Ausgabe Nummer 41 (2006)
Petition gegen Totalrevision der Tierschutzverordnung
Schweinebranche kämpft gegen tiefe Preise
188 Schweinehalter unterschrieben eine Petition der Suisseporcs Ostschweiz, welche die Totalrevision der Tierschutzverordnung gesamthaft zurückweist.«Wir Schweinehalter befinden uns zurzeit wegen den schlechten Preisen in einer schwierigen Situation. Die vorliegende Totalrevision der Tierschutzverordnung würde weitere Kosten auslösen und weitere Auflagen nach sich ziehen. In unserer Branche herrscht zurzeit ein grosses Unbehagen», erklärte der vor kurzem gewählte Präsident der Suisseporcs Sektion Ostschweiz Hanspeter Keller. Seit zehn Jahren führt der Ingenieur Agronom zusammen mit seiner Frau Florence in Roggwil TG, einen Remontierungs-Kernzuchtbetrieb mit rund 100 Muttersauen und zirka 600 Aufzuchtschweinen. Das Unbehagen habe ihn dazu bewogen eine Informationsversammlung einzuberufen, an der sich rund 240 Personen beteiligten. Mit dem Grossaufmarsch und der Petition, die von 188 Schweinehaltern unterschrieben wurde, wolle man ein Zeichen setzten. Mit der Petition weisen die Unterzeichnenden den Bereich Nutztiere in der vorliegenden Totalrevision der Tierschutzverordnung gesamthaft zurück und fordern eine Überarbeitung sämtlicher Bestimmungen, welche die Haltung von Nutztieren betreffen. Im Weiteren fordern Mitglieder der Suisseporcs Sektion Ostschweiz die Vorgaben der bundesrätlichen Botschaft umzusetzen und dem von den Parlamentariern geäusserten Willen zur Revision des Tierschutzgesetzes gerecht zu werden. Laut Keller soll die Petition die Haltung der Suisseporcs Schweiz zur geplanten Totalrevision der Tierschutzverordnung vollumfänglich unterstützen.
Unzumutbare Kosten für Schweinehalter
Die Geschäftsstelle habe ein 380-Platz Mastbetrieb nach der geplanten Verordnung mit einer zweijährigen Übergangsfrist für die Anpassung der Fressplatzbreite sowie eine zehnjährige Übergangsfrist für die Anpassung der Vollspaltenböden auf Teilspaltenböden gerechnet. Bei einer etappierten Berechnung bei einem ursprünglichen Landwirtschaftlichen Einkommen von 40?000 Franken kam man nach den neuen Verordnungen auf ein Landwirtschaftliches Einkommen von 5 000 Franken. Dies bei einem Investitionsvolumen von 110 000 Franken. «Dies einfach nicht zumutbar», betont Keller. Er hofft auf die Unterstützung der Bundesparlamentarier, dass die geplante Totalrevision der Tierschutzverordnung entscheidend korrigiert werde.
Verschiedene Ursachen führen zu ungünstigen Preisen
Ein weiteres Problemfeld bildeten die zurzeit herrschenden Schweinepreise. Keller spricht von einem hausgemachten Problem, werde doch zuviel produziert, was unweigerlich zu tieferen Preisen führe. Die Branche müsse das Preisproblem intern lösen und gleichzeitig darauf achten, dass der Konsum von Schweinefleisch weiterhin auf diesem hohen Niveau gehalten werde oder gar ausgebaut werden könne. Die Branche prüfe zurzeit verschiedene Massnahmen, die wieder zu vernünftigen Schweinepreisen führen sollen. Eine Regulierung erwartet Keller auch vom Markt. Keller glaubt denn auch, dass der Schweinepreis im Moment mehr einen politischen Preis darstelle. Ein weiteres Problem ortet Keller in der Anbindung der Betriebe an Futtermühlen oder an Händler. Schätzungsweise seien so rund 40 Prozent aller Schweinehalter mit einer Futtermühle oder einem Händler liiert.
Mario Tosato

