Thurgauer Bauer

Aktuelle Ausgabe vom
6. Juli 2018


Neue Trends sind eindeutig

Ausgabe Nummer 24 (2017)

GV von Agro Marketing Thurgau

«Frei von», fettarm, protein- und faserrreich, ohne Zusatzstoffe usw., solche Lebensmittel wünschen sich Konsumenten. An der GV von Agro Marketing Thurgau erklärte Andreas Kilchör diese Trends.

«Innovation ist ein willentlicher und gezielter Veränderungsprozess hin zu etwas Erstmaligem, Neuem», sagte Andreas Kilchör an der GV von Agro Marketing Thurgau. Dabei wies der Dozent für Lebensmitteltechnologie an der ZHAW auf den Weg von der Idee über die Entwicklung und die Prüfung bis zum Auftritt auf dem Markt hin. Dazu gehören aber auch Erweiterungen wie neue Geschmacksrichtungen, Farben, Formen und Grössen bei der Verpackung sowie neue Zutaten und neuer Nutzen. Als Beispiel nannte er die Girolle für den Tête de Moine, die sich ab 1982 durchsetzen konnte.

Die Trends erkennen
Wichtig für Innovationen ist aber auch die Ausgangslage. Dabei erklärte der Referent, dass der Konsum zu Hause ständig zurückgehe. Die Verpflegung unterwegs rücke in den Vordergrund. Sie soll aber ebenso bekömmlich und gesund sein wie zu Hause. Er wies zudem auf den gesättigten Markt hin, in dem es meist um Verdrängung gehe. Deshalb sei es entscheidend, die Trends zu erkennen. Eine gute Möglichkeit seien Untersuchungen neuer Produktlancierungen. Dabei zeigte sich, dass zwölf Prozent solcher neuen Produkte auf den Verzicht von Zusatzund Konservierungsstoffen setzen. Rund zehn Prozent bewegen sich im Bereich Allergenbewusstsein. Bio, glutenfrei, lactosefrei, fettreduziert, ohne Zuckerzusatz, gute Quelle von Nahrungsfasern usw., kommen vor.

Proteine sind gefragt
Aber auch Produkte mit viel Protein haben eine zunehmende Bedeutung. Kilchör zeigte, dass deren Anzahl von 2013 auf 2014 in Westeuropa stärker zugenommen hat als zum Beispiel Vollkornprodukte. «Viele Konsumenten wissen, dass Molkereiprodukte eine gute Quelle von Protein sind. Das gibt Spielraum, um sie noch mehr in diese Richtung zu lenken.» Er nannte aber auch ungesättigte Fette, funktionale und doch natürliche, vegetarische und vegane Lebensmittel. «Allgemein werden Gesundheit, Natürlichkeit, Regionalität, frisch vom Bauernhof usw., immer wichtiger. Es geht um gesunde Lebensmittel für jedes Alter. Dies alles wird am besten mit einem Zusatznutzen verbunden, zum Beispiel mit einer Geschichte hinter dem Produkt.»

Neue Technologien
Für die Zukunft erwartet Andreas Kilchör zum Beispiel individualisierte Lebensmittel. «Die Nanotechnologie dürfte zum Einsatz kommen, aber auch der 3D-Drucker», sagte er. Bei der Haltbarmachung erwähnte er neue Technologien wie die Hochdruckbehandlung, welche Pasteurisieren ohne Erhitzung ermöglicht. In diesen Bereich gehöre auch der Ultraschall. Diese Verfahren seien heute aber noch viel zu teuer. Klar war für ihn, dass alle diese Entwicklungen Erscheinungen des Wohlstandes sind.


Martin Brunner










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