Ausgabe Nummer 42 (2006)
OLMA 2006 mit Thurgauer Erfolgsgeschichten
Olma ? eine wichtige Messe für die Thurgauer Bauern
Nach den Beobachtungen von Andreas Binswanger wird die Olma von Thurgauerinnen und Thurgauern sehr gut besucht. Mit dem «Halbhartkäse Alp Siez» wurde Käsermeister Andreas Züger aus Tobel an der 6. Olma Alpkäse-Prämierung mit dem 1. Preis ausgezeichnet. Am Samstagabend fand das 100. «Säulirennen» - eine Thurgauer Erfindung - statt.«Die Olma ist neben der Wega für die Thurgauer Landwirtschaft die wichtigste Messe», stellt Andreas Binswanger Präsident des Thurgauer Bauernverband fest. Seit 1977 ist er regelmässig an der Olma an Ständen von landwirtschaftlichen Firmen oder bäuerlichen Organisationen im Einsatz. Nach seinen Beobachtung hat sich die Olma in den letzten Jahren stark gewandelt, denn heute sei die Messe nicht mehr für die Bauern um sich über die neusten landwirtschaftlichen Maschinen orientieren oder Traktoren kauften. Vielmehr sei die Olma eine Plattform für die Land- und Ernährungswirtschaft geworden, um sich den Konsumentinnen und Konsumenten zu präsentieren. Um mit den Konsumenten ins Gespräch zu kommen seien Wettbewerbe ein ideales Mittel. Dabei können die Bauern und Bäuerinnen die Besucher und Besucherinnen auf ihre Probleme aufmerksam machen, ihnen aber gleichzeitig die Vorteile der regionalen Produktion vorstellen. «Die Olma wird deshalb nicht nur von den Bauern aus dem Thurgau besucht. Ich erkenne jeweils auch sehr viele Thurgauer Konsumentinnen und Konsumenten», stellt Binswanger fest.
Andreas Züger siegte in der Kategorie Halbhartkäse
Gross war die Verblüffung bei den Insidern, als bei der mit 20 000 Franken dotierten 6. Olma Alpkäse-Prämierung, der aus Tobel stammende Andreas Züger in der Kategorie Halbhartkäse mit seinem «Halbhartkäse Alp Siez» von einer Fachjury zum Sieger erkoren wurde. Züger ist in der Dorfkäserei seiner Eltern in Tobel aufgewachsen. Nach seiner Lehre als Käser arbeitete er über fünf Jahren in der Käserei Lustdorf. Danach war er ein halbes Jahr bei seinem Onkel beschäftigt, der in Amerika eine Käserei besitzt. Nach der Molkereischule folgte die Meisterprüfung in Savognin. Danach folgte nochmals ein dreijähriger beruflicher Aufenthalt in den USA. Neben der Alp Siez, welche der Gemeinde Mels gehört, hat er seinen zweiten Wohnsitz in Tobel. Es sei schwer den eigenen Käse vorzustellen lacht Züger: «Der Käse ist super im Geschmack, hat eine gute Lochung und einen guten Teig. Der ?Halbhartkäse Alp Siez? eignet sich sowohl als Schnittkäse als auch für Raclette und passt gut zu rotem Wein.» In den vier Kategorien «Halbhartkäse», «Hartkäse», «Hobelkäse» sowie «Schaf-/ Ziegenkäse wurden 134 Alpkäse zur Bewertung eingereicht. Neben einer Urkunde durfte Züger auch ein Preisgeld von 2000 Franken entgegen nehmen.
Thurgauer Idee setzt sich durch
An der diesjährigen Olma wurde vor 5000 begeisterten Zuschauerinnen und Zuschauern das 100. Säulirennen ausgetragen. Nicht mitfeiern mochte Philipp Dickenmann, der die Säulirennen seit vielen Jahren begleitet. Nach dem Jubiläumslauf wurde ihm das Signalhorn gestohlen, mit dem er jeweils den Start signalisiert. Hans Stettler, Chef Landwirtschaftsamt Thurgau, erinnert sich noch genau wie vor zehn Jahren eine Idee gesucht wurde, wo man an der Olma Tierschau auf sympathische Art auf die Schweineproduktion aufmerksam machen wollte. Als er die «Säulirennen» ins Spiel brachte lautete der Kommentar der Kommission einhellig: «Jetzt spinnsch aber.» Mittlerweile hat sich die Idee durchgesetzt. Jahr für Jahr werden die Rennsäuli auf dem Hof von Hans Milz in Bissegg, auf die Rennen vorbereitet. Fast täglich verfolgen während der Olma rund 3000 Personen die «Säulirennen». Im vergangen Jahr wurde ein Wettumsatz für die «Säulirennen» von 78 635 Franken getätigt.
Mario Tosato

Andreas Züger wurde mit seinem «Halbhartkäse Alp Siez» in der Kategorie Halbhartkäse zum Sieger ausgerufen. (tos)
