Ausgabe Nummer 11 (2007)
Ostschweizer Holsteinzuchtverband tagte in Gloten
2. Ostschweizer Eliteschau als Höhepunkt
Der Ostschweizer Holsteinzuchtverband kann weiteren Zulauf verzeichnen. Die Zahl der Mitglieder wie Herdebuchtiere ist weiter angestiegen. Im Kanton Thurgau halten 166 Züchter 5421 Herdebuchtiere.«Wir sahen an der nationalen Holsteinausstellung in Bulle viele gute und schöne Kühe, darunter auch einige aus der Ostschweiz », stellte Werner Weibel, Präsident des Ostschweizer Holsteinzuchtverbandes, an dessen Delegiertenversammlung in Gloten bei Sirnach fest.«Auch an anderen grossen Ausstellungen haben Züchter aus unserem Verband sehr gut abgeschlossen », freute sich Weibel vor den rund 70 Delegierten weiter. Finanziell konnte sich der Verband dank einem erfreulichen Abschluss mit einem Plus von 2400 Franken ein kleines Polster zulegen.Aufgrund der Zahlen bleibt der Jahresbeitrag von 70 Rappen pro Herdebuchtier ab 16 Monaten für das laufende Jahr unverändert. Wiederum wird der Verband auch zwei Tierbetreuer in Bulle finanzieren. Am 25. März werden elf Kühe aus der Westschweiz an der Expo Bulle zu sehen sein. Hier plant der Verband einen gemeinsamen Besuch. Erstmals erhalten die Holsteinzüchter zudem Gelegenheit, im November an der Auktion des Ostschweizer Fleckviehzuchtverbandes (VOFG) in Frauenfeld ebenfalls Tiere aufzuführen. Ein Höhepunkt wird am 24. November die grosse 2. Ostschweizer Eliteschau mit der roten und schwarzen Kuh in Wattwil sein. Unter der Leitung von VOFG-Präsident Hannes Walder hat ein OK seine Arbeit aufgenommen. Beide Rassen können je 55 Tiere aufführen. Ob die Schau aber durchgeführt werden kann, ist noch offen, weil sie allenfalls in die Startphase der BVD-Sanierung fällt. Der Entscheid ist aber gemäss Weibel bis Anfang Mai zu erwarten. Die Arbeiten im OK werden aber vorerst fortgesetzt. Bei einem Verbot der Schau würde diese um ein Jahr verschoben. Harsche Kritik übte ein Delegierter am Einstellen der Holstein-Kühe an der soeben beendeten Tier und Technik. Die Präsentation im Ring sei viel zu schnell erfolgt, stellte er rückblickend enttäuscht fest. Auch die Verbandsspitze zeigte für diese Kritik gewisses Verständnis und wird allenfalls mit den betroffenen Kreisen das Gespräch suchen, um solche Vorfälle inskünftig zu vermeiden.
Zusammenschluss vorbereiten
«Wir sind auf gutem Weg, die Zusammenarbeit mit dem Schweizer Fleckviehzuchtverband zu vertiefen», betonte Paul Schmid (Illnau),Vizepräsident im Schweizer Holsteinzuchtverband. Als unrealistisch erweist sich das Zusammenführen der roten und schwarzen Holsteinkuh. Deshalb wird jetzt an einem weitergehenden Schritt gearbeitet, indem beide Verbände zusammengeschlossen werden sollen. «Wir haben in einer entsprechenden Arbeitsgruppe ein gutes Klima und sind bestrebt, alle offenen und möglichen Fragen sowie Details sorgfältig zu klären, um bis im Spätsommer den beiden Vorständen Vorschläge einzureichen», betonte Schmid weiter. Im kommenden Herbst und Winter sollen alle Mitglieder informiert werden. Schmid versicherte, dass man so die Mitsprache der Mitglieder gewährleisten will. Er wies auch darauf hin, dass in den EU-Staaten Rot und Schwarz bereits vereint sind. Es sei deshalb auch in der Schweiz eine Frage der Zeit, bis dies vollzogen werden kann. Hinsichtlich der Änderungen im KB-Bereich, welcher den freien Spermahandel weiter liberalisiert, konnte der Verband eine neue Lösung finden. Das dabei angewendete Modell liegt gegenüber dem alten auf einem etwas tieferen Niveau, stellte Schmid fest. Weiter kündigte er an, dass der Verband aufgrund der guten Geschäftsabschlüsse für das vorletzte Geschäftsjahr 126000 Franken an die Züchter zurückerstatten konnte. Für das verflossene Jahr werden es gar noch mehr sein.
Zahlen und Fakten
Im Ostschweizer Holsteinzuchtverband sind heute in acht Genossenschaften über die Kantone Zürich, Schaffhausen, Thurgau, St. Gallen, beide Appenzell, Fürstentum Liechtenstein und Graubünden 456 Genossenschaftsmitglieder mit 13751 Herdebuchtieren zusammengeschlossen. Innert Jahresfrist nahm die Zahl der Mitglieder um 12 zu. 166 Züchter mit gesamthaft 5421 Herdebuchtieren kommen dabei aus dem Kanton Thurgau.
Bei 7671 erfassten Abschlüssen resultierte eine durchschnittliche Milchleistung von 8158 kg, 9 mehr als im Vorjahr. Den grössten Genossenschaftsdurchschnitt verzeichneten die 681 Abschlüsse der 42 Mitglieder des Zuchtvereins Rhyfall (Kanton Schaffhausen sowie die Zürcher Bezirke Andelfingen, Bülach, Dielsdorf und Winterthur) mit 8450 kg. Dies entspricht einer Zunahme von 219 kg. Dahinter folgt die Genossenschaft Zürcher Oberland mit 8358 kg und Oberthurgau mit 8290 kg. Die Genossenschaft Wetzikon verzeichnete bei 1216 Abschlüssen einen Durchschnitt von 8090 kg (? 16 kg) und Berg mit 1204 Abschlüsen einen solchen von 8161 kg (+ 66 kg).
Den höchsten Betriebsdurchschnitt verzeichnete 2006 Urs Baumberger (Raperswilen) mit 10 Abschlüssen und einem Durchschnitt von 11 384 kg (3,42% Fett, 3,08% Eiweiss) vor Alwin Bachmann (Rosenhuben TG) mit 35 Abschlüssen und 10 969 kg sowie Bernhard und Michael Dähler (St. Peterzell) mit 10 668 kg. Weiter gehören dem Verband folgende Züchter an, welche im vergangenen Jahr Kühe mit einer Lebensleistung von mehr als 100 000 kg verzeichnen durften . Es sind dies Odilia (116 668 kg; kg/Tag 24,5 kg), geb. Juli 1992 von Armin Stäheli, Arnegg; Jupe (107 020 kg; kg/Tag 18,7 kg), geb. Juni 1990 von Niklaus Krucker aus Bonau; Orsina (106 092 kg; kg/Tag 23,1 kg), geb. Oktober 1993 von Fredy Roth aus Amriswil; Hildi (101 953 kg; kg/Tag 21,5 kg), geb. März 1993, von Linus Ziegler aus Niederbüren; Marlene (101 487 kg; kg/Tag 21,0 kg), geb. September 1992 von Peter Stiffel aus Lipperswil; Mutsch (101 008 kg; kg/Tag 18,8 kg), geb. Dezember 1990 von Fides Schmid aus Vilters; Olga (100 572 kg; kg/Tag 20,1 kg), geb. April 1992 von Roland Keller aus Niederbüren und Myra (100337 kg; kg/ Tag 25,8 kg), geb. Dezember 1994 von Markus Schmid- Vogel aus Kesswil.
Roland Müller

