Ausgabe Nummer 28 (2003)
Nach Raps keine Bearbeitung der Stoppelfelder
| Feldbau: Ackerkratzdistel als Problemunkraut | ||
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| In den letzten Jahren ist eine Zunahme der Ackerkratzdistel festzustellen. Insbesondere auf Betrieben ohne Kunstwiesen wird die Bekämpfung der Ackerkratzdistel zu einer Daueraufgabe. Wer den Anfängen nicht wehrt, hat sehr schnell grössere Nester im Acker. Die Ausbreitung über Wurzelausläufer kann pro Jahr mehrere Meter ausmachen. Die Nester werden auch durch Verschleppen von Wurzelstücken bei der Bodenbearbeitung vergrössert. Die über die Kulturen ragenden Disteln müssen jetzt noch vor dem Verblühen weggeschnitten werden, um das Versamen zu verhindern. Dies gilt auch für Ackerkratzdisteln in Buntbrachen und in anderen extensiv oder nicht bewirtschafteten Flächen sowie an Waldrändern und Hecken. Zunehmend stellt man fest, dass Grundeigentümer und Bewirtschafter, trotz Aufforderung des Nachbars, ihre Parzellen nicht mehr pflegen und die Ackerkratzdistel versamen lassen. Liegen Ackerschläge in der Nähe von solchen vernachlässigten Parzellen und wird man mit dem Grundeigentümer nicht einig, so besteht als letzter Weg die Möglichkeit, sich an die Flurkommission in der Gemeinde zu wenden. Gemäss § 17 in der Verordnung zum Landwirtschaftsgesetz kann die Flurkommission Anordnungen zur Bekämpfung von Ackerkratzdisteln treffen, sofern Kulturen auf benachbarten Grundstücken beeinträchtigt werden. Bearbeitung der Stoppelfelder Die ersten Rapsfelder sind gedroschen. Um zu verhindern, dass Raps als Unkraut in den Folgekulturen auftritt und Probleme bei der Bekämpfung macht, müssen die ausgefallenen Rapskörner an der Bodenoberfläche ankeimen können. Deshalb mit der Bodenbearbeitung zuwarten, bis der Ausfallraps ausgekeimt hat. Werden die Samen vorher in den Boden eingearbeitet, keimen sie nicht und werden erst im nächsten oder übernächsten Jahr, wenn sie wieder an die Bodenoberfläche befördert werden, als Unkraut auflaufen. Nach Getreide hingegen ist es zweckmässig, sofort nach der Ernte eine oberflächliche Bodenbearbeitung mit dem Grubber oder der Scheibenegge durchzuführen. Dadurch wird ein grösserer Teil des Ausfallgetreides zum Keimen angeregt, als wenn keine Bodenbearbeitung erfolgt. Zusätzlich werden die wasserführenden Poren unterbrochen, was eine geringere Verdunstung zur Folge hat. Keine Bodenbearbeitung ist angezeigt, wenn aufgrund der Verunkrautung mit Wurzelunkräutern wie Disteln, Winden, Quecken eine Sanierung der Parzelle mit Glyphosate-Mitteln ansteht. Dieses Jahr ist dafür günstig. Dank der frühen Ernte bleibt genügend Zeit, die chemische Behandlung wirken zu lassen, bevor die nächste Kultur angesät werden muss. Es ist wichtig, dass im Verhältnis zur Wurzelmasse eine genügend grosse Blattfläche benetzt wird, damit genügend Wirkstoff in die Wurzel gelangt. Das heisst, die Unkräuter müssen vor der Behandlung genügend nachgewachsen sein: Queckentriebe 20 bis 25 cm gross, Disteln ebenfalls mindestens 20 bis 30 cm hoch, Windentriebe wenn möglich über 40 cm lang. Wie unserer Versuch zeigt, bestehen zwischen den neuen und herkömmlichen Glyphosate-Mitteln keine deutlichen Wirkungsunterschiede. Entscheidend bleibt, dass die Anwendungsbedingungen (5 Stunden nach Behandlung kein Regen/Tau, wüchsiges Wetter, Brühemenge 200 bis 300 l/ha, dem Unkraut entsprechende Dosierung, genügend Wartezeit bis zur Bodenbearbeitung) eingehalten werden. Kartoffeln Der Krautfäuledruck ist im Vergleich zu den vergangenen Jahren sehr tief. Nur gerade drei Krautfäuleherde wurden im Thurgau bis heute insgesamt gemeldet. Infolge der trockenen Witterung und der über längere Zeit sehr heissen Temperaturen kam es nicht zu einer Ausbreitung der Krankheit. Die Niederschläge der letzten Woche blieben spärlich, sodass gut geschützte Felder weiterhin befallsfrei sein werden. Die Infektionsbedingungen sind aktuell aber wieder etwas günstiger. Wenn kleine Blatt- oder Stengelinfektionen entstehen, besteht bei Sporenbildung jetzt auch die Gefahr von Knolleninfektionen. Der Fungizidschutz muss aufrechterhalten bleiben, am besten mit einem gut haftenden Kontaktfungizid. Die Situation bei den Kartoffelkäfern ist von Feld zu Feld sehr unterschiedlich. Die Eiablage der zweiten Generation wird demnächst einsetzen. Die Felder sind weiter zu beobachten. LBBZ Arenenberg, Fachstelle Pflanzenschutz und Ökologie, Hermann Brenner, Telefon 071 663 31 40 |
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