Thurgauer Bauer

Aktuelle Ausgabe vom
11. September 2020


Neue Hagelabwehrschützen in der Ostschweiz

Ausgabe Nummer 14 (2013)

Vor kurzem besuchten neun Hagelabwehrschützen den Theoriekurs in Niederbüren und bestanden anschliessend die Prüfung unter Aufsicht des Schweizerischen Hagelschutzvereins.

Am Morgen erfuhren die neun Kandidaten Details zur Hagelabwehr in der Ostschweiz. Der Hagelabwehrverband Ostschweiz arbeitet seit 1999 nach neuen Erkenntnissen und einem neuen System im Kampf gegen schwere Hagelwetter. Die Jahre 1999 bis 2007 waren für den Verband eine Versuchsphase; während dieser Zeit wurden viele Auswertungen gemacht. Die Schadenverläufe bestätigten den Hagelabwehrschützen, dass sie auf dem richtigen Weg sind und ihre Arbeit weiterführen sollen. Seit 1999 sind sie in Teilen des Kantons Thurgau aktiv. Zur Zeit sind rund 220 Hagelabwehrschützen im Einsatz. Im Jahr 2004 haben sich verschiedene St. Galler Gemeinden von Wittenbach bis Zuzwil dem Verband angeschlossen.

Hagelschäden, ein Problem, das alle betrifft
In unserer modernen Welt richten Hagelgewitter immer wieder enorme Schäden an. Innert wenigen Minuten werden Privatgärten, Autos, Dächer, Glasbauten und Scheiben, aber auch ganze landwirtschaftliche Kulturen und Gewächshäuser in immer grössere Mitleidenschaft gezogen oder gar arg zerschlagen. Schäden in der Grössenordnung von weit mehr als einer Million Franken bei einem einzigen Ereignis sind dabei keine Seltenheit.

Hagelabwehrverband arbeitet an einer Lösung
1999 hat der Hagelabwehrverband die Abwehrmassnahmen komplett neu ausgerichtet. Eine wissenschaftlich betreute Hagelabwehr während 20 Jahren in einem grossen süddeutschen Gebiet liefert die Überzeugung, dass mit Silberjodid und einem geschlossenem Abwehrgebiet die Hagelschäden auf ein Minimum reduziert werden können. Das Impfen der Wolken mit Silberjodid bewirkt pro Rakete eine sofortige Bildung von Milliarden zusätzlicher Kondensationskerne, welche dadurch kleiner bleiben und im freien Fall zum Boden wieder auftauen können.

Von den Erfahrungen profitieren
Jürg Thüring von der Firma Spacetec GmbH, Oberengstringen, erklärte die neu entwickelte Rakete, die noch bessere Resultate erzielen soll. Matthias Jung, Betreuer der Schützen, und Albert Stäheli, Aktuar und Materialverwalter, berichteten über ihre Erfahrungen mit den Raketen. Am Nachmittag mussten die Kursteilnehmer unter der Aufsicht von Werner Keller, Präsident der Prüfungskommission des Schweizerischen Vereins für Hagelabwehr, selbst eine Rakete zünden. Alle neun Kandidaten haben die Prüfung bestanden.


Mario Tosato







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