Ausgabe Nummer 30 (2004)
Obstbau weiterhin im Aufwärtstrend
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Obstbau weiterhin im Aufwärtstrend
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| Der Thurgauer Ostbau will nicht nur bei Tafel- und Mostobst die Spitzenposition bewahren, sondern auch Anteile am Schweizer Markt bei Tafelkirschen, Tafeltrauben und seit neustem auch bei Aprikosen gewinnen. | ||
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| Die Bedeutung des Thurgauer Obstbaus wurde am grossen Aufmarsch von Fachjournalisten aus der ganzen Schweiz, der Regionalpresse, Radio DRS, Tessiner Radio und dem deutschen Südwestfernsehen am gestrigen Sommer-Medienanlass des Informationsdienstes des Kantons Thurgau sichtbar. Besucht wurde der Obstschulbetrieb des Landwirtschaftlichen Bildungs- und Berufszentrums (LBBZ) Arenenberg in Uttwil. Nach Angaben von Bruno Hugentobler, Leiter Fachstelle Obst- und Rebbau am LBBZ, bewirtschaften rund 600 Bauernbetriebe niederstämmige Obstkulturen fast ausschliesslich für die Tafelobstproduktion. 2000 Bauernbetriebe pflegen hochstämmige Obstbäume in traditioneller Art für die industrielle Produktion. 80 Millionen Franken Endrohertrag Wie Hugentobler berichtet, ist der Obstbau der zweitwichtigste Erwerbszweig der Thurgauer Landwirtschaft hinter der Milchwirtschaft. Allein aus der Obstproduktion resultiert ein Endrohertrag von durchschnittlich 80 Millionen Franken pro Jahr. Von der durchschnittlichen gesamtschweizerischen Jahresernte von 137000 Tonnen Tafeläpfel stammen 43100 Tonnen oder 31 Prozent aus dem Thurgau. Bei den 130000 Tonnen Mostäpfeln werden 57800 Tonnen oder 44 Prozent im Thurgau produziert. Bei den Zwetschgen der Sorte Fellenberg kommen ebenfalls rund 50 Prozent der Produktion aus dem Thurgau. Kirschen der Extraklasse Bei den Kirschen sind die Hauptproduk-tionsgebiete die Nordwest- und die Innerschweiz. Doch können diese nicht den ganzen Schweizer Markt abdecken, was zu Importen führe, wie Hugentobler erklärt. Martin Keller, Betriebsleiter LBBZ Obstschulbetrieb, freut sich, dass im letzten Jahr rund 30 Prozent der Tafelkirschen der Klasse «Extra» aus dem Thurgau stammte. Bei der Sortenwahl wurde auf grosse Kirschen, Aroma und Fruchtfleisch geachtet. Eine niederstämmige Kirschenanlage hat in der Regel eine Lebensdauer von 15 bis 20 Jahren. Niederstämmige Anlagen haben neben einer einfacheren Ernte (Unfallgefahr bei Hochstämmen) auch den Vorteil, dass sie überdacht werden können und somit die Lieferbereitschaft während der Saison gewährt werden kann. Die beiden Experten glauben, dass die bisherige Nischenproduktion bei Kirschen im Thurgau professionalisiert und wirtschaftlich ausgebaut wird. Erntemaschine aus dem Thurgau Aus diesem Grund wurde vom ehemaligen Betriebsleiter des LBBZ-Obstschulbetriebs, Leo Lemmenmeier, eine Erntemaschine für Tafelkirschen entwickelt. Der Prototyp «Lemki 1» ist bereits in Betrieb. Die Kirschen werden von den Pflückerinnen und Pflückern in Rohrarme gelegt, wo sie schonend kalibriert werden. Per Förderband gelangen die Kirschen zu Kontrollpersonen, die auf der Maschine sitzen, welche die Kirschen in Gebinde abpacken. Die oberen Regionen der Baumkronen werden von Pflückern, die mit Stelzen ausgerüstet sind, geerntet. Mario Tosato |
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