Thurgauer Bauer

Aktuelle Ausgabe vom
17. Mai 2019


Neugier wecken - Erkenntnisse weitertragen

Ausgabe Nummer 10 (2019)

DV 2019 Verband Thurgauer Bienenzüchtervereine (VTB) in Weinfelden

Die Wahl der Bienenbehausung, das korrekte Vorgehen bei Verdacht auf Sauerbrutbefall oder Erfahrungsberichte über Imker im angrenzenden Ausland sind nur einige der Themen, die Imker beschäftigen.

Der Gastreferent an der DV, Max Meinherz aus Grabs (SG), trägt die redaktionelle Gesamtverantwortung für die «Schweizerische Bienen-Zeitung» (SBZ) und gab Einblicke in die Herstellung einer einzelnen Ausgabe. Er schilderte, die Herausforderung bestehe darin, eine Leserschaft anzusprechen, die nicht mehr den einstigen, klischierten Vorstellungen über Imker («nur» Lehrer, Pfarrer oder bärtige ältere Männer) entspricht. «Imkerinnen und Imker finden sich in allen Generationen, sie sind in völlig unterschiedlichen Berufen tätig und aus allen Schichten. Und vermehrt spüren wir den Trend hin zu einer jungen Generation von Imkerinnen», so Max Meinherz. Es sind schätzungsweise über 14 000 Imkerinnen und Imker in der deutschen und rätoromanischen Schweiz, welche die SBZ als eine Art Sprachrohr für ihre Interessen und Anliegen betrachten. «Es stand auch schon zur Diskussion, ob sich die SBZ für eine breitere Leserschaft öffnen sollte. Die Strategie von , der Herausgeberschaft der SBZ, hat sich darauf festgelegt, dass sich unsere Fachpublikation auch künftig ausschliesslich an die Imkerschaft richten soll.» Die Hälfte aller Imker und Imkerinnen hat durchschnittlich 10 Völker, zirka 8 % der Männer betreut mehr als 41 Völker: Ein kleiner Teil der Imker züchtet selbst Königinnen.

Was interessiert 10- bis 70-jährige Imker?
Max Meinherz ermutigte die Vereinsvertreter des VTB, selbst Beiträge für die SBZ zu verfassen. Diese seien die beste Werbung für die Vereine. «Es lohnt sich, den Einstieg in einen Beitrag gut zu überlegen und sich die sieben «W»-Fragen (wer, was, wann, wo, wie, warum, wozu) im Sinne von offenen Fragen zu stellen, die nicht einfach nur mit «Ja» oder «Nein» zu beantworten sind. Wenn Sie Ihren Beitrag als Geschichte erzählen und nicht nur eine Chronologie schildern, findet dies mehr Anklang. Als Leser zieht man gerne Vergleiche im Sinne von: Sieht dies der andere auch so wie ich?», meinte Max Meinherz. Als Beispiel dafür schilderte er den Bericht einer Imkerin, die erzählte, wie sie den Verlust ihrer Bienen durch Faul- und Sauerbrut erlebte. Themen zur naturnahen Imkerei, neue Ansätze in der Imkerei, Tipps und Tricks sowie Landwirtschaft und Bienen stossen auf grosses Interesse. Wissenschaftliche Beiträge werden in der SBZ so aufbereitet, dass sie für jeden Leser verständlich sind. Themen zur Bienengesundheit oder zur Völkererneuerung beschäftigen die Imker konstant. «Von einer Mitgliederzeitung wie der SBZ werden verlässliche Empfehlungen erwartet. Diese stellt in einer schnelllebigen Zeit mit ihrer Informationsflut für die Leser einen ruhenden Gegenpol dar; denn sie kann, wie ein Nachschlagewerk, bei Bedarf immer wieder zurate gezogen werden.»


Isabelle Schwander










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