Ausgabe Nummer 28 (2004)
Probleme mit Milben und Läusen
| Obstbau: Schorfbefall ernst nehmen und Pflaumenwickler jetzt bekämpfen |
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Probleme mit Milben und Läusen
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| Die regnerische Witterung hat in vielen Obstanlagen zu Schorf- und Mehltaubefall geführt. Da die Mittelpalette gegen Mehltau sehr schmal ist und bei Befall mit Schorf ein erhöhtes Resistenzrisiko besteht, wenn z. B. SSH-Präparate oder Mittel mit Strobilurinen als Wirkstoff eingesetzt werden, sollten in diesem Fall nur noch vorbeugend mit Delan oder Captan, Euparen oder allenfalls Folpet mit Schwefelzusatz verwendet werden (3 kg/ ha bei nicht empfindlichen Sorten). Schwefel kann bei starker Sonneneinstrahlung und hohen Temperaturen bereits in kleinen Dosen Verbrennungen verursachen (Jonagold). Die Spritzintervalle sollen witterungsabhängig gewählt werden (Bei Schwefel nimmt die Wirkung mit steigenden Temperaturen schnell ab und ist bei 20 Grad ca. bei 8 Tagen, bei 30 Grad noch bei 4 Tagen). Nach 20 mm Niederschlag muss Schwefel nachbehandelt werden. Läuse sind dieses Jahr auch in Obstanlagen sehr stark aufgetreten, allerdings wesentlich später als üblich. Teilweise sind Arten wie z.B. die gelbe Zitronenlaus vorhanden, welche normalerweise keine Schäden verursachen. Gerade diese Art ist schwer von der grünen Apfellaus zu unterscheiden und wesentlich schwieriger zu bekämpfen. Da erhebliche Probleme bei der Mittelwahl bestehen, ist diese Art nur im äussersten Notfall in Absprache mit der Beratung zu bekämpfen. Bei den Spinnmilben bestehen ebenfalls grössere Probleme, sowohl bei der Roten Spinne als auch bei den Rostmilben. Sogar die Gemeine Spinnmilbe tritt örtlich vermehrt auf. Neoron, Kiron, und Envidor sollten gegen Rostmilben wirken. Alle anderen Mittel haben nur eine Teilwirkung. Wenn diese Produkte keine Erfolge bringen, kann nur noch der Einsatz von Schwefel eine Reduktion bewirken. Auch diese ist aber nicht nachhaltig. Wir raten von Mischungen verschiedener Präparate ab, die Gefahr einer Kreuzresistenz wird so direkt gefördert. Der Apfelwickler hat den Flughöhepunkt der ersten Generation überschritten. Trotzdem können weiterhin Eiablagen stattfinden. Je nach Mittelwahl bei der ersten Behandlung ist nach 45 Wochen eine Nachbehandlung mit einem anderen Wirkstoff nötig. Eine zweite Generation ist bei uns wohl nur in den frühen Lagen am See und in südexponierten Hanglagen zu erwarten. Die Situation beim Birnblattsauger hat sich etwas beruhigt. Für weitere Behandlungen kommen nur die Mittel Acarac / ByeBye / Amitraz auf junge und mittlere Larven oder Evisect auf junge Larven in Frage. Situation beim Feuerbrand Die Feuerbrandsituation präsentiert sich wie folgt: In der Gemeinde Egnach (Neukirch) sind durch den örtlichen Feuerbrandkontrolleur an verschiedenen Orten Hochstämme mit Befall entdeckt worden. Bisher handelt es sich meistens um einzelne Bäume. Auch in Obstanlagen sind einzelne Pflanzen positiv getestet worden. In Winden mussten Birnbäume gerodet werden. Dies deutet darauf hin, dass das Bakterium im Gebiet überall vorhanden ist und grössere Infektionen im Jahr 2005 zu befürchten sind, wenn nicht alle Infektionsherde gefunden werden. Wir rufen deshalb dazu auf, sich bei einem Verdacht, sei es auf Hochstamm oder auf Weissdorn, bei der Feuerbrandkontaktstelle der Gemeinde (K. Stäheli, 071 477 17 01 ) zu melden. Eine grössere Ausbreitung des Feuerbrandes hätte in diesem Gebiet katastrophale Folgen für den Obstbau und die ansässigen Baumschulen. Positive Proben liegen weiter vor aus: Homburg, Münchwilen, Wuppenau (Hosenruck), Berg, Hohentannen, Erlen, Sulgen, Hauptwil, Horn. Steinobst Im Zwetschgenanbau bestehen mit der feuchten Witterung ideale Voraussetzungen für den Zwetschgenrost und Infektionen durch die Monilia. Bei der Mittelwahl auf das Wirkungsspektrum achten: Delan wirkt gegen Schrotschuss und Rost, nicht aber gegen Monilia. Teldor gegen Fruchtmonilia (Netzmittel zusetzen). Flint gegen Rost und Schroschuss mit Teilwirkung auf Fruchtmonilia und Amistar kann gegen Schrotschuss und Fruchtmonilia eingesetzt werden. Der Flug der 2. Generation hat eingesetzt, allerdings waren die Fallenfänge nicht so hoch. Die Bekämpfung mit Insegar sollte nun sofort in Angriff genommen werden. Bei richtiger Terminierung genügt eine Behandlung vollends. Stewart kann gegen den Pflaumenwickler ebenfalls eingesetzt werden, es sind aber zwei Behandlungen im Abstand von 14 Tagen erforderlich. Urs Müller, LBBZ Arenenberg, Fachstelle Pflanzenschutz und Ökologie, Tel. 079 286 33 19, E-Mail: urs.mueller@kttg.ch |
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