Ausgabe Nummer 9 (2006)

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Neue Organisationsstruktur der Thurgauer Landwirtschaft?

Brauchen die landwirtschaftlichen Organisationen im Thurgau eine neue Organisationsstruktur?


Regionalkonferenzen zur Reorganisation


Vieles ist heute im Wandel, gerade auch im Bereich der Landwirtschaft. Anpassungen, neue Lösungsansätze sind nötig, wenn man in einem veränderten Umfeld bestehen will. Was gestern gut war, genügt heute vielleicht nicht mehr, vermag seinen Zweck nicht mehr optimal zu erfüllen.

Diese Feststellungen gelten auch für landwirtschaftliche Organisationen im Kanton Thurgau. Die heutigen Strukturen sind gewachsen. Sie haben sich entwickelt aus der jeweiligen Situation heraus, aus der Notwendigkeit, für eine bestimmte Aufgabe, für bestimmte Fragen und Bedürfnisse eine möglichst pragmatische Lösung zu treffen. Daraus hat sich mit der Zeit ein relativ komplexes Gebilde entwickelt, das zwar funktioniert. Aber funktioniert es noch optimal? Und vor allem: Ist es geeignet, um die Herausforderungen der Zukunft, die auf die Thurgauer Bauernfamilien zukommen, zu meistern? Diese Fragen haben sich auch Vorstand und Präsidentenkonferenz des Thurgauer Bauernverbandes gestellt. Im Rahmen einer Bestandesaufnahme haben sie über 30 Verbände, Organisationen, Kommis-sionen und Institutionen aufgelistet, die sich alle irgendwie für die Thurgauer Landwirtschaft oder einen Teil davon engagieren. Und sie alle stehen in irgendeiner Beziehung zueinander. Da lässt sich leicht abschätzen, wie viel es da abzugrenzen, abzusprechen, zu informieren und zu koordinieren gibt. Und es lässt sich auch leicht vorstellen, wie viele Doppelspurigkeiten, Informationspannen, Zuständigkeitsdiskussionen oder gar Interessenkonflikte da entstehen können. Der Vorstand hat deshalb eine Arbeitsgruppe aus Vertretern verschiedener Unterverbände damit be-auftragt, zu prüfen, welche Organisationsstruktur den Bedürfnissen der heutigen Thurgauer Bauernfa-milien am besten entsprechen würde. Ziel soll es nicht nur sein, offensichtliche Überschneidungen und Doppelspurigkeiten zu beseitigen, sondern eine effiziente Struktur zu schaffen, in welcher die bisherige Wirkung mit weniger Kosten oder - wohl noch nötiger ? mit gleichen Kosten mehr Wirkung erzielt wird. Solche Veränderungen können nicht einfach von der Verbandsspitze herab beschlossen werden. Sie müssen auch von der Basis, von den Bäuerinnen und Bauern selbst, mitgetragen werden. Sie müssen überzeugt sein, dass eine neue organisatorische Lösung ihnen mehr Nutzen bringt, dass ihre Anliegen weiterhin oder noch verstärkt Gehör finden, und dass sie in einer demokratisch abgestützten Verbandsstruktur ihr Mitspracherecht wahrnehmen können. Der Vorstand hat noch keine Beschlüsse gefällt. Er möchte vorher die Basis in die Meinungsbildung einbeziehen, und im Rahmen einer Vernehmlassung die bisherigen Überlegungen und Vorschläge zur Stellungnahme unterbreiten. Vorgängig sollen aber aus erster Hand die nötigen Grundinformationen dazu vermittelt werden. Zu die-sem Zweck werden die Bäuerinnen und Bauern Ende März zu vier Regionalkonferenzen eingeladen:

Mittwoch, 22. März 2006, 20 Uhr, Restaurant Löwen, Sirnach

Donnerstag, 23. März 2006, 20 Uhr, Restaurant Kanönli, Frauenfeld

Donnerstag, 30. März 2006, 20 Uhr, Restaurant Kreuzstrasse, Märstetten

Freitag, 31. März 2006, 20 Uhr, Restaurant Seelust, Egnach

Der Präsident des Thurgauer Bauernverbandes, Andreas Binswanger, und der Projektberater, Dr. Christoph Tobler, Arbon, werden den Handlungsbedarf, die bisherigen Erkenntnisse der Projektgruppe und der Präsidentenkonferenz sowie einen vorläufigen Lösungsvorschlag vorstellen und erläutern.

Christoph Tobler