Ausgabe Nummer 35 (2010)
Nachfrage schafft Produktionschancen
Ostschweizer Biomarkt
Der Biomarkt trotzte der Krise und ist 2009 um 7 Prozent gewachsen. Gute Voraussetzungen und zusätzliche Motivation für Bioproduzenten, die zusätzlichen Chancen eines Marktauftrittes am jährlichen Ostschweizer Biomarkt zu nützen.
Der Ostschweizer Biomarkt wird vom Verein Ostschweizer Biobäuerinnen und -bauern (VOB), in Zusammenarbeit mit «biosfair» (Biofachgeschäft in Weinfelden), organisiert. Der Markt, der 2010 Ende August zum 6. Mal durchgeführt wurde, hat sich als Begegnungstag zwischen Bioproduzenten und -konsumenten gut etabliert. Anita Philipp, Vorstandsmitglied des VOB und in der Bioberatung am Landwirtschaftlichen Zentrum SG in Flawil tätig, stellte nach dem 6. Ostschweizer Biomarkt erfreut fest, dass viele Marktfahrer bisher an jedem Ostschweizer Biomarkt teilnahmen: «Was wir Organisatoren feststellen, ist, dass wir viele Interessenten aus dem Biolandbau nahestehenden Gebieten haben. Vogelschutzorganisationen, WWF und Greenpeace, Firmen die Hilfsstoffe anbieten, aber auch Kosmetik und Kleider sind stärker vertreten. Unser Hauptziel ist und bleibt es, den Biobäuerinnen und -bauern aus der Ostschweiz eine Plattform für die Vermarktung ihrer Produkte und die P?ege der Kundschaft zu bieten. Deshalb ist es uns ein grosses Anliegen, dass unter den Marktfahrern die Bioproduzenten stark vertreten sind.» Die Organisatoren warben dieses Jahr in den bäuerlichen Kreisen verstärkt für den Biomarkt und erzielten erste Erfolge, indem einige zusätzliche Bäuerinnen und Bauern ihre Teilnahme zusicherten. Dazu Anita Philipp: «Dieses Engagement wollen wir Organisatoren in den nächsten Jahren noch weiter verstärken.»
Nicht Wachstum alleine als Ziel
In den letzten Jahren sind vielerorten neue Biomärkte lanciert worden, wie zum Beispiel «O sole Bio» in Zug. Märkte wer- den tendenziell grösser, demzufolge ist auch deren Sponsoring immer aufwendiger. Wie sieht sich der Ostschweizer Biomarkt inmitten dieser grossen Schweizer Biomarktszene positioniert? Dazu Anita Philipp: «Unser Ziel ist es nicht, grösser zu werden. Wir wollen der Biomarkt in der Ostschweiz sein, der für Bioproduzenten ein Anlass ist, an dem sie jedes Jahr gerne ihre Produkte einer interessierten Kund- schaft vorstellen und anbieten können. Wir sehen uns als ein Markt von Biobauern für die Biobauern und -verarbeiter. So ist unser Markt entstanden. Es ist schon so, dass ein grosser Teil des Budgets für Werbemassnahmen eingesetzt wird, mit steigender Tendenz. Bisher haben wir das Sponsoring auf relativ kleinem Rahmen gehalten, mit Verarbeitern, die meist auch bei uns am Markt teilnehmen. Jedes Jahr evaluieren wir die Werbemassnahmen, die wir getroffen haben, mit dem Ziel, die Werbemassnahmen von Jahr zu Jahr zielgerichtet einzusetzen.» Wichtig für den Erfolg eines solchen Anlasses ist auch das Rahmenprogramm, welches das eigentliche Marktgeschehen umrahmt. Deshalb gehören zum Ostschweizer Biomarkt ein attraktives kulturelles Rahmenprogramm auf der Bühne und ein Programmteil, speziell für Kinder, ebenso selbstverständlich dazu, wie die Verp?egungsstände, sodass die Leute gerne eine Zeitlang auf dem Marktgelände verweilen.
Isabelle Schwander
