Ausgabe Nummer 1 (2008)
Neue bäuerliche Verbandsstrukturen werden begrüsst
104 Millionen Franken für Direktzahlungen, Anbau- und Ökoqualitätsbeiträge
Die Mitglieder des Thurgauer Verbands für Landtechnik beauftragen ihren Vorstand mit einer Konsultativabstimmung, den eingeschlagenen Weg zur Integration in die neuen Strukturen des Thurgauer Bauernverbands weiterzugehen.Wie Hansjörg Uhlmann, der die Generalversammlung im Casino Frauenfeld zum ersten Mal präsidierte, erklärte, hat sich der Vorstand des Thurgauer Verbands für Landtechnik (TVLT), eingehend mit den vorgesehenen, neuen Strukturen des Thurgauer Bauernverbands (TBV), befasst. Der TVLT sei mit Ueli Niklaus und Armin Burgdorfer in der Arbeitsgruppe für die Reorganisation des TBV vertreten. Der TVLT habe bei der Vernehmlassung für die Revision der landwirtschaftlichen Verbände im Thurgau zu den Statuten und Reglementen Stellung bezogen und dabei Verbesserungen erzielt. Nach anfänglicher Skepsis stehe der TVLT-Vorstand zur Reorganisation des TBV, betonte Uhlmann. Burgdorfer nannte sechs Gründe, weshalb die neuen Strukturen des TBV Sinn machen. So die Personalprobleme in den einzelnen Verbänden und der stetig sinkende Mitgliederbestand. Mit der neuen Struktur sei es möglich, dass Veränderungen in der Landwirtschaft früh erkannt werden können. Weitere Vorteile sieht Dübendorfer bei den Finanzen und der Nutzung von Synergien. Zudem könne sich der TVLT an der Reorganisation des TBV aktiv beteiligen.
Uneingeschränkter Aktionsradius im Fachbereich Andreas Binswanger, Präsident TBV, betonte, dass die bisherigen Fachverbände in ihrem Fachressort einen uneingeschränkten Aktionsradius haben. Als weiteren Vorteil der neuen Strukturen nannte Binswanger die politische Interessenvertretung durch einen starken Verband, welcher die gesamte Thurgauer Landwirtschaft repräsentiere. Mit 42 Ja zu 6 Nein beauftrage die Generalversammlung den Vorstand, die Reorganisation des TBV weiter mitzuentwickeln. Über einen definitiven Beitritt des TVLT zum TBV mit seinen neuen Strukturen wird an einer nächsten Versammlung abgestimmt.
In seinem Grusswort lobte Regierungsrat Claudius Graf-Schelling den TVLT. Mit seinem vielseitigen Kursangebot und der Zusammenarbeit bei den Bremsprüfungen für landwirtschaftliche Fahrzeuge leiste der TVLT einen wichtigen Beitrag zur Strassensicherheit.
Thurgauer Ammoniakprojekt vorgestellt
Im Nachmittagsprogramm informierten Hans Stettler, Chef Landwirtschaftsamt, und Martin Huber, Leiter Betriebsberatung BBZ Arenenberg, über das Pilotprojekt zur Steigerung der Effizienz der Hofdünger durch Reduktion der Ammoniakverluste. Ziel der Thurgauer Ammoniakkommission sei es, in den nächsten 10 bis 15 Jahren gegenüber dem Jahr 2000 eine Reduktion von Ammoniak-N von rund 42 Prozent zu verwirklichen. Um das Projekt zu fördern, sei ein finanzieller Anreiz geschaffen worden. Laut Stettler ist in den kommenden sechs Jahren ein Flächenbeitrag von 45 Franken pro Hektare vorgesehen, auf welcher Gülle mit einem Schleppschlauch ausgebracht werde. Laut Huber ist schon lange bekannt, dass Gülle im Laufhof und Gülle, die verspritzt werde, für Stickstoffverluste und Ammoniakemissionen sorge. Deshalb mache eine Änderung beim Ausbringen von Hofdünger und im Laufhof Sinn. Huber hofft, dass im 2008 rund 600 Betriebe Schleppschlauchverteiler einsetzen. Die Bauern würden bei Schleppschlauchprojekten, aber auch in der Reinigung des Laufhofes durch die Beratung des BBZ Arenenberg unterstützt. Die Ammoniakprojekte werden bei Anlässen der Beratungsvereine von Agro Beratung Thurgau vorgestellt, betont Huber. Im März wird an drei «Laufstallstamm-Extra» sowie im Mai an einem Informationsanlass des TVLT, der Agro-Beratung und des BBZ informiert.
Mario Tosato
104 Millionen Franken Direktzahlungen
Wie Hans Stettler, Chef Landwirtschaftsamt, an der Generalversammlung des Thurgauer Verbands für Landtechnik bekannt gab, konnte das Landwirtschaftsamt Thurgau per 29. November fristgerecht 104 Millionen Franken (2006: 98,5 Millionen Franken) Direktzahlungen, Anbau- und Ökoqualitätsbeiträge an die Bauern ausbezahlen. Die Differenz gegenüber dem Vorjahr begründet Stettler mit der neuen «Milchkuhprämie ». Per Ende Dezember wurden feuerbrandgeschädigte Obstbauern für Rückschnitte und Rodungen sowie 53 Gemeinden von 80 Gemeinden für die Feuerbrandbekämpfung mit 10,3 Millionen Franken entschädigt. Der Bund beteiligt sich an diesen Kosten mit 50 Prozent. (tos)

Martin Huber, Hansjörg Uhlmann und Hans Stettler (von links) informierten über die neuen Verbandsstrukturen und das Ammoniakprojekt. (tos)
