Ausgabe Nummer 37 (2009)
Physalis im Gemüsegarten
Manch festlich servierter Nachtisch und Cocktail kommt in guten Gastbetrieben nicht ohne die Andenbeere aus. Weniger bekannt ist, wie leicht sich diese Köstlichkeit im eigenen Garten anbauen lässt.
Andenbeeren, auch Andenkirsche oder Kapstachelbeere, und weitere weltweit etwa 80 bekannte Arten der Gruppe der Blasenkirschen gehören zur Familie der Nachtschattengewächse. Die Früchte mehrerer Arten können verzehrt werden und sind nicht giftig, wie zum Beispiel die rote Lampionblume. Andenbeeren aus Südafrika, Israel oder Neuseeland werden heute weltweit gehandelt; das ist aufgrund der wochenlangen Haltbarkeit der Beeren in der natürlichen Pergamentverpackung auch kein Problem. Schon portugiesische Seefahrer schätzten die Früchte aus den Anden als haltbarer Vitaminspender. Andenbeeren sind mehrjährig und wachsen strauchartig mehrere Meter hoch, sie sind aber nicht frosthart. Blätter und Stängel sind filzig behaart. Sie setzen fast ununterbrochen in den Blattachseln gelbliche Blüten an. Wichtig ist eine frühe Kultur am hellen Fenster, um Mitte Mai schon kräftige Pflanzen zum Auspflanzen ins Freiland zu haben (Pflanzabstand mindestens 60 cm, vollsonnig, Starkzehrer). Ab zirka Anfang Juli erscheinen die ersten Blüten, und ab September sind die Früchte ausgreift. Wie Tomaten benötigen die Pflanzen einen unterstützenden Halt mit einem Stickel. Schmerzlich ist dann der erste Frost im Oktober, weil die Pflanze zu diesem Zeitpunkt so richtig in Fahrt kommt und laufend junge Früchte ansetzt. Früchte, die jetzt noch am Strauch hängen, können noch im Keller nachreifen, haben aber nicht mehr den intensiven süssen Geschmack wie im Sommer frisch ab dem Strauch geerntete Früchte. Wenn man die Pflanze ausgräbt und eintopft (mindestens 20-Liter-Topf), sehr stark zurückschneidet und zusammen mit den übrigen Kübelpflanzen und Geranien kühl und möglichst hell überwintert, ab Mitte Mai wieder auspflanzt oder im Kübel belässt, erzielt sie im Folgejahr die erste Erntewelle schon im Juli. Von überwinterten Pflanzen lassen sich auch leicht Stecklinge gewinnen. Die Samen der Andenbeere können im Gegensatz zur Pflanze den Winter im Freilandboden gut überstehen. Sie keimen im Juni wieder aus und können daher zum Teil lästig werden. Diese Jungpflanzen kann man übrigens auch überwintern, sie tragen aber im ersten Jahr noch keine Früchte. Krankheiten und Schädlinge an meinen Andenbeeren habe ich selten beobachtet, auch wenn nebenan immer wieder von Spinnmilben übermannte Gurken und Tomaten mit weissen Fliegen standen.
BBZ Arenenberg, Daniel Brogle

