Ausgabe Nummer 43 (2003)

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Mit der Maus fängt man Käse

Ostschweizer Milch- und Käsedetaillisten verkaufen im Internet
 

Mit der Maus fängt man Käse

 
An der OLMA in St. Gallen stellten die Ostschweizer Milch- und Käsedetaillisten in Halle 6 ein neues, ergänzendes Absatzkonzept vor. Das «Alles Käse»-Konzept bietet zum Beispiel die Möglichkeit, ohne grossen Aufwand eine Party auf die Beine zu stellen, Freunde mit einer Käseplatte zu überraschen oder Firmenanlässe in würdigem Rahmen zu begehen. So wird die Käseplatte ganz einfach übers Internet geordert.
 

Per Mausklick: Die fliegende Käseplatte aus dem Internet ermöglichen die Ostschweizer Käsedetaillisten. (zvg)

 
Sie suchen sich im Internet unter www.alleskaese.ch die Käseplatte Ihrer Wahl. Auch Weine und Handbürli gehören zum Angebot. Indem Sie im Internet den Ort der Auslieferung eingeben, finden Sie das Käsegeschäft heraus, das die Käseplatte liefern wird. Der Detaillist führt die Lieferung zum gewünschten Termin direkt an die angegebene Adresse aus. Falls es sich um ein Geschenk handelt, gibt es – wie bei Fleurop – eine Grusskarte dazu, die Sie per Internet ausfüllen. Bezahlt wird mit Kreditkarte oder Postcard. Zum Angebot der Ostschweizer Milch- und Käsedetaillisten gehören Käseplatten mit den Sorten Alp- und Bergkäse, Appenzeller, Gruyère, Tilsiter sowie Weichkäse. Die Produkte seien – ausgenommen Aktionen – nicht teurer als beim Grossverteiler, heisst es bei den Initianten. Der Zustelldienst kostet unabhängig von der Menge 18 Franken. Der Verkauf über das Internet soll den Verkauf im Geschäft nicht konkurrenzieren, sondern neue Kunden ansprechen, die das Internet benutzen, insbesondere junge Leute und Firmen.

Qualität ist wichtig
Wie beim Blumenstrauss wird keine Käseplatte gleich sein wie die andere. Je nach Region kommen spezielle Käsesorten dazu. Die «Alles Käse»-Detaillisten haben sich in ihrem Vertrag verpflichtet, nur Qualitätsprodukte zu verkaufen und ein genau festgelegtes Käsegewicht einzuhalten. Jeder einzelne Detaillist ist für den Erfolg des Projektes mitverantwortlich. Reklamationen der Kunden sind möglich und helfen mit, die versprochene Qualität der Produkte und der Lieferung zu bewahren. Der Verband der Ostschweizer Milch- und Käsedetaillisten setzt sich aus 86 Mitgliedern der Kantone SG, TG, AI und AR zusammen. Davon beteiligen sich 32 als Auslieferungsstellen. Grundsätzlich können auch Landwirte, die selbst Käseprodukte herstellen, Mitglied des Verbandes werden und am Projekt teilnehmen. Aber auch ohne direkte Beteiligung ist es für die Milchproduzenten von Nutzen, dass ihre Milchabnehmer neue Absatzkanäle erschliessen und sie nicht nur auf Grossverteiler angewiesen sind.

Ohne Werbung geht nichts!
«Alles Käse» setzt auch bei der Werbung auf neue Methoden. Im Vordergrund stehen nicht Inserate in Zeitungen oder Zeitschriften, sondern «Flyer», Beschriftungen in Schaufenstern oder an Autos, sowie «Internet-Banner» auf häufig besuchten Internet-Portalen. Im ersten Jahr wird mit etwa fünf Bestellungen pro Tag gerechnet, was einem Umsatz von etwa 7500 Franken pro Monat entspricht. Es wird sich zeigen, ob sich das Projekt bewährt und sich in der Folge auf die ganze Schweiz ausweitet. Schon jetzt ist offensichtlich, dass der Verband Ostschweizer Milch- und Käsedetaillisten nicht die Hände in den Schoss legt, sondern offensiv Marketing betreibt; damit setzt er sich für seine Mitglieder und indirekt auch für die Milchproduzenten ein.
Der Verband nutzt das Internet als Schaufenster der Zukunft. Er kann es jedoch nicht ohne fremde Hilfe einrichten und unterhalten. Es braucht Texter, Grafiker, Webdesigner und Marketing-Fachleute, welche in einem Netzwerk zusammenarbeiten und dem Internet-Auftritt den Weg ebnen. Dabei ist eine gute Zusammenarbeit zum Nutzen aller gefragt.

Michael Götz
 
 
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