Thurgauer Bauer

Aktuelle Ausgabe vom
12. Januar 2018


Mutterkuhhalter zu Gast in Thundorf

Ausgabe Nummer 29 (2017)

Traditionsgemäss trafen sich die Thurgauer Mutterkuhhalterinnen und -halter am letzten Freitag vor den Sommerferien zu ihrem Stamm. Dieser, vom BBZ Arenenberg organisierte Anlass, fand auf dem Bio-Betrieb von Claudia und Daniel Bommer in Thundorf statt. Nach der Betriebsvorstellung und dem Betriebsrundgang, geführt von Betriebsleiter Daniel Bommer, folgte das Hauptreferat von Beat Burkhalter von der BUL. Er zeigte den Teilnehmerinnen und Teilnehmern auf, wie Unfallrisiken im Mutterkuhstall minimiert werden können. Urs Vogt, Geschäftsführer von Mutterkuh Schweiz, informierte vor dem gemütlichen Teil des Abends über Aktualitäten aus Markt und Politik.

Umstellung auf Mutterkühe im Jahr 2013
Daniel Bommer bewirtschaftet in Thundorf einen rund 35 Hektaren grossen Biobetrieb mit Ackerbau und Mutterkuhhaltung. Auf die Mutterkühe setzt das Betriebsleiterpaar erst seit dem Jahr 2013. Zur Herde gehören rund 30 Kühe inklusiv einem Aubrac-Muni. Da Daniel Bommer noch 30 % als Chauffeur arbeitet, sind ihm leichte Abkalbungen sehr wichtig. «Durch den Einsatz des Aubrac-Munis verlaufen die Abkalbungen problemlos. So weiss ich, dass zu Hause alles rund läuft, wenn ich auf der Strasse bin», erklärt Daniel Bommer.

Sicherheit im Stall durch problemloses Handling
Zur Remontierung seiner Herde kauft das Betriebsleiterpaar jedes Jahr zwei Aufzuchtkälber und gibt diese in den Aufzuchtvertrag. Bommers kennen den Aufzuchtbetrieb schon aus der Zeit als Milchproduzenten. «Ich bin mir bewusst, dass mich die Remontierung meines Viehbestandes auf diese Weise etwas teurer kommt. Dafür weiss ich, dass ich so zahme, halftergewöhnte und sehr umgängliche Tiere zurück bekomme. Das ist mir den Mehrpreis alleweil wert und dient der Unfallverhütung», berichtet Daniel Bommer. Im Sommer werden jeweils rund acht Mutterkühe gealpt.

Kein Einsatz von Kraftfutter
Auf den Einsatz von Kraftfutter in der Mutterkuhhaltung verzichtet der Betriebsleiter komplett. Im Sommer fressen die Tiere Weidegras und gutes Heu, im Winter belüftetes Heu und Grassilage. Auch ohne den Kraftfuttereinsatz werden sowohl in der Fleischigkeit wie auch in der Fettklasse gute Ergebnisse erzielt. Da der Klauenabrieb im Stall durch die mit Gummimatten belegten Böden gering ist, bietet Bommer zwei Mal jährlich den Klauenpfleger auf.

Zahl der Mutterkuhhalter wird steigen
«Wie jedes Jahr wird die Zahl der Mutterkuhhalter um rund 100 Betriebe steigen. Da durch den natürlichen Strukturwandel aber ebenso viele Betriebe verschwinden, wird die Zahl der Mutterkühe in Zukunft gleich bleiben», berichtete Urs Vogt zu Beginn seiner Ausführungen. Freudig berichtete Vogt über die kommende Zusammenarbeit mit Prodega, Growa und Transgourmet (grösste Gastronomiebelieferer). Ab August können wöchentlich anfänglich zehn Tiere an diese Abnehmer verkauft werden. Es sei wertvoll, dass in der Mutterkuhhaltung verschiedene Märkte beliefert werden können. So finde jeder Produzent seine Ausrichtung, erklärte Vogt. In der Natura Veal-Produktion klagte der Referent über das Sommerloch. Hier könnten zurzeit mehr Tiere verkauft werden als auf dem Markt angeboten werden. Politisch ist Mutterkuh Schweiz mit der Unterstützung vom Schweizer Tierschutz daran, einen RAUSZuschlag für Tiere, welche wirklich geweidet und die RAUS-Anforderungen nicht nur über einen Auslauf erfüllen, zu erreichen. Vogt hofft, dass der Bund diesen Zuschlag ab dem Jahr 2019 ausbezahlt.


BBZ Arenenberg
Fabienne Schälchli




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