Ausgabe Nummer 4 (2010)

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Positive Signale auf dem Milchmarkt

Röbi Bischofberger, Verwaltungsratspräsident der Nordostmilch AG und Geschäftsführer René Schwager informierten an neun Veranstaltungen, so auch in Märstetten, über den Milchmarkt.


Geschäftsführer René Schwager stellte fest, dass das Jahr 2009 für die ganze Branche und insbesondere die Milchproduzenten auf Grund des tiefen Preises wenig erfreulich war. Doch sei feststellbar, dass sich die Preise für Milch und Milchprodukte international stabilisieren und auf tiefem Niveau wieder anziehen. Mit rund 300 Millionen Kilogramm hat die Nordostmilch AG 2009 etwa gleichviel Milch eingekauft wie im Vorjahr. Viel höher als im Vorjahr war insbesondere in den ersten Monaten 2009 die übernommene Menge an Einschränkungsmilch aus den Käsereien. Der Milcherzeugerpreis betrage in Deutschland zur Zeit ab Hof ohne Mehrwertsteuer mit 3,7 Prozent Fett, 3,4 Prozent Eiweiss 26 Eurocent je Kilogramm Milch. Im November lag der für unsere Wettbewerbsfähigkeit relevante EU-Vergleichspreis (Erhebung EU LTO + Verkäsungszulage und inklusive 10 Prozent Swissness) bei rund 61 Rappen je Kilogramm Milch. Nach seiner Meinung hat sich so das Preisniveau Schweiz–EU angeglichen, womit die Schweizer Milchprodukte international wieder wettbewerbsfähig sein sollten. Dennoch ziehen die Exporte aus der Schweiz nur sehr geringfügig an. Während im Mai 2009 50 Milchlieferanten der Nordostmilch AG beitraten, verpflichteten sich Ende 2009 15 Milchproduzenten der Nordostmilch AG bei einem anderen Milchabnehmer.

Mögliche Preiserhöhungen im Mai, Juni
Gemäss den Aussagen von Röbi Bischofberger und René Schwager werden sich in den kommenden milchstarken Monaten die jetzt gültigen Milchpreise kaum stark verändern. Bleiben die internationalen Preise auf dem aktuellen Niveau mindestens stabil oder ziehen sie sogar weiter an, so müssen auch die Milchpreise in der Schweiz wieder steigen. Da sich die Branche in den letzten Monaten gegen eine Mengenbeschränkung ausgesprochen hat, ist ein höherer Preis bei einer geringeren Menge hingegen wenig realistisch. Bischofberger und Schwager gaben sich zuversichtlich, dass die Nordostmilch als marktorientierte Produzentenorganisation gut aufgestellt ist, um für ihre Lieferanten neue Absatzmärkte zu einem guten Milchpreis zu erschliessen.

Mario Tosato