Thurgauer Bauer

Aktuelle Ausgabe vom
6. Juli 2018


Mit den Stallbewohnern auf Tuchfühlung gehen

Ausgabe Nummer 40 (2016)

Erstmals an der OLMA: Freilaufstall mit Melkroboter und dreissig Braunvieh-Kühen

Ein Freilaufstall bietet den Kühen fast so viel Freiheit wie eine Weide. Davon können sich die Besucherinnen und Besucher an der OLMA hautnah überzeugen. Erstmals sind auf dem Freigelände F1 östlich der Halle 1 rund dreissig Braunvieh-Kühe in einem Laufstall mit Melkroboter zu sehen. Die Tiere stammen vom Hof der Familie Heini Stricker aus Mörschwil. Die Präsentation eines Freilaufstalles mit automatischem Melksystem demonstriert eindrücklich, wie effizient die Haltung von Milchvieh sein kann. Die Kühe geniessen im Laufstall maximale Freiheit und können sich am Melkroboter rund um die Uhr melken lassen. Der Anbindestall in der Halle 7.0 zeigt wie gewohnt landwirtschaftliche Nutztiere des Ehrengastes Fürstentum Liechtenstein und aus der übrigen Schweiz.
Bei der OLMA-Präsentation auf dem Freigelände F1 (Zugang via Halle 1.0) wird ersichtlich, dass die sechs Freiheiten der Weide in einem Freilaufstall bestmöglich integriert sind. Kühe mögen viel Licht und ein angenehmes Stallklima. Wird es ihnen zu heiss, suchen sie sofort einen gut durchlüfteten Ort im Laufstall. Für eine gute Milchleistung ist es wichtig, dass sie genügend Platz haben, um sich liegend auszuruhen und ungehindert wieder aufstehen können. Sauberes Wasser und schmackhaftes Futter in guter Qualität sind für alle Tiere frei zugänglich. Es braucht auch die Möglichkeit, eine kranke oder brünstige Kuh getrennt von der Herde zu halten, damit sich die Kranke in aller Ruhe erholen kann beziehungsweise die Brünstige keine Unruhe in den Stall bringt. In einem Laufstall muss auch zwingend ein Bereich für eine Geburt vorhanden sein. Da es während der OLMA keine Abkalbungen gibt, wird auf den Einbau einer stressfreien Abkalbelinie verzichtet.
Die Böden des Laufgangs zwischen den Liegeboxen und dem Fressbereich sind mit Spalten versehen. Durch diese gelangt Kot und Harn in den Güllekanal. Die Liegeflächen werden regelmässig vom Bauern gereinigt und das verschmutzte Stroh ersetzt. Die Kühe haben ständigen Zugang zum Laufhof oder gehen im Sommer auf die Weide. Aus Platzgründen wird an der OLMA kein Laufhof unter freiem Himmel erstellt. Die sehr offene Zelthalle ermöglicht es den Kühen trotzdem, Witterungsreize wahrzunehmen.

Schaufenster der leistungsfähigen Schweizer Milchwirtschaft
Wer mit seinen Kühen wirtschaftlich Milch produzieren will, muss in erster Linie mit gesunden Tieren arbeiten können. Eine weitere Voraussetzung ist, dass die Leistungssicherheit der Tiere stimmt. Man muss sich als Züchter darauf verlassen können, dass die Milchkühe die erwartete und vom Erbgut her mögliche Milchmenge mit dem üblichen Fütterungsund Betreuungsaufwand erreichen lässt.
Schön, gesund und leistungsfähig sollen die Kühe sein: Daran sind die Schweizer Milchviehzüchter interessiert. Das Ziel in der Milchviehhaltung ist deshalb, dass die Muttertiere während ihres Lebens mindestens fünf Mal ein Kälbchen zur Welt bringen. In diesem Zusammenhang spielt die Nutzungsdauer eine wichtige Rolle, weil sie das Betriebsergebnis stark beeinflusst. Je länger die Nutzungsdauer ist und je mehr Milch die Kuh produziert, auf umso mehr kg Milch können die Aufzucht- oder die Anschaffungskosten verteilt werden. Sollen die Tiere langfristig gesund bleiben und hochwertige Milch produzieren, so muss bei der Zucht auch dem Körperbau grosse Beachtung geschenkt werden. Lange Kühe mit viel Flankentiefe können viel Raufutter (Gras, Heu, Maissilage usw.) aufnehmen und dieses zu Milch umsetzen. Somit sind die Tiere mit genügend Nährstoffen versorgt und es kommt nicht zu Mangelkrankheiten. Wichtige Voraussetzung für langlebige Kühe sind gut gewinkelte Beine mit trockenen Sprunggelenken und starken Klauen. Zudem soll auch die Beckenanlage ideale Voraussetzungen für eine gute Fruchtbarkeit und problemlose Geburten bieten. Unter breiten Becken hat auch das Euter mehr Platz. Straff aufgehängte Euter bleiben länger hoch über dem Boden und helfen mit, dass weniger Verletzungen auftreten. Sie ermöglichen ein problemloses Melken und eignen sich besser für die Weide. Ein hoch sitzendes Euter mit Zitzen in idealer Länge (5–6 cm), Form und Verteilung führt zu weniger Euterentzündungen und verringert die Verletzungsgefahr.

