Ausgabe Nummer 9 (2009)

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Ostschweizer Rübenpflanzer trafen sich in Wülflingen

Zäsur für die Schweizer Zuckerwirtschaft

Mit der Streichung des Leistungsauftrages des Bundes werden die Zuckerfabriken Aarberg und Frauenfeld AG in die freie Marktwirtschaft entlassen.

Das Jahr 2008 werde mit einem Hektarertrag von durchschnittlich 80,5 Tonnen Zuckerrüben mit 17,1 Prozent Zucker als vorläufig bestes Jahr in die Geschichte eingehen. Dies stellte Präsident Paul Rickenmann in seinem Grusswort an der 70. Generalversammlung der Ostschweizerischen Vereinigung für Zuckerrübenbau (OVZ), fest. Das daraus resultierende gute Betriebsergebnis erlaube es den Zuckerfabriken Aarberg und Frauenfeld (ZAF) AG, wiederum eine Nachzahlung von 4 Franken je Tonne zu entrichten. Die Branche sei im vergangenen Jahr mit der AP 2011, der Reform der europäischen Zuckermarktordnung und der Streichung des Leistungsauftrages des Bundes für die ZAF stark gefordert worden. Damit sei die ZAF in die freie Marktwirtschaft entlassen worden. Diese Massnahmen bilden nach Rickenmanns Ansicht eine eigentliche Zäsur für die Schweizer Zuckerwirtschaft. Daraus resultiere die Tatsache, dass sich die Rübenpflanzer mit den bei ihnen wenig beliebten Flächenbeiträgen arrangieren müssen. Die Senkung des Zuckerpreises in der EU von bis zu 36 Prozent habe Auswirkungen in ähnlicher Grössenordnung auf die Verkaufspreise der ZAF. Rickenmann erklärte, dass sich die OVZ in ihrer siebzigjährigen Geschichte immer wieder behaupten musste und dies auch mit Erfolg tat. Er gab der Überzeugung Ausdruck, dass sich die Rübenpflanzer trotz sinkenden Preisen, WTO und Agrarfreihandelsabkommen mit der EU auch in Zukunft behaupten werden.

Rübenhof soll erweitert werden
Laut Joachim Pfauntsch, Werkleiter der Zuckerfabrik Frauenfeld, wurden im vergangenen Jahr in Frauenfeld 851876 Tonnen Rüben verarbeitet. Dies sind 27000 Tonnen mehr als im Vorjahr. In Frauenfeld werde weiter investiert, so 2,35 Millionen Franken für die Erweiterung und die Umgestaltung des Rübenhofes. Allgemein sei in der Bevölkerung ein gewisser Unmut über die durch Rübentransporte ausgelösten Verkehrsbehinderungen feststellbar. Dies habe dazu geführt, dass der Regierungsrat eine Arbeitsgruppe unter Führung des Landwirtschaftsamtes eingesetzt habe, welche eine Optimierung des Strassentransports und speziell eine Verlagerung der Strassen- auf Bahntransporte prüfen soll.

Wechsel in der Geschäftsführung
Seinen Rücktritt als Geschäftsführer erklärte Andreas Buri, Ossingen. Zu seinem Nachfolger wurde Andreas Guyer, Bülach, gewählt. Wie Rickenmann erklärte, werde sich die OVZ auch in Zukunft für eine starke Schweizer Zuckerwirtschaft einsetzen. Der Verband werde die Interessen der Rübenpflanzer in der Kommission «Strassenanfuhr Werk Frauenfeld» wahren und Unterstützung bei der Optimierung des Bahnverlades leisten.

Mario Tosato


Präsident Paul Rickenmann (Mitte) verabschiedete
den bisherigen Geschäftsführer
Andreas Buri (links) und konnte den neuen
Geschäftsführer Andreas Guyer begrüssen.
(tos)
Präsident Paul Rickenmann (Mitte) verabschiedete den bisherigen Geschäftsführer Andreas Buri (links) und konnte den neuen Geschäftsführer Andreas Guyer begrüssen. (tos)