Ausgabe Nummer 27 (2007)
Nationaler Milchpool für Stabilität
Entwicklungsstrategie für den schweizerischen Milchmarkt
Am 4. Juli präsentierten die Schweizer Milchproduzenten in Bern ihre Sicht der Entwicklungsmöglichkeit der Milch in der Schweiz bis 2015. Das Ziel ist, den Arbeitsverdienst aus der Milchproduktion von heute 15 Franken pro Stunde innerhalb der nächsten acht Jahre um rund sechs Franken zu erhöhen.Die neuen strategischen Ziele sind eine Antwort auf die Veränderungsprozesse im schweizerischen Milchmarkt. Der schrittweise Rückzug des Bundes macht es zur Aufgabe der Milchproduzenten und der Branche, eine neue Marktordnung zu gestalten. «Wir wollen mit diesen Zielen und den daraus abgeleiteten Massnahmen einen gemeinsamen Weg aufzeigen, welcher den Schweizer Milchproduzenten wirtschaftlich zufrieden stellende Perspektiven ermöglicht», sagte Peter Gfeller, Präsident der Schweizer Milchproduzenten, an der Medienorientierung. Wie Ruedi Schnyder, Präsident der Thurgauer Milchproduzenten, auf Anfrage sagte, stehen die Thurgauer Milchproduzenten mit Nachdruck hinter dieser Strategie.
Folgende Massnahmen gehören zur Milchstrategie:
Molkereimilch poolen: Die Milchproduzenten und deren regionale Organisationen sind gefordert, den Verkauf von Molkereimilch an die national tätigen Verarbeiter in einem nationalen Verkaufspool zusammenzufassen.Absatzausweitung auf den Märkten: SUISSE GARANTIE ist zu stärken und der flächendeckenden Kennzeichnung auf den Absatzmärkten im Inland und Export zum Durchbruch zu verhelfen.
Kostensenkung: Die Milchproduktionskosten müssen im Mittel um rund 15 Prozent gesenkt werden können. Die SMP unterstützt die Milchproduzenten im Kostenmanagement durch Dienstleistungsangebote.
Milchstützungsfonds: Verstärkte Ausrichtung auf das Milchfett unter Beibehaltung einer Interventionsmöglichkeit für Milcheiweiss.
Politische Rahmenbedingungen: Insbesondere in den Bereichen Zulagen, Direktzahlungen und Flächenmobilität will man Einfluss nehmen.
Strukturen vereinfachen: Durch Integration der beiden Organisationen Milchpulver (BSM) und Butter (BOB) in die Branchenorganisation Molkereimilch (BOM).
Kommunikation: Die Strategie kann nur erfolgreich umgesetzt werden, wenn die Milchproduzentinnen und Milchproduzenten beziehungsweise deren Organisationen diese mittragen.
Adrian von Grünigen, Thurgauer Bauernverband
