Thurgauer Bauer

Aktuelle Ausgabe vom
12. Oktober 2018


Probleme mit Engerlingen in Wiesen und Spezialkulturen? Einsatz von Beauveria-Pilz im Frühjahr 2015 jetzt planen!

Ausgabe Nummer 21 (2014)

Im Urner Fluggebiet (östlich Linie Kreuzlingen – Weinfelden – Wil) ist die Entwicklung der Engerlinge fast abgeschlossen. In ungefähr einem Monat hören sie auf zu fressen und graben sich tiefer in den Boden, wo sie sich verpuppen. Im Herbst dann werden in diesem Gebiet die jungen Käfer schlüpfen, sie bleiben aber bis im nächsten Frühling im Boden und werden erst Ende April 2015 ausfliegen und eine neue Generation aufbauen.

Chemische Bekämpfung nicht mehr möglich
Die Engerlinge der aktuellen Maikäfergeneration haben an verschiedenen Orten beträchtliche Schäden angerichtet. Zur Bekämpfung der Engerlinge stehen keine Insektizide mehr zur Verfügung. Es gibt heute zwei praxiserprobte Möglichkeiten, um Engerlingsschäden vorzubeugen oder zu reduzieren. Bei empfindlichen Kulturen (zum Beispiel Obstanlagen), wo bereits wenige Engerlinge pro Quadratmeter Schäden hervorrufen, werden Hagel- oder Bodennetze während des Maikäferfluges eingesetzt. In mit Netzen geschützten Kulturen können die Weibchen keine Eier ablegen. In Wiesen, wo eine gewisse Anzahl von Engerlingen toleriert werden kann, hat sich die Anwendung des Pilzes Beauveria brongniartii bewährt. Mit einer Übersaatsämaschine werden die Pilzkörner in den Boden eingedrillt. Der Pilz breitet sich bei günstigen Bedingungen seuchenhaft aus und kann Engerlingspopulationen während mehrerer Jahre reduzieren. Damit sich der Pilz im Boden gut entwickeln kann, ist eine minimale Anzahl Engerlinge pro Quadratmeter nötig. Die Bekämpfung der Engerlinge mit dem Beauveria-Pilz macht deshalb nur bei einer durchschnittlichen Dichte ab 8 bis 10 Engerlingen pro Quadratmeter in Spezialkulturen, respektive ab 20 Engerlingen pro Quadratmeter in Wiesen Sinn. Für Behandlungen im Flugjahr 2015 sollte die Engerlingsdichte auf Problemparzellen jetzt noch erhoben werden.

Engerlingsdichte auf Problemparzellen durch Grabungen ermitteln
Oft sind es die gleichen Parzellen, die über Jahre von Engerlingen geschädigt werden. Dies hängt damit zusammen, dass die Weibchen ihre Eier in jenem Gebiet ablegen, in dem sie sich selber entwickelt haben. Da sich die Engerlinge im Moment noch nahe an der Bodenoberfläche zum Fressen aufhalten, kann jetzt die Engerlingsdichte mittels Grabungen ohne allzu grossen Aufwand festgestellt werden. Pro Hektare sind mindestens acht Löcher, 50  50 cm und zirka 20 bis 30 cm tief, zu graben. Das Resultat pro Loch mal 4 ergibt die Anzahl Engerlinge pro Quadratmeter. Wir empfehlen die Kontrollen (Grabungen) jetzt durchzuführen, bevor die Engerlinge zur Verpuppung in die Tiefe wandern. Halten Sie die Resultate Ihrer Probegrabungen fest. Bewirtschafter, welche Flächen mit dieser Methode im nächsten Frühjahr behandeln möchten, können sich beim Pflanzenschutzdienst (E-Mail: hermann.brenner@tg.ch Telefon 071 663 31 40) melden.


BBZ Arenenberg,
Pflanzenschutzdienst,
Hermann Brenner




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