Thurgauer Bauer

Aktuelle Ausgabe vom
12. Oktober 2018


Neuausrichtung des Betriebshelferdienstes im Thurgau

Ausgabe Nummer 26 (2014)

Mitte April wurde vom MBR (Maschinen und Betriebshelferring) Thurgau bei den Thurgauer Landwirten eine Evaluation über den Betriebshelferdienst durchgeführt.

Über 420 Landwirte sandten den Fragebogen ausgefüllt zurück und nahmen zugleich am Wettbewerb teil. Durch diesen erfreulich grossen Rücklauf der Fragebogen konnten sehr viele und gute Informationen gesammelt werden. Sie ermöglichen Rückschlüsse, wie in Zukunft der Betriebshelferdienst organisiert werden könnte. Das ganze wird in Form einer Diplomarbeit verfasst und dient dem Abschluss eines Agrotechnikers.
Ziel ist es, den Betriebshelferdienst im Thurgau zu optimieren und so auszurichten, dass er den Ansprüchen der Landwirte entspricht, denn diese haben sich in den letzten Jahren stark verändert. Weiter soll erreicht werden, dass in Zukunft mehr Betriebshelfer rekrutiert werden können, welche auch über eine längere Zeit mit grosser Freude ihren Beruf ausüben. Wichtig für die MBR Thurgau AG ist, dass sich mit der Neuausrichtung auch Vorteile für die Landwirte ergeben. Diese werden mit dem Einsatz von gut ausgebildeten Betriebshelfern und natürlich auch mit einer finanziellen Erleichterung angestrebt. Der Betriebshelferdienst soll in Zukunft kostendeckend organisiert werden können, ohne dass eine Quersubventionierung notwendig wird.
Die Resultate sind bereits ausgewertet und helfen, erste Varianten für die künftige Situation des Betriebshelferdienstes aufzuzeigen. Natürlich sollen mit diesen Varianten die oben erwähnten Vorgaben erreicht werden können. Eine Tendenz, die weiterverfolgt werden muss, ist die Fonds-Variante. Jetzige Berechnungen haben gezeigt, dass es nur so möglich sein wird, die gesteckten Ziele zu verwirklichen. Mit einem jährlichen Beitrag in den Betriebshelfer- Fonds profitieren Landwirte von einer deutlichen Reduktion der Stundentarife, wenn Krankheit, Unfall oder ähnliches vorliegen. Die Existenz der einzelnen Betriebe soll gesichert werden, indem beim Ausfall des Betriebsleiters keine finanziellen Engpässe mehr entstehen.
Die Umfrageergebnisse zeigten, dass 64 Prozent aller Befragten einen Unfall oder eine Krankheit hatten und dadurch über eine längere Zeit nicht mehr arbeitsfähig waren. Dies zeigt, dass es jeden Landwirt treffen kann. Jeder sollte sich Gedanken machen, wie sein Betrieb in einer solchen Situation kurzfristig weiterlaufen könnte. Diese Probleme können teilweise familienintern oder durch Bekannte gelöst werden. Wenn dies jedoch nicht möglich ist, kann der Betriebshelferdienst eine gute Alternative sein, da die Betriebshelfer auf solche Einsätze geschult sind und auch die nötige betriebsspezifische Erfahrung mitbringen. Weiter wurde erfasst, was Landwirte vom Angebot eines Betriebshelferdienstes halten. 94 Prozent der Befragten finden dieses Angebot gut, bis sehr gut. Knapp die Hälfte aller befragten war sehr zufrieden mit dem Einsatz eines Betriebshelfers. Nicht zufrieden mit dem Einsatz waren 10 Prozent der Landwirte. Dies ist ein Punkt, der künftig reduziert werden soll.

Die MBR-Thurgau AG bedankt sich bei allen, die sich bei der Umfrage beteiligt haben. Durch ihre Mithilfe kann der Betriebshelferdienst für die Zukunft fit gemacht werden, um ihren Ansprüchen gerecht zu werden.
Wie sich der Betriebshelferdienst im Thurgau definitiv ausrichten wird, kann im Herbst bekanntgegeben werden. Die Gewinner des Wettbewerbs werden ebenfalls in diesem Zeitraum ermittelt.


Ralf Hahn,
MBR Thurgau.




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