Thurgauer Bauer

Aktuelle Ausgabe vom
13. Juli 2018


Mit wirkungsvollen Einsätzen ans Ziel

Ausgabe Nummer 8 (2017)

BBZ Arenenberg, Regionale Entwicklung

Jetzt ist die Zeit der Jahresberichte und Vorschauen. So auch für die Gruppe «Regionale Entwicklung» und «Kommunikationskoordination » beim BBZ Arenenberg. Ziel ist, mit einem kleinen Team und gezielten Einsätzen eine möglichst grosse Wirkung zu erreichen. Dazu gehört vor allem das erste Aufbereiten von Trends und Bewegungen, welche in der Landwirtschaft, bei den Konsumenten wie auch in der Förderung von Regionen feststellbar sind. Passend dazu wird der Kontakt und die Zusammenarbeit zu bestehenden Organisationen jeweils gesucht und eingeleitet: Vorallem zum VTL und TMP, zu Agromarkting Thurgau AG, Kompetenznetzwerk KNE Thurgau, Thurgau Tourismus, zur Thurgauer Wirtschaftsförderung oder zu den Gemeinden.

Als klassisches Beispiel dazu gilt das massgebende Mitwirken beim «Ermatinger Buurämarkt». Dieser Bauernmarkt wurde durch das BBZ Arenenberg bei der Entstehung und den ersten Betriebsjahren eng begleitet und gefördert. Somit dient diese Organisation als vorbildliche Grundlage für weitere Gemeinden und Regionen, welche einen regionalen Markt aufbauen wollen. Dies mit dem Ziel, die Bauern, das Gewerbe und die Gemeinde den Konsumenten näher zu bringen und Produkte zu verkaufen.

Heumilch als internationales Grossprojekt
Letzten Sommer wurde in Muolen der Verein «Heumilch Schweiz» gegründet. Ziel dieses Vereins ist die Förderung der traditionellen Heuwirtschaft und Milchproduktion in Bezug auf die Erschliessung zusätzlicher Milchabsatzkanäle – auch im Ausland. Der Kanton Thurgau zählt zu den stärksten «Käsereimilch » – beziehungsweise «Heumilch» Produktionsgebieten. So produzieren von den Milchbetrieben im Thurgau rund die Hälfte traditionell Heu zur Futtervorratsgewinnung. Im europäischen Vergleich arbeiten nur 3 % der Betriebe nach den Anforderungen von «Heumilch». Diese Einzigartigkeit der Thurgauer Heumilchproduktion gilt es an der Verkaufsfront zu nutzen, ohne die eine oder andere Produktionsmethode gegeneinander auszuspielen. Das Team «Regionale Entwicklung» vom BBZ Arenenberg war Mitinitiant des Projektes Heumilch – nicht zuletzt aus der Zusammenarbeit mit dem Bregenzerwald – übernahm in der ersten Phase die Geschäftsstelle, und nimmt Einsitz in die vorbereitende «Projektgruppe Heumilch», bestehend aus verschiedenen Milchproduzentenorganisationen. Die Gruppe erarbeitet das Reglement für die Produzenten und Verarbeiter. Mit dem Einbezug von Agromarketing Thurgau AG wurde der Auftritt von «Heumilch Schweiz» für den Schweizer Markt aufbereitet und bei den ersten Verkaufsstellen bei «Coop Zentralschweiz und Basel» lanciert.

Basiskommunikation im In- und Ausland
Parallel zum Heumilch Projekt führt das Team «Regionale Entwicklung» ergänzend zur Dachwerbung von Switzerland Cheesemarketing AG die «Basiskommunikation für Thurgauer Käse» durch. Dabei werden Käse Verkaufskurse für TG Bäuerinnen – unter Einbezug von Thurgau Tourismus – vor allem im südwestdeutschen Raum an Messen und grossen Einkaufszentren direkt an der Verkaufsfront durchgeführt. Dies führt zu guten Verkaufskontakten zur Käsekundschaft in Süddeutschland, aber vor allem zu den Käsehandelsorganisationen in Deutschland. Auch werden mit Thurgauer Käsereien Fachexkursionen für deutsche Käsefachleute in den Thurgau organisiert.

