Ausgabe Nummer 42 (2006)
OLMA Eröffnung mit Bundesrat Schmid
Bundesrat Schmid anerkennt die Leistung der Bauern
Nachdem der Bauernstand an den beiden letzten Olma-Eröffnungen von den Bundesräten Christoph Blocher und Hans-Rudolf Merz massiv kritisierte wurde, sprach Bundesrat Samuel Schmid von einer Schweizer Landwirtschaft mit Zukunftsperspektiven.«Genau so wie in unserer Milizarmee haben die Zeitumstände, die historischen Verwerfungen Ende des letzten Jahrhunderts, die Globalisierung und anderes mehr dem Bauernstand unter grossem Zeitdruck höchst anspruchsvolle Veränderungen abverlangt», stellte Bundesrat Samuel Schmid in seine Ansprache anlässlich der Eröffnung der 64. Olma in St. Gallen fest. Er wies auf den Prozess den die Landwirtschaft in den letzen 15 Jahren durchmachte hin, wo über 30 000 Landwirtschaftliche Betriebe verschwanden. Schmid machte auch darauf aufmerksam, dass die Schweizer Bauern ihre Erzeugnisse heute gesamthaft um Milliarden Franken günstiger verkaufen als zu Beginn der 90-er Jahre. «Wer behauptet, unsere Landwirte bremsten die Reformen, der verhöhnt sie», so Schmid wörtlich.
Bekenntnis zur produzierenden Landwirtschaft
Ein zentrales Thema seiner Ansprache bildete die Agrarpolitik 2011. Schmid ist der Meinung, dass sich alle über die Zielsetzung einig sind: «Wir wollen eine produzierende Landwirtschaft. Wir brauchen Rahmenbedingungen, damit unsere Bäuerinnen und Bauern die gewünschten gemeinwirtschaftlichen Leistungen erbringen können. Und: Die Landwirtschaft muss in der Gemeinwirtschaft bestehen können.» Schmid betrieb dabei aber keine «Schönfärberei». Er sprach von einer Senkung der Produzentenpreise um 14 Prozent. Mit dem verringernden Abstand zum tieferen EU-Preisniveau werden die Schweizer Nahrungsmittel konkurrenzfähiger. Mit flankierenden Massnahmen sollen die Einnahmen der Bauernfamilien noch besser als bisher unterstützt werden.
Landwirtschaft: Ein harter Job
Der Bundesrat sei sich bewusst, dass Landwirtinnen und Landwirte einen harten Job haben, dieser soll sich auch weiterhin lohnen - auch im Berggebiet, betonte Schmid. So wolle der Bundesrat eine sozialverträgliche und ökologische Entwicklung weiterhin fördern. «Eine gute Landwirtschaft ist ebenso wenig wie eine gute Sicherheit günstig zu haben», so Bundesrat Schmid. Glücklicherweise stehe die Landwirtschaft nicht mit dem Rücken zur Wand. Viele Landwirtinnen und Landwirte hätten den Weg in die Zukunft erfolgreich mit Kreativität und Selbstvertrauen eingeschlagen. Abschliessend erklärte Bundesrat Samuel Schmid: «Jää Helewie, liebe Bäuerinnen und Bauern. Sie haben in den letzten Jahren Enormes geleistet. Dies verdient den Dank und die Anerkennung nicht nur des Bundesrates sondern des ganzen Schweizer Volkes.» Nationalrat Hansjörg Walter und Regierungsrat Kaspar Schläpfer waren sich nach der Eröffnungsfeier einig: «Diese Ansprache hat die Schweizer Landwirtschaft verdient und macht Mut für die Zukunft.»
Mario Tosato

Der Thurgauer Urs Schneider (l.) und Jacques Bourgeois (m.) Direktor des Schweizerischen Bauernverbands, begrüssen Bundesrat Samuel Schmid am Stand der Schweizer Bauern.
