Thurgauer Bauer

Aktuelle Ausgabe vom
2. November 2018


OLMA-Schweinerennen: Eine Thurgauer Erfindung

Ausgabe Nummer 42 (2009)

Seit 13 Jahren locken die Schweinerennen, je nach Wetter, zwischen 3000 und 5000 Zuschauerinnen und Zuschauer in die OLMA-Arena in St. Gallen.

 

Wenn in der OLMA-Arena Kinder, Erwachsene und Rennsäuli im Chor vergnügt quietschen, ist die Zeit für die Schweinerennen da. Zum Gaudi der 3000 bis 5000 Besucherinnen und Besuchern liefern sich täglich ab 16 Uhr 15 hoch motivierte und bestens trainierte Rennschweine mit den klangvollen Namen wie Dolomita, Grappa, Ramazotti, Rapida, Südtirolia und andere mehr, spannende Rennen. Bereits seit drei Jahren amtet Ralph Anderes, Weinfelden, als «Trainer». Bei zwei Rennen kann jeweils gewettet werden, was von den Besuchern auch rege genutzt wird. Erstmals wurde ein SMS eingerichtet. Die Resultate der OLMASchweinerennen mit Quote können abgefragt werden: SMS olmasau an 939 (50 Rappen/SMS).

Spass an der Arbeit
Rund eine Woche vor dem OLMA-Start holte Ralph Anderes die 15 Rennsäuli bei seinem ehemaligen Lehrmeister Hans Milz in Bissegg ab und transportierte sie in die OLMA-Halle nach St. Gallen. Hier OLMA-Schweinerennen: Eine Thurgauer Erfindung Seit 13 Jahren locken die Schweinerennen, je nach Wetter, zwischen 3000 und 5000 Zuschauerinnen und Zuschauer in die OLMA-Arena in St. Gallen. Hier werden sie von Anderes auf die neue Umgebung vorbereitet. Er schaut auch, dass sie zur Ruhe kommen, sich nicht zu fest von den Zuschauern und dem Lärm ablenken lassen, damit sie topfi t die Rennen bestreiten können. Anderes mischt die Felder immer wieder neu, damit sich kein Schweinchen als Dominatorin entpuppt. Wenn er die Arbeit bei den Schweinchen getan hat, hilft er im Stallteam der OLMA mit. Diese Arbeit macht ihm viel Spass, werden doch auf dem Betrieb seines Vaters Holstein-Kühe gehalten. Anderes hat letztes Jahr seine Lehre als Landwirt erfolgreich abschlossen und arbeitet zurzeit auf dem väterlichen Betrieb in Amriswil. Nach der OLMA wird er seine Rekrutenschule absolvieren.

Gezielte Trainings
Hans und Susanne Milz erinnern sich noch genau, als vor rund 15 Jahren Hans Stettler, ehemaliger Chef des Landwirtschaftsamtes des Kantons Thurgau, mit dem Wunsch kam, Säulirennen zu organisieren. Emmi Bachmann aus Stettfurt hatte solche Rennen in Amerika gesehen. Milz liess sich über dieses beliebte Spektakel orientieren. Mit Gitter baute er auf seinem Hof eine Rennstrecke. Damit die Schweinchen wissen, wann es zu fressen gibt, ertönte ab ihrer Geburt Anfang Juni die gleiche Musik. Der Futtertrog wird immer weiter vom Start entfernt aufgestellt, so dass sich die Rennschweine an die Strecke von rund 300 Meter gewöhnen. Die ausschliesslich weiblichen Rennschweine werden von Susanne Milz ausgewählt. Bis zur OLMA werden sie täglich zweimal trainiert.

Mario Tosato



Ralph Anderes sorgt dafür, dass die Rennsäuli während der OLMA zur Ruhe kommen. (tos)

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