Thurgauer Bauer

Aktuelle Ausgabe vom
6. Juli 2018


Narbenschonung - Abdruckmuster diverser Sonder- und Zusatzräder

Ausgabe Nummer 21 (2014)

Für die Bewirtschaftung und das Befahren von Steillagen in Berggebieten mit Motormähern und Einachsgeräteträgern werden Sonderund Zusatzräder eingesetzt. Eine Abschlussarbeit im Masterstudiengang Agrartechnik an der Universität Hohenheim befasste sich mit diesem Thema, bestätigte bisherige Annahmen und lieferte neue Erkenntnisse.

In Kombination mit gummibereiften Rädern oder solo angebaut sorgen diverse Radtypen für grössere Hangtauglichkeit und bessere Kraftübertragung an der Schnittstelle Rad – Boden. Jedes Rad hinterlässt nach der Überfahrt einen Abdruck auf der Fahrbahn, respektive im Untergrund. Besonders auf Flächen mit mehrjährigen Kulturen, so auch im Grünland, kann dieses Abdruckmuster auch ein ungünstiges Schadbild darstellen. Die Schädigung der Grasnarbe im Grünland verursacht Erosionsprobleme in Hanglagen und bringt auch langfristige Folgen für die Entwicklung des Bestandes mit sich, da sich unerwünschte Pflanzen etablieren können.
Gitterräder, meist als Radkombination an gummibereifte Räder angebaut, stellten in der Vergangenheit neben den gummibereiften Doppelrädern eine gute Möglichkeit dar, die Hangtauglichkeit zu verbessern und Steillagen mechanisiert zu bewirtschaften. In den Boden eindringende Bauteile der Gitterräder können bei Fahrten in Schichtlinie grössere Seitenund Hangabtriebskräfte abstützen, die Querstege der Gitterräder übertragen bei Fahrten in Falllinie mehr Zug- und Treibkraft, als gummibereifte Räder. Bei der Betrachtung des Abdruckes im Boden wird allerdings deutlich, dass neben den genannten Vorteilen, nach der Überfahrt ein extrem ungünstiges Schadbild als eindeutiger Nachteil vorliegt. Ein durchgehender Schnitt ist das Resultat der als Scheibe angeordneten, in den Boden eindringenden, Elemente. Dies ist beim Befahren und Bewirtschaften von wenig tiefgründigen Steilhängen in Schichtlinie, besonders vor Starkregen-Ereignissen, äusserst schlecht und bringt ein grosses Erosionsrisiko mit sich. Daneben ist im Wendemanöver die Gefahr gross, während der Steigfahrt mit den Querstegen der Gitterräder ganze Soden herauszureissen und Landschäden zu verursachen. Auch wenn es die gute fachliche Praxis nicht empfiehlt, kann die Situation aufkommen, dass auch bei nassen Verhältnissen ein Hang befahren werden muss, dann vergrössert sich das Risiko ebenso, wie bei einer rauen und unvorsichtigen Fahrweise. Je nach Ausformung der Querstege kann von regelrechtem Vorschneiden die Rede sein.
Mit der Verfügbarkeit technischer Alternativen zum Befahren von Steillagen auf dem Markt, die ein anderes Abdruckmuster und geringeres Schadbild aufweisen, wird der Radtyp «Gitterrad» derzeit von Stachelrädern und Stachelwalzen abgelöst. Eine unabhängige Umfrage sowie Einschätzungen und Ansichten aus der Praxis bestätigen diesen Trend. Bei diesen Radtypen sind einzelne, punktuelle Einstiche zu beobachten, die mitunter an den Tritt durch weidende Tiere erinnern. Diese Einstiche stellen eine geringere Schädigung der Grasnarbe dar und bieten gute Voraussetzungen zu einer schnellen Regeneration des Bestandes.
Diverse Untersuchungen im Zuge der Abschlussarbeit haben gezeigt, dass den verschiedenen Radtypen und auch den verschiedenen Stachelformen unterschiedliche Eigenschaften zukommen.


Benjamin Heiler,
Anwendungstechniker Einachsgeräte,
Telefon 044 743 14 22,
E-Mail: Benjamin.Heiler@rapid.ch










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