund stehen. Nebst der Anfahrt sind ungünstige Parzellenformen, kleine Parzellen und Telefonstangen oder Feldbäume schon Faktoren, welche den Aufwand ebenfalls stark erhöhen können.»

