Thurgauer Bauer

Aktuelle Ausgabe vom
12. Januar 2018


Nachhaltigeres Wirtschaften und gute lokale Produkte fördern

Ausgabe Nummer 45 (2015)

Ende Oktober 2015 organisierte die «Ware- Werte»-Genossenschaft für Nachhaltigkeit in der «Halle 710» in Winterthur den 2. Ware- Werte-Markt, der Konsumenten und lokale Produzenten einander näher brachte.

Vorgängig zum Ware-Werte-Markt führte der Vorstand der Genossenschaft seine zweite Generalversammlung durch. Bruno Hauser und Simon Stettler, Vorstandsmitglieder, zogen zu den ersten 2½ Jahren seit der Gründung von «Ware-Werte» eine erste Zwischenbilanz. Erklärtes Ziel war, und ist es nach wie vor, dass eine Partnerschaft zwischen Konsument und Produzent entsteht und möglichst viel vom Verkaufspreis direkt an die Produzenten fliesst. Bei Marktauftritten, die bei den Konsumenten Emotionen wecken sollen, möchte man Produkte mit Geschichte und Authentizität anbieten. Von den inzwischen neun Produzenten aus der Ostschweiz, welche ebenfalls Genossenschafter bei «Ware-Werte» sind, gehören zwei (Bio-Beck Lehmann [TG] und der Bolderhof [SH]) dem Biosegment an. Bruno Hauser betonte, dass es nicht Absicht ist, die eine Produktionsrichtung gegenüber der anderen zu favorisieren. Das Wichtigste sei eine Basis an spannenden Produkten und Produzenten. Der gesamte Vorstand setzt sich aus motivierten Personen zusammen, die nicht aus der Landwirtschaft stammen, jedoch nachhaltigeres Wirtschaften und gute lokale Produkte fördern möchten. Dazu Bruno Hauser: «Wir sind keine Globalisierungsgegner oder politische Gruppierung. Wir schätzen selbst hochwertige Lebensmittel und möchten weitere bewusste Konsumenten, denen es nicht in erster Linie um den Preis, sondern um die Wertigkeit von Produkten geht, ansprechen» .

Ziel: Vielfalt der Produkte und Produzenten unterstützen
Um den Bekanntheitsgrad von «Ware-Werte» zu fördern, wird die Genossenschaft in erster Linie über Social Media, ergänzt durch die Printmedien, ihre Aktivitäten kommunizieren. Nachdem im Berichtsjahr 2014 der Fokus zunächst auf die Stärkung des Fundaments der Genossenschaft gesetzt wurde, sieht sich der Vorstand bestärkt für die Zukunft im Sinne von: «Jetzt sind wir aufgestellt, jetzt können wir unsere eigentliche Arbeit angehen». An der 2. Generalversammlung präsentierten Simon Stettler und Bruno Hauser einige Neuerungen. So wurde aus den Reihen der Produzenten gewünscht, auch das Finanzierungsmodell anzupassen. Neu werden die Einnahmen der Genossenschaft nur noch durch die Produzenten in Form einer geringen Vertriebsentschädigung getragen. Eine weitere wichtige Neuerung bei «Ware-Werte» ist, dass Konsumenten ab 2016 die Möglichkeit haben, einen bestimmten Betrag, z.B. 1000 Franken auf das Genossenschaftskonto einzubezahlen und damit Waren zu beziehen. Der Gutschein-Einkauf sorge für eine Vereinfachung für die Konsumenten. Mit diesen Gutscheinen können auch langfristige Kaufverträge mit Produzenten abgeschlossen werden. Dadurch erhält der Produzent bereits bei Vertragsabschluss die ganze Kaufsumme der nächsten drei Jahre im Voraus überwiesen und kann damit arbeiten.
Der ehrenamtlich tätige Vorstand erhofft sich von den Neuerungen unter anderem, dass mit diesem Modell auch neue Interessenten angesprochen werden.


Isabelle Schwander










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