Thurgauer Bauer

Aktuelle Ausgabe vom
13. Juli 2018


Praxistipps des Arenenberger Beratungsteams / Gemeinsamer Einkauf spart Geld

Ausgabe Nummer 38 (2015)

Viele Firmen bieten bei grösseren Liefermengen attraktive Rabatte. Bei Bestellungen mit anderen Betrieben zusammen können diese noch besser ausgenutzt und Kosten reduziert werden.

Sei es bei Futtermitteln, Saatgut, Dünger, Treibstoff oder anderen landwirtschaftlichen Hilfsstoffen – bei grossen Bestellmengen können in der Regel grössere Rabatte ausgehandelt werden. Viele Betriebe können davon nur beschränkt profitieren, da sie auf Grund ihres Bedarfs oder der begrenzten Haltbarkeit des Produkts (zum Beispiel Kraftfutter) nur kleinere Mengen auf ein Mal bestellen können.
Es ist deshalb prüfenswert, ob es Produkte gibt, die zusammen mit Landwirten in der Nähe eingekauft werden können. Ein Beispiel: Zwei Landwirte mit je 30 Kühen füttern ihren Kühen als Eiweissergänzung Rapsschrot. Zirka alle drei Monate haben sie dafür einen Bedarf von 4000 kg. Wenn sie dieses Rapsschrot nun gemeinsam beziehen, kann mit einem zusätzlichen Rabatt von Fr. 3.50/dt (gemäss Konditionen eines Thurgauer Futtermittelanbieters) gerechnet werden. Bei einem jährlichen Bedarf von 16 000 kg ergibt sich so ein Sparpotenzial von 560 Franken. Wird der gemeinsame Einkauf nun ausgedehnt auf Viehsalz, Mineralstoff, Zitzentauch- und Reingungsmittel sind alleine für den Hilfsstoffbedarf in der Milchviehhaltung Einsparungen von über 1000 Franken möglich. Neben den höheren Rabattmöglichkeiten wird es bei grösseren Bestellmengen auch interessanter, von verschiedenen Anbietern Offerten einzuholen.
Auch bei Pflanzenschutzmitteln sind bei gemeinsamen Bestellungen zusätzliche Rabattprozente zu erzielen. Einzelne Anbieter bieten auch bei gemeinsamer Bestellung die Auslieferung und Rechnungsstellung an jeden Betrieb separat an.
Noch weiter geht die ZUMAKO Einkaufsgemeinschaft in der Region Frauenfeld. 14 Landwirte haben sich zu einer einfachen Gesellschaft zusammen geschlossen. Geschäftsführer Hans Dübendorfer versendet zu festgelegten Terminen die Bestelllisten an die Mitglieder (der gesamte Schriftverkehr erfolgt per E-Mail). Sobald die Bestellungen zusammen getragen sind, ist für jedes Produkt ein Mitglied für das Einholen der Offerten und die Bestellung verantwortlich. Mehr dazu im nachstehenden Interview:

Welche Artikel werden über die Einkaufsgemeinschaft eingekauft?
Wir kaufen gemeinsam Pflanzenschutzmittel, Dünger, Saatgut, Diesel, Viehsalz, Puffersalze, Futterkalk, Propylenglycol, Leckschalen und diverse Bedarfsartikel für die Tierhaltung (zum Beispiel Euterpapier, Zitzentauchmittel, Reinigungsmittel) ein. Je nach Produkt sind die zusätzlichen Rabatte unterschiedlich hoch. Besonders attraktiv ist beispielsweise der gemeinsame Einkauf der Grassamen. Bei anderen Produkten wie Milchpulver oder Mineralsalzen versuchen wir durch den Zusammenzug der Bestellungen unserer Mitglieder die Maximalrabatte auszunützen.

Wie hoch schätzt du den finanziellen Vorteil für deinen Betrieb ein?
Ich gehe davon aus, dass ich dank der Einkaufsgemeinschaft meine Kosten jährlich um zirka 3000 Franken reduzieren kann.

Siehst Du neben dem finanziellen Gewinn weitere Vorteile der Einkaufsgemeinschaft?
Ich schätze es sehr, dass wir in unserer Region sehr gut miteinander zusammenarbeiten und diskutieren können. Dieses Miteinander motiviert und bringt uns gemeinsam vorwärts. Diesen Austausch könnte man vielleicht noch intensiveren und sich zum Beispiel gezielt über produktionstechnische Strategien bezüglich Düngung oder Pflanzenschutz austauschen.

Gibt es auch Nachteile?
Durch das konsequente Einkaufen bei den günstigsten Anbietern und durch die Berücksichtung von Parallelimporteuren können wir kaum noch von den kostenlosen Beratungen der Anbieterfirmen profitieren. Zudem kann ich nur noch beschränkt ein Produkt explizit von einer Firma bestellen. Wenn ein vergleichbares Produkt von einer anderen Firma günstiger angeboten wird, kaufen wir es dort ein.

Wie wird der Aufwand der Einkaufsgemeinschaft entschädigt?
Die Mitglieder können die Produkte zu den Einstandspreisen der Einkaufsgemeinschaft kaufen. Der administrative Aufwand wird über eine Jahresgebühr und einer Eintrittsgebühr für neue Mitglieder entschädigt.


Mathias Roth,
BBZ Arenenberg




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