Thurgauer Bauer

Aktuelle Ausgabe vom
15. Juni 2018


Muni-Mania in Zug

Ausgabe Nummer 37 (2016)

Auch die diesjährige Ausgabe des Zuger Stierenmarktes für Braunvieh war mit gegen 12 000 Besuchern ein absoluter Renner. Dabei konnten 232 Braunviehstiere von hoher Qualität bestaunt werden. Die 42 versteigerten Rinder und Kühe erzielten gute Preise. Ein Höhepunkt jagte den nächsten: Stierprämierung, erstes Stierenmarkt-Buch, Muni-Casting, Lancierung Stierparade, Säulirennen, Tierhof, Festbetrieb usw.

In Zug gibt es nicht nur den Bauboom. Auch Traditionen wie der «Stieremärt», vielleicht etwas neu verpackt, sind absolut en Vogue. An den beiden Markttagen präsentierten sich 96 Braunviehstiere (BV) mit Brown-Swiss-Blut und 136 Original Braunviehstiere (OB) den kritischen Augen der Experten. Der Grösste, BV-Stier Marc, wies eine Widerristhöhe von 170 cm auf und der Schwerste, OB-Stier Nino, brachte exakt 1268 kg auf die Waage.
In 27 Abteilungen wurden 232 Stiere beurteilt und rangiert. Alle erhielten die Herdebuch-Prämierung. Die Qualität war im Allgemeinen hervorragend. Gemäss Expertenmeinung des Preisgerichts war dieser Stierenmarkt qualitativ einer der Besten seit es diesen Traditionsanlass in Zug gibt. – Weiter zu beachten gelten vor allem die Merkmale beim Fundament und beim Original Braunvieh die Bemuskelung.

Neue Mister ZM Zug
Am Mittwochnachmittag wurden die Abteilungssieger im Ring geehrt. Dabei erhielten 13 Stierenhalter für ihre Stiere eine Goldmedaille. Daneben gab es noch 15 Silber- und 53 Bronzemedaillengewinner. Schliesslich gewann OB-Stier Kamilo von Pascal und Nicole Scheuber aus Disentis/Mustér GR den begehrten Mister-Titel. Bei BV war es Carlo von Paul Rohrer aus Sachseln OW. Den Junior-Titel holte beim OB Rubel von Nussbaumer, Unterägeri ZG, und beim BV Brueno von Thomas Fäh, St. Gallen.
Mister Genetik wurde der OB-Stier Lego von Markus Meuli aus Nufenen GR sowie der BV-Stier Big-Boss von Martin Hauser aus Näfels GL. Den Betriebscup- Titel sicherte sich diesmal Eugen Hitz, Trimbach SO, vor Fredy Frank und Gian-Andrea Hänni.
An beiden Markttagen wurden insgesamt 34 (Vorjahr 40) Stiere oder knapp 15 % (Vorjahr 15 %) für durchschnittlich Fr. 2854.– (Vorjahr Fr. 2591.–) verkauft. Der Höchstpreis betrug dabei Fr. 4800.– (Stand 17.00 Uhr).

Auktion mit Premium-Qualität
Am Donnerstag lockte die Versteigerung viele Züchter und Besucher an. Mit Spannung verfolgten sie den Auktionsverlauf, der für die kommende Handelssaison jeweils wegweisend ist. Auch dieses Jahr wurde der Beweis wieder erbracht: In Zug bewegt sich das Qualitätsniveau der angebotenen Rinder und Kühe auf einem hohen Niveau. Es wurde engagiert geboten und entsprechend gute Preise erreicht. Insgesamt 39 der angebotenen 42 Tiere vom Jungtier bis über hochträchtige Rinder bis zur frisch gekalbten Jungkuh kamen in den Ring und fanden einen Käufer. Im Durchschnitt wurden Fr. 3806.– gelöst (Vorjahr Fr. 4390.–). In Anbetracht der momentan ausgesprochen heiklen Marktlage ist dies ein respektables Ergebnis. Den Höchstpreis erzielte die Jongleur- Tochter Maya mit Fr. 9000.–.

Schweizer Genetik dominiert
Auch in diesem Jahr stammte die meiste Genetik bei den Auktionstieren aus der Schweiz. Der Anteil an Schweizer Vätern betrug insgesamt über 80 %. Dabei tauchen vor allem die Stiere Fantastic, Jongleur und Salomon häufiger auf. Dies ist mit Sicherheit auch das Ergebnis der nationalen und internationalen Erfolge der letzten Jahre.

Muni-Casting und Stierparade
Das Muni-Casting ging in einem proppenvollen Festzelt vor zwei bis dreitausend Zuschauern über die Bühne. Glücklicher Schwingfest-Muni 2019 und damit in der Pole Position ist der Zuger OB-Stier Rubel von Otto Nussbaumer, Unterägeri. Er überzeugte die Jury am meisten und ging als klarer Sieger aus diesem Casting. Stolze Sponsoren sind die beiden Zuger Bauunternehmen Landis Bau AG und Jego AG, welche noch einen neuen Namen für den Stier suchen wollen. Erster Reserve-Stier ist BV-Muni Aron von Pius und Daniel Meier, Oberägeri, mit einem hohen Gesamtzuchtwert. Als zweiter Reserve-Muni steht Verano (OB) von Paul Steiner, Menzingen, und dem talentierten Jungschwinger Florian Lustenberger bereit.
Dazu wurde die Stierparade lanciert. Im Sommer 2017 werden die Stier-Werke auf öffentlichen Plätzen und bei Käufern ausgestellt. Vor dem Stierenmarkt 2017 werden sie als Herde auf dem Vorplatz der BOSSARD Arena präsentiert und prämiert. Danach gelangen sie zur Versteigerung. Der Erlös kommt dem Nachwuchs in Kultur und Sport zugute. Der Stierenmarkt ist heute mehr denn je ein grosser Treffpunkt der Schweizer Braunviehzüchter und vor allem der Bevölkerung aus dem Raum Zug und Innerschweiz. Ein Stück weit dient er der Imagepflege und fördert das Verständnis für die Sorgen und Anliegen der Bauern, gerade in der heutigen Zeit der Milchmarktkrise.


www.braunvieh.ch










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