Ausgabe Nummer 40 (2004)

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Neue Regelung über weisse Abzeichen sorgt für Unmut

Fohlenschau in Sulgen
 
Neue Regelung über weisse Abzeichen sorgt für Unmut
 
Am vergangenen Samstag fand in der Reithalle in Sulgen die traditionelle Fohlenschau der Freibergerpferde statt.
 
Das Siegerfohlen Lika überzeugte den Richter mit ihrem weiblichen Charme, dem korrekten Fundament und ihrem ausgiebigen Gang. (uhu)
 
Weil auf der Fohlenweide in Weinfelden, dem üblichen Austragungsort der Schau, die Druse ausgebrochen war, griff die Pferdezuchtgenossenschaft Thurgau auf die Reithalle in Sulgen zurück. Freundlicherweise wurde diese von Sascha Stauffer zur Verfügung gestellt.
Insgesamt wurden knapp 60 1&Mac218;2jährigen Saugfohlen im Trab, bei Fuss der Stuten, dem Experten vorgeführt. Bewertet wurden die Gesamterscheinung (Typ), der Körperbau und der Gang. Wobei jeweils das erreichbare Maximum 9 Punkte war. Laut dem Präsidenten der Thurgauer Pferdezuchtgenossenschaft, Walter Egloff. ist vor allem der Trab wichtig, da Freiberger oft eingespannt werden.

Weisse Abzeichen
Viele Züchter ärgerten sich über eine neue Regelung des Schweizer Freibergerzuchtverbandes, nach der es Abzüge von maximal vier Punkten für grosse weisse Abzeichen an Kopf und Beinen gab. «Die weissen Abzeichen nahmen in den letzten Jahren zu. Die Idee hinter dieser Regelung ist, dass der Freiberger an seiner Farbe erkennbar sein sollte», begründet Egloff dies. Einige Anwesende erinnerten sich, dass es vor fünfzig Jahren fast keine Freiberger mit grossen weissen Abzeichen gab. Die meisten waren braun mit schwarzer Mähne und schwarzen Fesseln. Durch die Einzucht mit Fremdblut wurde der Freiberger leichter, bekam aber auch mehr weisse Abzeichen. Der leichte Typ soll beibehalten werden, jedoch sollen die weissen Abzeichen wieder weggezüchtet werden.

Geschorene Mähnen
Viele Fohlen hatten geschorene Mähnen, ein Markenzeichen der Freiberger. Damit wird erreicht, dass der eher kräftige Hals der Pferde etwas schmaler und eleganter wirkt. Einige Fohlen waren sauber herausgeputzt, bei anderen hätten ein paar Striche mit der Bürste wohl zu einem besseren Gesamteindruck beitragen können. Damit ein Fohlen Papiere erhält, muss es an der Fohlenschau vorgeführt werden.
Auch wurden fünf stramme Hengste, zum Teil Väter der gezeigten Fohlen, vorgeführt. Eine ausgezeichnete Gelegenheit für die Hengsthalter, die Qualität ihrer Beschäler unter Beweis zu stellen. Gemäss einer neuen Regelung sind die Zuchthengste jedes Jahr vorzuführen.

Tagessiegerin Lika
Alle Fohlen mit 21 Punkten und mehr wurden am Nachmittag im Rappel noch einmal vorgeführt. Als bestes Fohlen mit einer Note von 9 für den Typ und je 8 für Körperbau und Gang wurde das Fohlen Lika gekürt. Den Richter Stefan Künzli beeindruckte vor allem ihr Ausdruck, der weibliche Charme, ihr korrektes Fundament und der raumgreifende Gang. Lika stammt vom Hengst Calif ab und wurde von Paul Brühwiler aus Oberbüren gezüchtet.
Der Richter ermunterte die Anwesenden, weiterhin in der Zucht aktiv zu bleiben. Der Absatz für Freiberger ziehe im Moment wieder an. Jedoch sei ungewiss, wie der Markt in drei Jahren aussehe, wenn die jungen Pferde eingeritten und eingefahren sind. Doch ist der Richter überzeugt, dass ein Pferd mit einem guten Charakter und einem korrekten Körperbau immer einen Platz finden wird.

(uhu)
 
 
 
 
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