15. Vier-Rassen-Eliteschau
Ein Rundgang durch den OLMA-Stall zeigt die hohen Ansprüche an die Schweizer und Liechtensteiner Milchviehzucht: 56 Elitekühe können im Rahmen der 15. Vier-Rassen-Eliteschau in der Halle 7.0 bewundert werden. Davon gehören 26 Kühe der Rasse Braunvieh an. Sieben Original Braunvieh-Kühe unterstreichen in der Ausstellung die hochstehende Qualität ihrer Rasse. Weitere 8 Milchkühe der Rasse Fleckvieh, 8 Kühe der Rasse Holstein, 5 Kühe der Rasse Jersey und zwei Grauviehkühe geben einen Einblick in den aktuellen Stand der Zucht. Nach dem Verkauf der Auktionstiere am Dienstag, 18. Oktober, wird die Milchviehausstellung um weitere 36 Braunvieh- Elitetiere ergänzt. Am Tag der Milchkühe vom Freitag, 21. Oktober, werden die Elitekühe in der Arena präsentiert und rangiert. Pro Rasse wird eine «Miss-OLMA» gekürt. Ein imposanter OB-Stier und eine Braunvieh-Spezialkuh bereichern die Ausstellung der Milchrassen.

13. Nationaler Jungrichter-Wettbewerb
Jungzüchterinnen und Jungzüchter aus der ganzen Schweiz rangieren am Tag der Milchkühe vom Freitag, 21. Oktober, 25 Elitekühe in fünf Abteilungen. Die Person mit der kleinsten Differenz zur Experten- Rangierung geht als Sieger hervor. Es ist bereits der 13. Nationale Jungrichter-Wettbewerb an der OLMA. Das Interesse der Jungrichter am Wettbewerb ist jeweils gross.

Tag der Fleischrinder am Freitag, 14. Oktober
Am Tag der Fleischrinder stehen vor allem die Mutterkühe mit ihren Kälbern im Mittelpunkt. Sie stammen von verschiedenen Fleischrinderrassen aus dem Fürstentum Liechtenstein. Ein Fachmann präsentiert und kommentiert sie.

Rinderdisziplin Cutting-Wettkampf
Bei der Rinderdisziplin Cutting-Wettkampf hat ein Reiter zweieinhalb Minuten Zeit, in die Rinderherde hineinzureiten, sich ein Rind auszusuchen und es dann von der Herde abzutrennen (to cut = schneiden). Fängt ein Cutting-Pferd an, sich nahezu synchron zum Rind hin und her zu bewegen, brechen Urgewalten los. Es muss schneller sein als das Rind, um die heftigen ersten Bewegungen des Rindes zu kontern. Beim Cutting demonstrieren die Pferde besonders athletische Leistungen, um das Rind am Zurücklaufen zur Herde zu hindern. Bei der Arbeit darf der Reiter dem Pferd keine Hilfen geben. Den Pferden, die für das Cutting geeignet sind, ist der sogenannte «Cow Sense» angeboren. Der Instinkt, ein Rind «lesen» zu können. Am selben Tag zeigt der «Muni-Flüsterer» seine Fähigkeiten. Andrea Accola hat sich von den Methoden von Monty Roberts, dem zu Weltruhm gelangten «Pferdeflüsterer» aus Amerika, inspirieren lassen. Er hat dessen Methoden eingehend studiert und auf das Rindvieh übertragen. Andrea Accola zeigt in der OLMA-Arena, wie ein Freilauf-Rind, das noch nie angebunden war, in rund 30 bis 40 Minuten dazu gebracht werden kann, sich freiwillig ein Seil über die Ohren streifen und sich anhalftern zu lassen.

