Ausgabe Nummer 33 (2006)
Oldtimer liessen Herzen höher schlagen
Tänikon stand im Zentrum von poliertem Chrom und rauchende Traktoren
Trotz strömendem Regen bestaunten an der 4. Internationalen Agro-Oldtimer-Show zirka 10 000 Besucher die rund 600 sehenswerten Traktoren und Landmaschinen.Bereits zum vierten Mal luden die Freunde alter Landmaschinen Sektion Ostschweiz und der Förderverein Agrotechnorama Tänikon TG zur Internationalen Agro-Oldtimer-Show ein. Vor fünf Jahren wurde die Veranstaltung von gegen 25 000 Zuschauerinnen und Zuschauern besucht. Strömender Regen und zahlreiche Konkurrenzveranstaltungen in der Region verhinderten einen Grossaufmarsch, so dass sich die Organisatoren mit 10 000 Interessierten begnügen mussten. Diese bereuten aber ihr kommen nicht, sahen sie doch alte Traktoren und Landmaschinen, die mit viel «Herzblut», Kenntnis und Professionalität restauriert wurden.
Raritäten professionell restauriert
Als Höhepunkte der Veranstaltung nannte Thomas Anken, Präsident Agrotechnorama Tänikon und Mitglied des Organisationskomitees, die vielen Raritäten von Standmotoren, professionell restaurierte kleine «Traktörli». Gerade in diesem Bereich werde das grosse Know-How dafür sorgen, dass dieses Kulturgut erhalten bleibe und weiter lebe. Auf grosses Interesse stiess einmal mehr die Motrac-Show, hier wurden einzelne Motrac-Modelle gar nachgebildet. Selbstverständlich haben auch die bekannten Marken wie Hürlimann, Bucher, Deutz, Fendt, Meili, Köpfli, Bührer und andere ihre Fans. Gerade älter Besucher trauern heute noch Schweizer Traktoren nach, welche durch die ausländische Konkurrenz verdrängt wurden. «Immer wieder eindrücklich sind die vielen ?Holzvergaser?, die gerade bei der heutigen Energieverknappung als Technologie wieder interessant werden könnten», sagte Anken. Auf grosses Interesse stiess die Seilerei, wo die Besucher Gelegenheit hatten ihr eigenes Seil herzustellen. Kinder konnten sich im Strohflechten üben. Damit erhielten die Besucher einen Einblick in Naturfasern, die heute teilweise vergessen sind. Ein Spektakel bot auch das Heizen der Bulldoggs.
Seltenes Ochsengespann am Werk
Bewunderer fand auch das Ochsengespann mit den beiden 1000 Kilogramm schweren Ochsen Fritz und Falk von Hans Klauser aus Appenzell. Eine Rundfahrt mit diesem Ochsengespann wurde zum unvergesslichen Erlebnis. Zu sehen waren auch Schmiede bei ihrer Arbeit. Anken freute sich auch über den Besuch der Bulldoggfreunde aus dem bayrischen Pflugdorf, welche die Oldtimer-Show als mehrtägige Ausfahrt nutzen. Freude bereiteten ihm auch die vielen Besucher aus dem Süddeutschen Raum.
Mario Tosato

Die Holzvergaser beeindrucken immer wieder, gerade bei der heutigen Energieverknappung stossen sie auf Interesse. (tos)
