Ausgabe Nummer 38 (2007)
Ostschweizer Milchverarbeiter fusionieren
170 Milchverarbeiter verkäsen rund 370 Millionen Kilo Milch
An getrennten Versammlungen im Thurgauerhof in Weinfelden beschlossen die Mitglieder des St. Gallisch-Appenzellischen Milchkäuferverbands und des Thurgauischen Milchkäuferverbands die Fusion zur Genossenschaft Ostschweizer Milchverarbeiter.
Der St. Gallisch-Appenzellische Milchkäuferverband und der Thurgauische Milchkäuferverband tagten zu Beginn getrennt. Die beiden Verbände stimmten ohne Diskussion und Gegenstimme der gut vorbereiteten Fusion, die vom Advokaturbüro Raggenbass Rechtsanwälte, Amriswil, begleitet wurde, zu. «Mit der vollzogenen Fusion des St. Gallisch-Appenzellischen Milchkäuferverbands und des Thurgauischen Milchkäuferverbands, rückwirkend auf den 1. Mai, zur Genossenschaft Ostschweizer Milchverarbeiter (OMV) wird die Interessenwahrung der gewerblichen Milchkäufer in der Ostschweiz gestärkt », freut sich Christian Oberli, Rossrüti, der bisherige Präsident des St. Gallisch-Appenzellischen Milchkäu- ferverbands, der nun neu die OMV präsidiert. Die Genossenschaft OMV vereinigt insgesamt rund 170 Mitglieder in den Ostschweizer Kantonen, vom Bündnerland bis an den Bodensee, mit einer Milchverarbeitung von zirka 370 Millionen Kilogramm Milch pro Jahr. Laut Oberli entspricht diese Menge gegen 25 Prozent der in der Schweiz verkästen Milch. Die Mitglieder beschäftigen über 400 Mitarbeitende in ihren Betrieben und bilden bis zu 100 Lehrlinge aus. Die Interessenvertretung soll durch Einsitz der Vorstandsmitglieder in regionalen und nationalen Sorten- und Branchenorganisationen erfolgen.
Beträchtliches Verbandsvermögen
Mit der Fusion fliessen die beiden Vermögen von rund 20,7 Millionen Franken (St. Gallisch-Appenzellischen Milchkäuferverband) und 568 500 Franken (Thurgauischer Milchkäuferverband) in die Genossenschaft OMV. Der bisherige Vorstand des St. Gallisch-Appenzellischen Milchkäuferverbands steht, zusammen mit den beiden Thurgauer Vertretern Ruedi Haldner, Amriswil, und Gottlieb Thönen,Wängi, im neuen Vorstand der Genossenschaft OMV vor. Neben der Interessenwahrung für die gewerblichen Milch- und Käsespezialisten sollen junge Berufsleute und Jungmilchkäufer unterstützt werden. Als Hauptaufgabe im wirtschaftlichen Bereich stehen die erfolgreiche Führung des Käselabors (Bamos AG,Weinfelden) und der gemeinsame Rahmverkauf für Mitglieder im Vordergrund.
Margenverbesserung nötig
Im Anschluss an die Fusion informierten Paul Hug, Tilsiter-Käser, Niklaus Allenspach, Emmentaler-Produzent und Heinz Güntensperger, Appenzeller-Käser über die Marktaussichten. Übereinstimmend forderten die drei Milchverarbeiter eine Margenverbesserung für ihre Käseprodukte. Dabei helfen die steigenden Weltmarkpreise für Milch und Lebensmittel die Preisdifferenz zu ausländischen Käseprodukten zu senken. Doch dürfe der Preisdruck der Milchproduzenten nicht zunehmen. Intakte Chancen werden im Käseexport gesehen, so dass in absehbarer Zeit wohl auf eine freiwillige Mengenbeschränkung verzichtet werden kann.
Mario Tosato

Vorstandsmitglieder der Genossenschaft OMV (von links) Michael Züger, Aktuar, Christian Oberli, Präsident, Gottlieb Thönen, Ruedi Haldner und Andreas Hinterberger, Vizepräsident. (tos)
