Ausgabe Nummer 29 (2004)

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Nach Hagel mehr Cercospora erwartet

Feldbau: Rübenfelder jetzt regelmässig kontrollieren
 
Nach Hagel mehr Cercospora erwartet
 
Cercospora-Blattflecken sind rund und haben einen Durchmesser von 1–3 mm. Der helle Innenhof ist rot bis braun umrandet. Mit der Lupe können das helle Pilzmycel oder die dunklen Sporenträger erkannt werden.
 
Bezüglich Cercospora-Blattflecken scheint 2004 wieder ein «normales Jahr» zu werden. Dem Witterungsverlauf entsprechend – keine anhaltende Wärme und zu kühle Nächte – findet man bis jetzt noch keine stärker befallenen Pflanzen. Eine Epidemie wie im Vorjahr ist auch weiterhin nicht in Sicht, und es ist nicht auszuschliessen, dass im Juli noch keine Behandlungen durchgeführt werden müssen – und trotzdem… In den letzten Tagen sind an Extremstandorten wie: Rüben nach Rüben, Rübenhaufen vom Vorjahr im neuen Rübenfeld und neue Parzelle neben Vorjahresparzelle, die ersten Flecken gefunden wurden. Somit ist es nun Zeit, dass jeder seine Felder wöchentlich durchwandert und beim Überschreiten der Bekämpfungsschwelle -> 2 befallene Pflanzen/Are, das Feld mit einem bewilligten Fungizid schützt.
Fällt die Behandlung in eine heisse Zeit, müssen die Applikationen in die frühen Morgenstunden vorverlegt werden.
Achtung: Nicht alle Blattflecken sind gefährlich. Der Hagel und die Starkniederschläge werden in vielen Regionen zu einem Auftreten der harmlosen Bakteriose führen. Dabei gelangen die Bakterien mit Regenspritzern vom Boden auf die Blätter. Die Flecken entstehen häufig entlang von Blattverletzungen oder Blatträndern. Sie sind meistens unförmig, dunkelbraun umrandet und haben im Gegensatz zur Cercospora keine Pilzfäden im hellen Innenhof (Lupe!). Ab und zu sieht das Schadbild ähnlich aus wie bei Cercospora, die Bakterienflecken sind jedoch meistens grösser. – Eine Bekämpfung ist weder nötig noch möglich, umso mehr, als dass es nach Hagel kein verstärktes Auftreten von Cercospora gibt.

Schosser und Wildrüben
In diesem Jahr gibt es mehr Schosser als in den Vorjahren. Stehen die Schosser aber nicht in der Reihe, sondern dazwischen, so handelt es sich um Wildrüben, also das Produkt von nicht entfernten Schossern aus früheren Jahren… Auf einigen Feldern haben die Wildrüben bereits ein Ausmass erreicht, das den Rübenbau in Frage stellt. Also besser jetzt einen Schosser ausreissen als beim nächsten Mal 100 oder mehr!
Im Juli dürfen sie die Schosser noch im Feld liegen lassen, später müssen sie aus dem Feld getragen werden. Damit kein Nachreifen oder Neuanwachsen möglich wird, sollte der Schosser sicherheitshalber gebrochen oder auf den Rübenbestand abgelegt werden.
Gelbe Rübenblätter
Die allermeisten Rübenfelder sehen prächtig und viel versprechend aus. Auf einigen findet man aber stellenweise gelbe Blätter. – Sind es nur die äusseren oder alle Blätter? Ist das Gelb hell oder dunkel? Sind diese Rüben im Wuchs gegenüber den andern auf dem Feld zurück oder nicht?
Schauen Sie solche Rüben jetzt kritisch an, denn wenn sie gerodet sind, ist eine Beurteilung viel schwieriger und oft unsicher. Gehen Sie der Frage nach, ob es sich um ein Bodenproblem, einen Mangel oder eine Krankheit handelt. Muss allenfalls in Zukunft auf eine Rizomania-tolerante Sorte gewechselt werden, muss der Fruchtfolge oder Kalkdüngung vermehrt Beachtung geschenkt werden oder…
Im Sommer 2001 haben Sie von der Zuckerrübenfachstelle eine farbige Broschüre erhalten, die Ihnen bei den «Sommerkrankheiten» bestimmt weiterhilft. Sie ist auch unter www.zuckerruebe.ch zu finden.

Andreas Bertschi, Schweizerische Fachstelle für Zuckerrübenbau, Lindau
 
 
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