Ausgabe Nummer 33 (2003)

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Personal aus der Landwirtschaft ist begehrt

MBR Thurgau informierte über Geschäftstätigkeit 2002
 
 
Betriebshelfer und -helferinnen des Maschinen- und Betriebshelferringes (MBR) Thurgau leisteten im vergangenen Jahr fast 15 000 Einsatzstunden auf Thurgauer Höfen. Gegen 19 500 Stunden wurden von MBR-Personal in gewerblichen Betrieben geleistet. Damit festigte die Selbsthilfeorganisation ihre Position als Personalverleihfirma. Zuversichtlich zeigten sich die MBR-Verantwortlichen am letzten Mittwoch auch bezüglich neuer Projekte wie beispielsweise der Fleischvermarktung.
 

Hansueli Osterwalder, VR-Präsident (links), mit Stefan Frieden, Assistent des Geschäftsführers (2. v. l.), und Andreas Roos, Geschäftsführer (ganz rechts) mit Familie Fehse, auf deren Schweinezuchtbetrieb die Medienorientierung stattfand. (Bild: Anzeiger Thurgau)



Zwar ist der Maschinen- und Betriebshelferring (MBR) Thurgau als Aktiengesellschaft organisiert, doch das Unternehmen habe sich nicht einen möglichst hohen Gewinn auf die Fahne geschrieben, sondern will günstige Dienstleistungen zu Gunsten der Landwirtschaft anbieten. Dies hielten die MBR-Verantwortlichen Mitte letzter Woche an einer Medienorientierung in Niederneunforn fest. Kerngeschäft der noch jungen Selbsthilfeorganisation ist das Vermitteln von Personal sowohl in die Landwirtschaft als auch in das übrige Gewerbe. Seit einem Jahr hat der MBR die offizielle Bewilligung für Personalverleih und ist somit vergleichbaren Temporärbüros gleichgestellt. Insgesamt leisteten die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im vergangenen Jahr rund 34 000 Einsatzstunden. Ein grosser Teil davon (nämlich 14 500 Stunden) wird weiterhin in der Landwirtschaft geleistet (siehe auch Kasten). Dabei stehen klassische Betriebshelfereinsätze, wie WK- oder Ferienvertretungen, im Vordergrund. Es hat sich in den vergangen Jahren eine Verschiebung von den im Tagesansatz entlöhnten zu den im Stundenlohn abgerechneten Einsätzen ergeben.

«M» verliert an Bedeutung
Die Vermittlung von Maschinen (das «M» in der Abkürzung MBR) ist nach Auskunft von VR-Präsident Osterwalder in den letzten Jahren je länger je mehr in den Hintergrund getreten und ist heute nahezu bedeutungslos. Während Vermittlung und Verleih von gewerblichem Personal kostendeckend betrieben wird, unterstützt der Kanton die Vermittlung von landwirtschaftlichen Betriebshelfern mit öffentlichen Geldern. Dieser Beitrag an die Verwaltungskosten sei ein wesentlicher Grund, dass der Dienst in dieser kostengünstigen Form erbracht werden könne, heisst es beim MBR. Daneben helfen aber auch die Beiträge der MBR-Teilnehmer (Pauschalbeiträge, Vermittlungsprovision), und Gelder des MBR Thurgau AG, die Dienstleistung zu vergünstigen. (hil)

Begehrte Arbeitskräfte
Mehr als die Hälfte der von MBR-Thurgau-Personal geleisteten Einsatzstunden (19 430 Stunden) wurden im vergangenen Jahr allerdings in nicht landwirtschaftlichen Einsätzen geleistet, wie Geschäftsführer Andreas Roos erklärte. Damit wurden fast 50 Prozent mehr Stunden für gewerbliche Auftraggeber geleistet als im Jahr 2001. Die Arbeitsgebiete reichten vom Betriebsmechaniker über Gartenbauer bis zum Gerüstmonteur. «Unsere Mitarbeiter geniessen in verschiedenen kantonalen und auswärtigen Unternehmungen einen ausserordentlich guten Ruf. Sie zeichnen sich nach wie vor durch eine sehr praxisbezogene und einsatzfreudige Haltung aus», sagt Geschäftsführer Roos. Wichtigster Kunde der MBR-Thurgau sei dabei die Baubranche. Warum konnten hier mehr Stunden geleistet werden, obwohl die Baubranche sich in einer Krise befindet? Dazu Verwaltungsratspräsident Hansruedi Osterwalder: «Gewisse Baufirmen haben sehr viel Arbeit, andere dagegen nicht. Aufträge werden viel kurzfristiger erteilt, was die Nachfrage nach Verleihpersonal erhöht.» Davon habe der MBR-Thurgau im letzten Jahr profitieren können.

Haushaltservice kommt an
Als gut bis sehr gut wird der vom MBR-Thurgau angebotene Haushaltservice beurteilt. Im letzten Geschäftsjahr wurden im ganzen Kanton 4460 Einsatzstunden geleistet, dies ist gut ein Drittel mehr als im Jahr davor. Der MBR strebt ein eher moderates Wachstum dieser Dienstleistung an, denn wie beim landwirtschaftlichen Betriebshelferdienst müsse auch beim Haushaltservice neues Personal umsichtig rekrutiert werden. Personalengpässe könnten daher nicht in jedem Fall ausgeschlossen werden.

Neues Projekt «Fleischvermarktung»
Neben einer Reihe von weiteren Dienstleistungen (wie die Vermittlung von Hofdünger oder von Zuckerrübenschnitzeln) befasst sich der MBR Thurgau seit einem Jahr auch mit der Vermarktung von Fleisch. Ziel ist es, eine Art von Direktvermarkter-Pool aufzubauen. Privatkunden bestellen bei der MBR beispielsweise halbe Schweine. Der MBR bündelt die Nachfrage, kauft die Schlachttiere, lässt die Tiere schlachten, das Fleisch verpacken und liefert dieses nach Wunsch an die Kunden. Ziel ist es, die Marge für den Produzenten zu verbessern. Das Projekt mit Privatkunden sei gut angelaufen, zeigte sich Andreas Roos erfreut. Zurzeit führt der MBR Thurgau wöchentlich eine Fleischlieferung an verschiedene Privatkunden durch. In einem weiteren Schritt sollen nun auch Gastronomiebetriebe für diese Art des direkten Einkaufs beim Landwirt gewonnen werden. «Wir tasten uns langsam an diesen anspruchsvollen Markt heran», meinte Roos an der Medienorientierung. (hil)

Mehr unter www.mbr-thurgau.ch
 
 
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