Thurgauer Bauer

Aktuelle Ausgabe vom
13. April 2018


Präsident und Vorstandsmitglieder bleiben

Ausgabe Nummer 13 (2016)

Generalversammlung der Thurgauer Milchproduzenten

An der Generalversammlung der Thurgauer Milchproduzenten (TMP) im Kongresszentrum Thurgauerhof, Weinfelden, wurde der Antrag auf Abberufung des Präsidenten Ruedi Schnyder und der Vorstandsmitglieder Hans Keller, Jörg Schöni, Beat Schwager und Fritz Stettler zurückgezogen. Es wird eine Kommission zur Überprüfung der Organisationsform der Genossenschaft Thurgauer Milchproduzenten gebildet.

Ruedi Schnyder, Präsident TMP, stellte die diesjährige Generalversammlung unter das Motto «Öppis Guets wird nöd besser, wenn man anderes schlecht macht». «Einen Jahresbericht unter den gegebenen Umständen abzuliefern, ist sicher eine spezielle Herausforderung. Welchem Präsidenten ist es schon vergönnt, eine Versammlung mit einer Traktandenliste, auf der mit einem Antrag seine Abwahl verlangt wird, zu leiten.» Schnyder stellte fest, dass nicht nur in der Schweiz und Europa, sondern weltweit die Milchpreise unter grossem Druck stehen.

Auch Gruyère wird von der Entwicklung nicht verschont
Die Milchproduktion ist der bedeutendste landwirtschaftliche Betriebszweig der Schweiz. Die Milch hat eine Netto-Überversorgung im eigenen Land. Mengenmässig ist die Bilanz Import-Export seit Jahren negativ. Interessanterweise hat der Knick ins Negative schon mit der Grenzöffnung Käse und nicht erst nach dem Euroschock im letzten Jahr eingesetzt. Die aktuelle Exportstatistik vom Januar zeige ebenfalls, dass die Sorten im Export deutlich Mengen verlieren und die sogenannten Freien Sorten zulegen. Wachstum gehe aber aktuell nur über den Preis. Sogar Gruyère, aktueller Teamlader oder Vorzeigesorte bezüglich Menge und Preis, werde von der aktuellen Entwicklung nicht verschont. Schnyder zog folgende Schlussfolgerungen: Es müsse besser verkauft und gleichzeitig die Milchmenge im Griff gehalten werden. Es stelle sich die Frage, ob der Genossenschaftsgedanke noch etwas zähle. Das Milchland Schweiz werde es auch in Zukunft geben, wenn man sich auf Stärken besinne. Der TMP-Präsident betonte, dass eine Mitgliedschaft in einer Genossenschaft kein Wunschkonzert sei. So bleiben auch die ausstehenden Beträge in jedem Fall geschuldet.

Heumilch: Ein hochwertiges Produkt soll gefördert werden
Jürg Fatzer, Geschäftsführer TMP, erklärte, dass die Wahrung und Förderung der Interessen im Vordergrund stehen und gute Rahmenbedingungen geschaffen werden sollen. Wichtig seien auch Beratung, Unterstützung und Rechtshilfe in Berufs-, Fach- und Genossenschaftsfragen. Unterstützt werden zudem Qualitätsförderungsmassnahmen. Die TMP leiste Hilfestellung bei der Übernahme und Verwertung unverkäuflicher Milch zu aktuellen Marktpreisen. Als Ziele der ARGE Heumilch nannte Fatzer Erzeugung und Verarbeitung von Heumilch in der Schweiz. TMP fördere die Erhaltung der silofreien Bewirtschaftung und unterstütze die Wertschöpfungskette Heumilch. Dadurch würden Arbeitsplätze gesichert und hochwertige Produkte gefördert.

Es wird eine Kommission gebildet
Keine hohen Wellen schlug die Statutenrevision, welche genehmigt wurde. Hingegen bestehen nach wie vor unterschiedliche Meinungen zur LactoFama. Der Antrag zur Abberufung von Vorstandsmitgliedern und Ergänzungswahlen wurde zurückgezogen. Dafür wurde der Gegenvorschlag von Mathias Roth, welcher mit weiteren Milchbauern beantragte, dass der Vorstand TMP eine Kommission zu bilden hat, welche die Organisationsform der Genossenschaft Thurgauer Milchproduzenten überprüft, angenommen. Diese erstellt einen Bericht zuhanden des Vorstandes und der Generalversammlung 2017. Der Antrag wurde mit 237 Ja, 16 Enthaltungen und 136 Nein genehmigt.


Mario Tosato













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