Thurgauer Bauer

Aktuelle Ausgabe vom
26. Juni 2020


Pflanzenschutz - Fluch oder Segen?

Ausgabe Nummer 42 (2018)

Podiumsdiskussion in Weinfelden

Am Donnerstagabend, 11. Oktober, wurde im Erntedankfestzelt von Harald Jöhr und Manuel Strupler über die Zukunft gesunder Lebensmittelproduktion diskutiert. Grundlagen dafür haben die zwei aktuellen Initiativen zu Trinkwasser und Pestiziden geliefert.

Gesunde Lebensmittel rücken immer mehr ins Bewusstsein der Bevölkerung. Gesund bezieht sich nicht nur auf die Ernährungsform, sondern aktuell vielmehr auf die Produktion der Lebensmittel. Drei Kantonsräte und ein Nationalrat sprachen an der Podiumsdiskussion darüber was es bedeutet, gesunde und ausreichend Lebensmittel produzieren zu können, ohne dabei die Bevölkerung und unsere Umwelt allzu stark zu belasten. Die Basis dieser Diskussion lieferten die zwei Volksinitiativen, die auf die Reduktion von Pestiziden und Düngemittel in der Landwirtschaft abzielen.
Am Tisch sassen Kurt Egger, Präsident der Grünen Partei Thurgau, und Toni Kappeler, Präsident von Pro Natura Thurgau. Ihnen gegenüber hatten Nationalrat Markus Hausammann, Bauer und Präsident des Verbandes Thurgauer Landwirtschaft, sowie Bio-Landwirt Daniel Vetterli Platz genommen. Moderiert wurde die Diskussionsrunde von Manuel Strupler. Nach einem spannenden Inputreferat von Markus Hausammann und Erläuterungen der Zuhörer mit spontanem Applaus kristallisierte sich heraus, dass die Konsumenten von den Landwirten Erhaltung und Förderung der Biodiversität fordern.
Diesen Anspruch stellten die beiden Vertreter der Grünen Partei im Podium auch an die Landwirtschaft. Sie sagten klar, dass eine nachhaltige Landwirtschaft die Zukunft der Schweiz sein muss, um für unsere nächsten Generationen gesunde Erde und sauberes Wasser garantieren zu können.
Gemäss Daniel Vetterli könne es aber nicht sein, nur wegen der Pflanzenschutzmittel den Bauern die Verursachung für schwindende Biodiversität und verschmutzte Gewässer anzulasten. Es gilt zu bedenken, dass auch andere Eintragsquellen wie zum Beispiel der Eintrag von Medikamenten und Haushaltsmitteln über das Abwasser sowie der Einsatz von Chemie wie Fungiziden in der Baubranche negativen Einfluss haben. In der Runde war man sich einig, dass auch hier angesetzt werden muss. Schade zielen die Initiativen aber nur auf den Bereich der Landwirtschaft und die Lebensmittelproduktion ab.
So betonte auch Markus Hausammann, dass die Landwirtschaft in Bewegung sei, sie die Thematik ernst nehme und ein Wandel stattfinde. Bezüglich dem Ziel, sauberes Trinkwasser zu haben, sind sich in der Runde alle einig und sprechen sich dafür aus. Die Vertreter der Landwirtschaft sehen einen Zwang durch eine Initiative jedoch nicht als den richtigen Weg. Nationalrat Markus Hausamman schloss mit seinem Votum die Runde: «Der Bauer ist Unternehmer. Wenn der Konsument etwas wirklich will und auch dafür bezahlt, denn passen die Bauern auch ihre Produktion an.» Durch eine bewusste Wahl beim Einkauf könnten die Stimmbürger auch ohne solch radikalen Initiativen die Landwirtschaftsproduktionsweise beeinflussen – dies wäre ein ehrlicherer Ansatz.


Riana Dürig




« zurück zur Übersicht