12. OLMA Fleischrinder-Auktion
Die Fleischrinder-Auktion am Freitag, 14. Oktober, vermittelt Züchtern und Publikum den aktuellen Stand der Fleischrinderzucht. In der OLMA-Arena kommen rund 20 Tiere der bedeutendsten Fleischrinderrassen zur Versteigerung. Die Auktion findet in Zusammenarbeit mit dem Verein «Mutterkuh Schweiz» und der Viehvermarktungsfirma Vianco statt. Auch in der Ostschweiz steigt die Zahl der Mutterkuhbetriebe weiter an. Diese Auktion bietet allen Landwirten die Möglichkeit, in nächster Nähe zum Betrieb beste Genetik für die Rindfleischproduktion zu ersteigern und ihre Mutterkuhbestände zu remontieren. Der Käufer erhält Gelegenheit, marktreife Kühe mit Kälbern und trächtige Rinder in der Ostschweiz zu kaufen.

Lämmer «schöppeln» – Spannendes Erlebnis für Kinder
Das Lämmer «schöppeln» ist für Kinder ein unvergessliches Erlebnis. Deshalb sind auch dieses Jahr in der Halle 7.1 eine Gruppe herziger Jungtiere ausgestellt. Unter fachkundiger Anleitung dürfen die Kinder täglich um 10.00 und 15.00 Uhr selber ein Lamm «schöppeln». Dadurch bietet die OLMA-Tierausstellung neben dem Bereich «Bauernhoftiere erleben» und anderen Präsentationen in der Arena eine weitere Möglichkeit, mit den Tieren auf Tuchfühlung zu gehen. Teilnahmekarten sind 15 Minuten vor Beginn am Stand des Vereins Ziegenfreunde in der Halle 7.1 erhältlich.

Tag der Esel – Robust, genügsam, zuverlässig
Störrisch und dumm? Ganz im Gegenteil. Esel sind intelligent und urtümlich. Am Tag der Esel vom Donnerstag, 20. Oktober, präsentieren sich die Tiere mit den langen Ohren bereits zum sechsten Mal in der OLMA-Arena. Die Schweizerische Interessengemeinschaft Eselfreunde (SIGEF) gibt den ganzen Tag Auskunft über die Eigenschaften der Tiere. Im Arenazelt wird die Haltung von Eseln und deren Einsatzbereich vorgestellt. Esel sind zuverlässige, robuste und genügsame Lastenträger. Seit einigen Jahren sind sie vermehrt auch als Freizeittiere beliebt. Die Mitglieder der SIGEF zeigen in ihrem Schauprogramm, was die Vierbeiner alles können.

Ursprüngliches Nutzgeflügel und gefährdete Bienen
Der Züchterverein für ursprüngliches Nutzgeflügel zeigt in der Halle 7.1 vom Aussterben bedrohte Geflügelrassen und setzt sich für deren Erhaltung und Förderung ein. Er hat sich zur Aufgabe gemacht, sich um die Belange rund um die Zucht zu kümmern. Der Verein fördert den Informationsaustausch unter den Mitgliedern und bietet Beratung bei der artgerechten Haltung der Tiere an.
Ein Volk der gefährdeten dunklen Landrassenbienen, welches die Besucher durch eine Glasscheibe hindurch beobachten können, wird ebenfalls ausgestellt.

Die Ziegenfreunde zu Gast an der OLMA
Der Verein Ziegenfreunde fördert die Ziegenhaltung und den Absatz von Ziegenprodukten. Der Verein sieht sich als Brücke zwischen den Ziegenhaltern (Produzenten), den Verarbeitern (Käser, Metzger) und den Konsumenten. Mit dem OLMA-Auftritt in der Halle 7.1 will er die Konsumenten aus erster Hand auf die köstlichen und gesunden Produkte aus der Ziegenhaltung aufmerksam machen. Der Verein zählt 180 Mitglieder, die fast alle selber Ziegen halten. Die Palette reicht von Fachpersonen in der Ziegenhaltung bis zum Konsument ohne Erfahrung mit Ziegen. Gerade darin liegt das Geheimnis des Erfolgs. Konsumenten, Züchter und Produzenten rücken näher zusammen.

«Brauereipferde der Brauerei Feldschlösschen » (F2a)
Feldschlösschen präsentiert sich mit seinen kraftvollen Kaltblutpferden sowie dem imposanten 6-Spänner- Brauereifuhrwerk, welches an mehreren Tagen einen Auftritt in der Arena hat. Die Tiere sind während der ganzen Messe in der Erlebniswelt von Feldschlösschen zu bewundern.


www.olma.ch










« zurück zur Übersicht