Ausgabe Nummer 35 (2004)

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Mit Kugelschreiber und Papier Übersicht gewinnen

Auch in der Landwirtschaft ist Arbeitsplanung und Organisation ein Erfolgsfaktor
 
Mit Kugelschreiber und Papier Übersicht gewinnen
 
Viele Betriebsleiter sind der Meinung, dass Arbeitsplanung in der Landwirtschaft – schon nur wegen dem Einfluss des Wetters – unmöglich ist oder zumindest nicht viel bringt. Familie Schönholzer in Sulgen hat gegenteilige Erfahrungen gemacht: sie haben ihre eigenen Hilfsmittel entwickelt und haben damit Erfolg.
 







Ein kompaktes gut organisiertes Betriebsbüro spart viel Zeit und Ärger.
(Foto: Jenifer van der Maas)
 
Albert und Brigitte Schönholzer führen in Sulgen einen 34-Hektar-Betrieb mit Milchvieh und Intensivobstbau. Diese Kombination von Betriebszweigen bedingt, dass die Arbeiten gut abgesprochen und organisiert sind. Vor allem während der Obsternte im Herbst muss die Milchviehhaltung möglichst rationell ablaufen. Die verschiedenen Familienmitglieder müssen jederzeit für den Betriebsleiter einspringen können und sich deshalb auch rasch über die Situation im Stall informieren können. Zu diesem Zweck hat die Familie im Laufe der Zeit zwei Hilfsmittel für die Arbeitsplanung und -organisation entwickelt, die ihrem Betrieb und Bedürfnissen angepasst ist.

Arbeiten für eine Woche planen
Schönholzers führen ein «gescheites Büchlein». Darin werden jeden Samstag oder Sonntag die wichtigen Arbeiten, die erledigt werden müssen, für die nächste Woche zusammengetragen und schriftlich festgehalten. Bei dieser Planung ist die ganze Familie beteiligt. So sind direkt alle informiert, was für Arbeiten für die nächste Woche geplant sind. Familie Schönholzer ist überzeugt, auch wenn ihr Arbeitsplan durch Unvorgesehenes oder dem Wetter über den Haufen geworfen wird, dass sie dank ihrem «gescheiten Büchlein» weiterkommen, als wenn sie nur in den Tag leben.

Büro gut organisieren
Im Weiteren hat die Familie eine spezielle «IP-Tafel» entwickelt, eine Art mobiles Büro. Sie steht neben dem Melkstand im Maschinenraum; ein Ort, wo der Betriebsleiter regelmässig vorbeiläuft und sehr einfach und gut zu erreichen ist. Letzteres ist sehr wichtig, damit Aktuelles wirklich auch nachgetragen wird. Ihre Erfahrungen zeigten, dass ein Büro ausserhalb des normalen Arbeitsbereiches sich sehr negativ auf das konsequente Aufzeichnen auswirkt. Die benötigten Unterlagen seien zu weit weg vom Geschehen, die Übersicht gehe verloren. Die «IP-Tafel» bietet
einen weiteren grossen Vorteil: die Kommunikation innerhalb der Familie. Wenn Brigitte oder eines der Kinder für Albert im Milchviehstall einspringen müssen, können sie sich auf der Tafel direkt über den aktuellen Stand der Tierhaltung informieren. Eine gewisse Disziplin für die ständige Aktualisierung der Daten ist notwendig, aber der Erfolg belohnt sie für die gewissenhafte Arbeit.

Bewusst kommunizieren
Die Familie ist sich einig: die beiden Hilfsmittel zahlen sich aus. Alle sind besser informiert, was läuft und welche Arbeiten anstehen. Vor allem Leerläufe konnten stark reduziert werden. Zielgerichtet werden die für den Betrieb wichtigen Arbeiten in Angriff genommen. Bei der Familie Schönholzer ist die ganze Familie miteinbezogen, vom Betriebsleiterehepaar bis zu den Kindern. Im Gespräch mit der Familie ist deutlich zu spüren; die Familie lebt Teamgeist und ist sich stolz ihrer Stärke bewusst.

Eigene Lösungen erarbeiten
Arbeitsplanung ist nicht ein Thema, dass nur gewerblichen Betrieben, Büros oder Hausfrauen nützt, auch ein Landwirtschaftsbetrieb profitiert davon – und dies trotz Wettereinflüssen. Jede Betriebsleiterfamilie muss für sich selber ein Organisations- und Planungshilfsmittel erarbeiten, welches ihren Bedürfnissen und Arbeitsweise entspricht. Zudem sollten die Hilfsmittel möglichst einfach in den täglichen Arbeitsablauf zu integrieren sein. Nicht überzeugt? Erstellen Sie während
drei Wochen für die wichtigen Arbeiten einen Wochenplan. Ist das Ergebnis unbefriedigend, können Sie wieder aufhören oder aber ihr System weiterentwickeln. Mit etwas Fantasie findet jede Familie die passende Methode.

LBBZ Arenenberg, Fachstelle Betriebsberatung und Landtechnik, Jenifer van der Maas
 
 
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