Thurgauer Bauer

Aktuelle Ausgabe vom
26. Juni 2020


Mutterkuhhalterstamm - Ueli Schild stellt sich vor

Ausgabe Nummer 29 (2018)

Der Thurgauer Mutterkuhhalter Ueli Schild aus Oberhofen wurde am 28. März 2018 neu in den Vorstand von Mutterkuh Schweiz gewählt. Dort wird er die Anliegen der Tierhalter aus den Kantonen Thurgau, Schaffhausen und Zürich vertreten. Um sich, seinen Betrieb und seine Ziele als Vorstandsmitglied vorzustellen, lud Ueli Schild im Namen von Mutterkuh Schweiz zusammen mit dem BBZ Arenenberg die Thurgauer-, Schaffhauser- und Zürcher- Mutterkuhhalterinnen und Mutterkuhhalter auf seinen Betrieb ein. Urs Vogt, Geschäftsführer von Mutterkuh Schweiz informierte traditionsgemäss über Aktualitäten aus Markt und Politik.

Gemeinsam mit seiner Frau Daniela und mit der Unterstützung seiner Kinder führt Ueli Schild seinen rund 25 Hektaren grossen Biobetrieb mit 40 Mutterkühen. Seit dem Jahr 2007 setzt der Betriebsleiter auf die Rasse Piemonteser. Neben der Fleischigkeit der Rasse hat Ueli Schild vor allem die gute Mütterlichkeit überzeugt. Mit zehn Monaten werden die Kälber, welche bis dahin ausschliesslich mit Grundfutter versorgt wurden, abgesetzt. Ausgemästet werden die Jungtiere dann in geschlechtergetrennten Gruppen mit betriebseigenem Mais, Eiweisserbsen, Gerste, Grassilage und Gras. Während die männlichen Tiere ihr Schlachtgewicht von 350 bis 400 Kilogramm mit 14 Monaten erreichen, werden die weiblichen Tiere etwa 18 Monate alt.

Absatz nicht in den Biokanal
Ueli Schild verkauft seine schlachtreifen Tiere, wie 14 weitere piemonteserhaltende Betriebe an einen Abnehmer im Bernbiet. Dieser holt die Schlachttiere direkt beim Mäster und schreibt vor, dass die Tiere ausschliesslich mit inländischem Futter versorgt werden müssen. Interessant ist, dass es keine CH-TAXEinschätzung der Tiere gibt. Bezahlt wird Schlachtgewicht mal den Preis, ganz ohne Qualitätszuschläge oder -abzüge. Auch die biologische Produktion der Schlachtkörper wird nicht honoriert. Ueli Schild ist trotzdem zufrieden mit diesem System. «Es erleichtert mir die Produktion, da keine ganz genaue Planung nötig ist. Dieses Bezahlungssystem funktioniert, weil die Schlachtkörper stets recht identisch sind, da sie sehr auf Fleisch gezüchtet sind», erklärt der Betriebsleiter den Anwesenden. Der Preis pro Kilogramm Schlachtgewicht entspricht etwa demjenigen eines Natura Beefs.

Neuer Zuchtwert Fettabdeckung
«Obwohl der Bestand an Mutterkühen von Mutterkuh Schweiz rund 93 000 Tiere beträgt und jährlich ansteigt, sind weitere Mutterkuhbetriebe gesucht. Auf dem Markt sind weiterhin gute Preise zu lösen», so Urs Vogt erfreut. Die Angst, dass durch weitere Mutterkühe zu viel Fleisch produziert wird, teilt Vogt nicht. Als Faustregel gilt, dass pro vier wegfallende Milchkühe nur eine Mutterkuh eingestallt wird. Naturaplan feiert dieses Jahr sein 25-Jahr-Jubiläum. Die Mutterkuhhaltung konnte von diesem Label profitieren und so hofft Vogt weiterhin auf eine gute Zusammenarbeit. Bezüglich dem Schreckgespenst «Ausland » rät Urs Vogt Ruhe zu bewahren und an die im Juli die neuen Zuchtwerte veröffentlicht werden, wird erstmals auch der Zuchtwert Fettabdeckung mit dabei sein. Dieser wurde neu entwickelt und soll den Mutterkuhhaltern helfen, den Fettansatz züchterisch zu bearbeiten.

Selbstbewusst auftreten und produzieren was der Markt verlangt
Eine Aufsplittung der Mutterkuhhalterinnen und Mutterkuhhalter, wie es bei den Milchviehhaltern zu beobachten ist, darf es gemäss Schild nicht geben. Egal welches Produkt produziert wird und über welchen Kanal dieses vermarktet wird, die Mutterkuhhalter müssen am gleichen Strick und in die gleiche Richtung ziehen. «Am wichtigsten ist aus meiner Sicht, dass wir produzieren, was vom Markt verlangt wird», so Ueli Schild. Dabei sollen die Mutterkuhhalter selbstbewusst auftreten, weil sie ein hochwertiges Produkt produzieren. «Ich wünsche mir aktive Mitglieder. Mutterkuh Schweiz lebt von aktiven Mitgliedern, ohne deren Unterstützung fehlt uns die positive Wirkung gegen aussen», erklärt Ueli Schild weiter. Aus Sicht von Schild muss auch die Ausbildung der Mutterkuhhaltung im Thurgau aufgewertet werden. Als Verbindungspersonen stellte Ueli Schild den anwesenden Mutterkuhhalterinnen und Mutterkuhhaltern Daniel Zimmermann und Oliver Sidler vor. Ersterer ist für den Kanton Schaffhausen zuständig, letzterer für den Kanton Zürich. Im Kanton Thurgau übernimmt Ueli Schild die Funktion der Verbindungsperson als Vorstandsmitglied gleich selber.


BBZ Arenenberg
Fabienne Schälchli







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