Ausgabe Nummer 41 (2005)

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PMO Mittelthurgau mit Emmi im Rücken

Milchproduzenten und Käser setzten sich ins gleiche Boot

PMO Mittelthurgau mit Emmi im Rücken

92 Thurgauer Milchproduzenten, die silofreie Milch produzieren, beschlossen den vorzeitigen Ausstieg aus der Milchkontingentierung per 1. Mai 2006 und gründeten die Produzenten-Milchverwerter-Organisation (PMO) Mittelthurgau.


Der Vorstand der PMO Mittelthurgau
(hinten, von links): Fredi Beer, Walter
Sturzenegger, Hansjörg Uhlmann, Heinz
Burgermeister, Simon Blum.
Vorne von links: Hans Vetter, Armin Vogt,
Ernst Neuenschwander.

«Ich stelle fest, dass unter den Milchproduzenten eine grosse Verunsicherung herrscht, wie die grossen Herausforderungen, die mit dem Ausstieg aus der staatlichen Milchkontingentierung auf uns zukommen, zu bewältigen sind», erklärte Armin Vogt, Mitglied der vorbereitenden Arbeitsgruppe, Güttingen. An der Gründungsversammlung in Märstetten der Produzenten-Milchverwerter-Organisation (PMO) Mittelthurgau waren 106 Stimmberechtigte und Gäste anwesend. Als Milchproduzent stelle er fest, dass in der Ostschweiz die grosse Bündelung des Milchangebotes, speziell bei der silofreien Milch, nicht stattfand. Durch die Bindung vieler Käsereien an PMOs sinken die Absatzmöglichkeiten für eine unabhängige Produzenten-Organisation (PO) beträchtlich. «Gemeinsam mit sechs initiativen Käsereien wollen wir den vorzeitigen Ausstieg aus der Milchkontingentierung benutzen um Erfahrungen zu sammeln und um für den freien Markt ab 2009 gerüstet zu sein», betonte Vogt.

Emmi garantiert Milchabnahme

Nach der Begrüssungsansprache wurde Kantonsrat Markus Hausammann, Langrickenbach, zum Tagespräsidenten gewählt. Laut Ernst Neunschwander, Käsereibesitzer in Müllheim und Güttingen, konnte mit der Emmi eine Abnahmegarantie für überschüssige Milch, die zu Marktpreisen übernommen wird, ausgehandelt werden. Dies bedeute sowohl für die Milchproduzenten als auch für die Milchverwerter eine grosse Sicherheit. Statuten, Mengen-, Finanzierungs- und Geschäftsreglement sowie der vorzeitige Ausstieg aus der Milchkontingentierung per 1. Mai 2006 wurden zusammen mit verschiedenen Änderungsanträgen speditiv behandelt und genehmigt. Diskussionen löste ein Antrag eines Versammlungsteilnehmers aus, der verlangt, dass Milchproduzenten, die ihr Kontingent verkauften und nach 2009 wieder Milch produzieren und der PMO Mittelthurgau beitreten wollen, von der Vereinsversammlung genehmigt werden müssen. Der Antrag wurde angenommen. Bis zur Gründungsversammlung konnte die PMO Mittelthurgau 15,4 Millionen Kilogramm Milch bündeln. Das Bundesamt für Landwirtschaft (BLW) verlangt aber 20 Millionen Kilogramm Milch. Vogt glaubt, dass das BLW die Bewilligung der PMO Mittelthurgau als bedeutende Verwerter der Region erteilen werde. Zudem ist Vogt zuversichtlich, dass in den nächsten Tagen noch einige Milchbauern der PMO beitreten werden.

Erster Vorstand

Zum ersten Präsidenten wurde Armin Vogt gewählt, Dem neuen Vorstand gehören Ernst Neuenschwander (Vizepräsident), Müllheim; Hans Vetter (Kassier), Eggethof; Fredi Beer (Aktuar), Eggethof; Heinz Burgermeister, Wagerswil; Walter Sturzenegger, Wigoltingen; Hansjörg Uhlmann, Bonau; und Simon Blum, Ammenhausen, an. Als Präsident der Rekurskommission amtet Ständerat Hermann Bürgi, Dussnang. Für die Geschäftsführung wurde Hans Rudolf Aggeler, Inhaber Caseus Kompetenzzentrum AG, St. Margarethen, gewählt.

Mario Tosato