Thurgauer Bauer

Aktuelle Ausgabe vom
19. Oktober 2018


Nmin-Aktion Getreidebau 2015

Ausgabe Nummer 7 (2015)

Mit Nmin-Probe die N-Effizienz verbessern

Im Boden ist immer – selbst nach dem Winter – eine gewisse Menge mineralischer Stickstoff (Nmin) vorhanden. Dieser steht den Pflanzen direkt zur Verfügung und braucht nicht mehr mit Dünger zugeführt zu werden. Somit stellt sich für die Bemessung der ersten N-Gabe im Getreide die Frage, wie hoch dieser aktuelle Bodenvorrat an Nmin ist.
Will man das effektive Angebot einer Parzelle wissen, kann es mit einer Nmin-Probe gemessen werden. Unter Berücksichtigung des Nmin-Vorrats im Boden kann dann die Düngermenge optimal auf den aktuellen Pflanzenbedarf abgestimmt werden.
Mit Schätzmethoden kann das N-Angebot nur ansatzweise aufgrund von Faktoren wie Humusgehalt, Durchlüftung des Bodens, Vorkultur, Einsatz organischer Dünger, Winterniederschläge, eigenen Erfahrungen, usw. grob abgeschätzt werden.

Nmin-Vorräte von 9 bis 66 kg N/ha
Der Rückblick auf die Nmin-Gehalte der letzten beiden Frühjahre zeigt, dass das N-Angebot sehr parzellenspezifisch ist. Die Nmin-Gehalte streuten 2013 zwischen 14 und 53 kg und 2014 zwischen 9 und 66 kg N pro ha (siehe Abbildung 1). Es gibt auch Jahre mit Höchstwerten von über 100 kg N/ha. Bei tiefen Nmin-Gehalten waren erhöhte N-Gaben angezeigt, bei hohen Nmin-Gehalten genügten bereits geringere N-Gaben und Dünger konnte ohne Ertragseinbusse eingespart werden.

In welchen Fällen ist eine Nmin-Untersuchung bei Getreide sinnvoll?
Eine Nmin-Untersuchung kann sich lohnen:
– insbesondere bei Weizen und Triticale
– nach Vorkulturen, welche relativ viel Stickstoff hinterlassen
   (Kartoffeln, Mais, Leguminosen, Wiesland ...)
– in Parzellen, welche oft mit Hofdüngern gedüngt werden
– in Parzellen mit mittlerem bis schwerem Boden
– in humusreichen Böden
– zur Ergänzung und Bestätigung der eigenen Beobachtungen
– zur Erweiterung der eigenen Erfahrungen.

Probenahme kurz vor Vegetationsbeginn
Das Bodenlabor Arenenberg bietet Gelegenheit, Nmin-Proben zu preiswerten Konditionen (Fr. 35.– pro Parzelle) untersuchen zu lassen.
Die fachgerechte Entnahme einer Nmin-Probe ist problemlos zu bewerkstelligen. Beim Wintergetreide ist der Probezeitpunkt kurz vor Vegetationsbeginn. Bei den Nmin-Sammelstellen (siehe Tabelle) erhalten Sie alles notwendige Material zur Entnahme der Proben. Für die maschinelle Probenahme wenden Sie sich direkt an die Lohnunternehmer mit entsprechendem Angebot.
Zur Unterbindung der N-Mineralisation sind die entnommenen Bodenproben ständig zu kühlen (das heisst maximal 4 °C). Werden die Proben vor dem Sammeltag entnommen, beziehungsweise länger als zirka 36 Stunden bei maximal 4 °C gelagert, sind sie einzufrieren und gefroren bei der Sammelstelle abzugeben.
Dienstags (17./24. Februar/3.März) werden die Proben bei den Sammelstellen um 14 Uhr abgeholt und am Folgetag im Bodenlabor des BBZ Arenenberg untersucht. Bis Freitag sind Sie dann im Besitz der Untersuchungsergebnisse (A-Post).

– Bitte vor Abholung des Materials für die Probenahme die
   Sammelstelle kontaktieren.

– Sammeltouren an den Dienstagen 17./24. Februar/3. März,
   Abholung der Proben jeweils um 14.00 Uhr.


Beim Bodenlabor kann das Material für die Probeentnahme jederzeit abgeholt werden. Die Proben werden an den Messtagen (Mittwochmorgen) analysiert.


BBZ Arenenberg,
Gregor Affolter,
Tel. 071 663 32 15













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