Thurgauer Bauer

Aktuelle Ausgabe vom
7. Dezember 2018


Mitteilung an die Rübenpflanzer

Ausgabe Nummer 25 (2014)

Die meisten Felder präsentieren wunderbar. Auf einigen Parzellen wird aber dem Landwirt schonungslos aufgezeigt, dass mit der Pflugarbeit oder Saatbettbereitung zu früh begonnen wurde. Der Spaten bringt es ans Licht: Der Unterboden ist teigig und leidet unter Luftmangel. Blaue, stinkende Zonen und Wurzelfäulen können gefunden werden. Unter www. zuckerruebe.ch Krankheiten und Schädlinge finden Sie weitere Infos.

Bodenproben zeigen fast ausnahmslos das gleiche Bild: Je schwachwüchsiger die Rüben, desto tiefer der pH-Wert, planen Sie rechtzeitig eine Bodenverbesserung mit Ricokalk.

Schosser, Wildrüben
Wir stellen immer wieder fest, dass zahlreiche Landwirte das Risiko von Schosserrüben völlig unterschätzen. Viele werden sich des Problems erst bewusst, wenn sich die Schosserrüben durch Absamen zu Wildrüben entwickeln und somit den Rübenanbau wirtschaftlich in Frage stellen. Lassen Sie es nicht soweit kommen. Erste Schosser und Wildrüben werden nun sichtbar. Solange diese noch nicht verblüht haben, dürfen sie geknickt im Feld liegen gelassen bleiben. Später wird es aufwändiger, dann müssen diese Pflanzen aus dem Feld getragen werden. Werfen Sie auch noch einen Blick ins letztjährige Rübenfeld, denn dank dem milden Winter überlebten zahlreiche Rüben und bilden nun auch dort zu entfernende Schosser.

Blattläuse, Blattverklebungen
Mit der nachlassenden Wirkung der Pilleninsektizide sind nun auch Blattläuse auf den Rüben zu finden. Die Schadschwelle ist bei Bestandesschluss mit 80 Prozent Befall aber so hoch, dass kaum je behandelt werden muss.
Witterungsbedingt traten dieses Jahr nach Herbizidbehandlungen nicht selten Blattverklebungen auf, die ähnlich aussahen wie Läuseschäden. Verursacht wurde dies durch den Wirkstoff «Ethofumesat». Die Zuckerrüben werden dadurch aber nicht geschädigt und entwickeln sich normal weiter.

Blattkrankheiten
Wohl waren vor zwei Wochen die Temperaturen recht hoch, für eine Infektion fehlte aber die Feuchtigkeit. Fällt beides zusammen braucht es erfahrungsgemäss zwei bis drei Wochen, bis erste Flecken gefunden werden. In den bekannten Befallsgebieten sollte ab Ende Monat mit der regelmässigen Feldkontrolle begonnen werden. Wie immer sind die Reihen, die ans letztjährige Feld stossen, zuerst zu kontrollieren. Erst wenn Sie pro Are eine bis zwei Pflanzen mit den 2 bis 3 mm runden, rotbraun umrandeten Flecken mit hellem Innenhof finden, ist die Behandlungsschwelle erreicht. Dies gilt auch für tolerante Sorten. Bei diesen kann dann allenfalls die letzte Behandlung wegfallen, nicht aber die erste. Kontrollieren Sie alle Felder, denn das Mikroklima ist wichtiger als beispielsweise die Sortenanfälligkeit.
Achten Sie bei beim Einsatz darauf, dass keine welkenden Bestände behandelt werden, dass vorzugsweise in den frühen Morgenstunden (aber keine nassen Blätter) gefahren wird, dass strobilurinhaltige Kombiprodukte am Anfang gewählt werden, dass je nach Witterung drei bis vier Wochen später mit einem andern Wirkstoff nachbehandelt wird, dass Fungizide nie unterdosiert angewendet werden.
Falls nötig und bei nicht zu hohen Temperaturen können zu Fungiziden auch noch Bor oder gegen Hirsen Gräsermittel beigemischt werden.
Seit Ende Mai können auf vielen Feldern Blattflecken gefunden werden. Nach Starkniederschlägen oder Hagel ist dies ein oft gesehenes Bild. Es handelt sich dabei aber nicht um die gefährlichen Cercospora- Flecken, die nach wie vor nicht gefunden werden, sondern um problemlose Bacteriosen.


Schweiz. Fachstelle für Zuckerrübenbau, Strickhof,
A. Bertschi,
8315 Lindau,
Telefon 058 105 98 78




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