Thurgauer Bauer

Aktuelle Ausgabe vom
13. Juli 2018


Mostobst-Branche rüstet sich für eine grosse Ernte

Ausgabe Nummer 37 (2014)

106 000 Tonnen Äpfel und 13 500 Tonnen Birnen: So lautet Erntevoraussage des Schweizer Obstverbandes für die diesjährige Mostobsternte. Damit läge die Ernte bei den Äpfeln um 66 Prozent, bei den Birnen um 41 Prozent über dem letztjährigen Ernteergebnis. Die Produzentenrichtpreise bleiben gegenüber dem Vorjahr unverändert; die Mostobstproduzenten müssen aber mit höheren Rückbehalten rechnen. Apfelsaft und Birnel werden immer beliebter.

Die Natur meint es heuer gut mit den Mostobstproduzenten: Die Mostobsternte 2014 wird üppig ausfallen. Gemäss der Ernteschätzung des Schweizer Obstverbandes (SOV) werden die-ses Jahr 106 000 Tonnen Mostäpfel und 13 600 Tonnen Mostbirnen erwartet. Damit liegen die Erntemengen deutlich über dem Vorjahr: +66 Prozent bei den Äpfeln, +40 Prozent bei den Birnen. «Ein regenreicher Sommer ist gut für die Mostobsternte», sagt Bruno Jud, Präsident des Schweizer Obstverbandes. Der Mix aus Sonne und Feuchtigkeit habe sich positiv auf die Fruchtgrösse ausgewirkt.

Abnahmegarantie dank Rückbehalt
Die erwarteten Mengen liegen bei Äpfeln 10 Prozent über dem Bedarf der Obstverarbeiter, bei den Birnen 50 Prozent Trotz der zu grossen Erntemenge sind die Obstverarbeiter gewillt, die gesamte Mostobsternte zu den gleichen Preisen wie im Vorjahr zu übernehmen und zu verarbeiten: Spezial- Mostäpfel Fr. 33. –, gewöhnliche Mostäpfel Fr. 26.–, Mostbirnen Fr. 23.–. Anfallende Übermengen an Saftkonzentrat sollen exportiert werden. Diese Marktentlastung ist ein Selbsthilfesystem der Mostobstproduzenten. Das dafür erforderliche Geld wird ihnen als sogenannter Rückbehalt direkt vom Erlös abgezogen. Das Produktzentrum Mostobst des Schweizer Obstverbandes hat beschlossen, diesen Rückbehalt wiederum flexibel zu gestalten; je grösser die Mostobsternte, desto höher der Rückbehalt. «Das System des Rückbehalts ist eine Art Abnahmegarantie-Mechanismus und wird von den Produzenten sowie von den Verarbeitern mitgetragen. Das ist fair», ist Obstverbands- Präsident Bruno Jud überzeugt. Eine Herausforderung wird auch in diesem Jahr die Vermarktung der Mostbirnen sein. «Die einmalige Subvention des Bundes von 2,1 Millionen Franken im letzten Jahr half zwar, um die Überlager an Birnensaftkonzentrat abzubauen. Trotzdem hat man das Problem der strukturellen Überproduktion nicht gelöst, sondern nur aufgeschoben», sagt Jud.
In ganz Europa wird gemäss Ernteprognosen viel Mostobst anfallen. In der Obstbranche herrscht wegen des von Russland verhängten Importstopps für Früchte zudem grosse Unsicherheit. Zurzeit lösen Europas Obstproduzenten für 100 kg Verarbeitungsobst nur gerade 5 Euro je 100 kg. Das ist dreimal weniger als im Vorjahr.

Schweizer Apfelsaft wird immer beliebter
Nichts desto trotz: Schweizer Apfelsaft erfreut sich in den letzten Jahren in der Schweiz wieder immer grösserer Beliebtheit, nicht zuletzt dank der Apfelschorle. 2013 produzierten die gewerblichen Mostereien so viele Apfelsaftgetränke wie seit über 30 Jahren nicht mehr. Und würde jeder Einwohner in der Schweiz nur ein Glas Apfelsaft oder Schorle pro Monat mehr trinken, wären die Schweizer Obstproduzenten ihre Sorgen los. Fabelhaft ist Schweizer Apfelsaft, Prost!


Schweizer Obstverband,
Josef Christen




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