Agrotourimus und Direktvermarktung wichtig für die Imagepflege
Bei der Bearbeitung der Direktvermarktung und Agrotourismus wirkte das Team «Regionale Entwicklung » beim vom VTL neulancierten Grossanlass «Buurähof erläbe» massgebend mit. Dieser grosse Event in Raum Egnach zog im Juni über 3000 Besucher an und brachte eine weite Medienausstrahlung mit sich. Dieser Anlass wurde soweit konzipiert, dass andere Regionen das Konzept übernehmen können. Zugleich soll die Landwirtschaft im modernen, positiven Bild dargestellt werden. Bereits wird der Anlass im Raum Seerücken in der Gemeinde Homburg von einem neuen OK auf 2018 vorbereitet.
Ebenfalls zur Stärkung der Agrotourismus- und Direktvermarktungsbranche trägt die alle zwei Jahre durchgeführte Fachexkursion für die Kantone ZH, SG, AR, AI, SH und TG bei. Alternierend zur Winter- Fachtagung im Strickhof Wülflingen organsiert das BBZ Arenenberg die Sommer-Fachexkursion. Diese führte 2016 auf mittlere und Grossbetriebe in der Zentralschweiz, ganz unter dem Motto «grosse und kleine Visionen». Bereits sind Vorbereitungen im Gange, die Sommer Fachexkursion 2018 in den Schwarzwald zu organisieren.

Weingut Arenenberg als Versuchsgut und Kommunikationsplattform
Im Bereich des Weinguts Arenenberg wurde der Schwerpunkt auf verschiedene Versuchsverfahren gelegt. So wurde ein wesentlicher Teil der Rebbauflächen nach den Anforderungen der biologischen Produktion durchgeführt. Diese Versuche wurden erfolgreich abgeschlossen und werden im Jahr 2017 mit einer grösseren Fläche wiederholt. Bei der intensiveren Zusammenarbeit zwischen «Schifffahrt Untersee und Rhein URh» konnten im ersten Jahr bereits 30 Reisegruppen mehr auf dem Weingut Arenenberg begrüsst werden. Sodass im 2016 über 60 Besuchergruppen betreut werden durften. Auf dem rund 4 ha grossen Weingut werden auch jährlich Weinseminare für Weinfreunde durchgeführt. An diesem ganzjährigen Seminar werden an Freitagmittagen den Konsumenten das «Räbwärch» im Weinberg und die Weinpflege im Keller beigebracht. Dazu gehören natürlich die allgemeinen Mitteilungen über die Landwirtschaft, also beste Kommunikationsmöglichkeiten und Imagepflege für die Region und den Bauernstand.

Pflege der Zusammenarbeit mit Baden Württemberg und Bayern
Im Rahmen der administrativen Führung der Interregprojekte pflegt das Team «Regionale Entwicklung» die Zusammenarbeit mit Institutionen im Ausland. Dazu gehört die Landesforschungsanstalt für Landwirtschaft «LfL Weihenstephan» in München Freising, KOB Bavendorf bei Ravensburg wie der Landwirtschaftlichen Schule Donaueschingen.
Mit diesen Kontakten können immer wieder wertvolle Impulse in den Thurgau eingebracht werden: So zum Beispiel die Organisation der «DLG Feldtage» in Nordbayern, der grössten Ackerbauveranstaltung in Europa, oder die vorbildliche Familien Agrotourismus Organisation im Schwarzwald. Aber auch die Zusammenarbeit in der Vorbereitung der «Internationalen Strohballenarena» mit dem Kompetenznetzwerk KNE Thurgau und dem Landratsamt Abteilung Landwirtschaft Stockach. Dabei wurden im letzten Jahr die Themen Fischproduktion um den Bodensee, wie auch die «Bodenlose Gemüseproduktion» im Tägermoos besprochen.

Dieses Jahr werden weitere «Internationale Strohballenarenen » zu den Themen «Interreg Modell Anlage zur Reduktion von Pflanzschutzmitteleinsatz im Obstbau» im Juni in Güttingen, und zum Weinbau im September in Diessenhofen / Gailingen vorbereitet.


Bernhard Müller, Leiter regionale Entwicklung
BBZ Arenenberg













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