Ausgabe Nummer 51 (2005)
Produzenten auf die Herausforderungen vorbereitet
Produzenten auf die Herausforderungen vorbereitet
Die Schweinefachtagung soll den Produzenten helfen, die bevorstehenden Herausforderungen mit gezielten Massnahmen zu meistern.
Die diesjährige Schweinefachtagung stand unter dem Motto «Erfolgreiche Schweineproduktion auf dem Weg in die Zukunft». In Kirchberg SG, Brunegg AG, Zollikofen BE und erstmals in Payerne FR verfolgten über 300 Besucher die interessanten Referate. In Anbetracht der seit mehreren Monaten andauernden prekären Marktlage im Schweinesektor und der in der näheren Zukunft auf die Branche zukommenden Herausforderungen wie die zunehmende Globalisierung im Welthandel könne man von einer unsicheren Zukunft sprechen, erklärte Josef Schurtenberger, Geschäftsführer Genossenschaft Prosus, zu Beginn der Tagung. Angesichts des unsicheren Marktumfeldes sei es das Ziel der diesjährigen Schweinefachtagung, den Produzenten aufzuzeigen, mit welchen Massnahmen sie ihre Betriebe für eine erfolgreiche Bewältigung der bevorstehenden Herausforderungen besser vorbereiten können.
Nach Aussagen von Zuchttechniker Urs Aeschlimann bestätigen die eindrücklichen Resultate, dass der eingeschlagene Weg mit aller Beharrlichkeit fortgesetzt werden müsse. Die von der Prosus gewählte Strategie auf den Stufen Kern- und Vermehrungszucht habe sich bewährt und konnte gar gefestigt werden. So zählen die Prosus-Kern- und Vermehrungszüchter zur absoluten Spitze der nationalen Herdebuchzucht.
Hygiene und Sauberkeit vermeiden Krankheiten
«Um Krankheiten zu verhindern, sind gesunde Schweinebestände eine wichtige Voraussetzung», stellte Xaver Sidler, Leiter der Abteilung Schweinemedizin an der Universität Zürich, fest. Mit eindrücklichen Bildern zeigte Sidler die hygienischen Anforderungen in den Bereichen Eingang zum Betrieb, Personenschleuse, Desinfektionsbecken und Verladebereich. Dabei machte er auf die Verschleppung und Ansteckung von Kokzidien aufmerksam. Sidler plädierte in seinem Referat, dringend darauf zu achten, die Stallabteile und Kammern im Rein-Raus-Verfahren zu betreiben und auf eine entsprechende Reinigung zu achten. Grösste Sauberkeit sollte auch in den Abferkelställen herrschen. Denn verschmutze Tiere verschleppen ihre am schmutzigen Körperteil haftenden Keime in den sauberen Abferkelstall, und die neugeborenen Ferkel nehmen die Keime wieder auf. Abschliessend meinte Sidler: «Tiergesundheit ist die Grundlage für eine wirtschaftliche Schweineproduktion.»
Schweineproduktion in der Bretagne
Zum Abschluss der Tagung warfen Isabelle Colin, Louis Kernaleguen, beide Pleyben F, und Zuchtberater Louis Gemperle einen Blick in die Schweineproduktion in der Bretagne in Frankreich. Die Bretagne soll nach Angaben der Referenten die drittgrösste Schweineproduktionsregion in Europa sein. Rund 80 Prozent der Betriebe produzieren in einem geschlossenen System. Im Durchschnitt halten die Betriebe 150 bis 200 Muttersauen mit entsprechenden Mastplätzen und bewirtschaften rund 52 Hektaren landwirtschaftliche Nutzfläche. Vorgestellt wurde auch die professionelle Preisbildung «Marché du Porc Breton», die ein gegenseitiges Ausspielen, aber auch ein Versteckspiel verunmöglichen.
