Thurgauer Bauer

Aktuelle Ausgabe vom
15. März 2019


Projekte sind zum Einrichen bereit

Ausgabe Nummer 9 (2019)

Der Verein Projekt Regionale Entwicklung Tannzapfenland informierte am Mittwochabend in der Au ihre Mitglieder sowie zahlreiche Gäste über den aktuellen Stand der Projekte. Der Verein wird das Dossier bis Mitte März bei Bund und Kanton zur Prüfung einreichen. Diese entscheiden dann über die finanzielle Unterstützung.

«Ein intensives Jahr neigt sich dem Ende zu, die Grundlagen sind erarbeitet und ich freue mich über das grosse Interesse, das sie dem heutigen Abend entgegen bringen». Mit diesen Worten begrüsste Werner Ibig, Präsident des Vereins Projekt Regionale Entwicklung (PRE) Tannzapfenland, die Anwesenden, darunter auch Ueli Bleiker, Chef Landwirtschaftsamt, die Gemeindepräsidenten von Bichelsee-Balterswil, Fischingen, Eschlikon und Sirnach sowie Vertreter vom lokalen Gewerbe und den Partnerorganisationen.

Dachmarke «Tannzapfenland»
Aufbauend auf dem Ziel, den Absatz von regionalen Produkten zu fördern und die Wertschöpfung in der Region zu sichern, entstand der Verein PRE Tannzapfenland. Daraus sind vier Grundpfeiler gewachsen, die jeweils verschiedene Teilprojekte umfassen und alle unter dem Dach des Gesamtvereins «PRE Tannzapfenland » und der Marke «Tannzapfenland» vereint sind. Im vergangenen Jahr hat der Vorstand gemeinsam mit Geschäftsführerin Brigitte Süess und Projektcoach Silke Fieseler-Hein die unterschiedlichen Projektideen mit den Interessierten geprüft, weiterverfolgt und das Dossier zusammengestellt.

Verarbeitung in der Region
«Wo schlachten Sie in fünf Jahren?» Diese Frage beschäftigte, und 32 Interessierte gründeten im Herbst gemeinsam die IG Regionale Fleischverarbeitung Hinterthurgau. «Seither sind zahlreiche Gespräche erfolgt», sagt Andreas Moser, Teilprojektleiter. Die Abklärungen sind rasch vorangeschritten und ein Neubau bei der Grastrocknung Sirnach und ein Kauf der bestehenden Schlachtanlage in Sirnach stehen zur Debatte. Neben Fleisch gibt es mehrere Käsereien in der Region. Lukas Böhi, Präsident der Genossenschaft Bergkäserei Au: «Wir werden ein Projekt einreichen.» Um die Käseproduktion zu sichern und die Wertschöpfung in der Bergregion zu halten, benötigt es einen Neubau der Bergkäserei Au. Über den Verein PRE beantragen die Verantwortlichen in beiden Projekten eine finanzielle und organisatorische Unterstützung. Ebenfalls haben sich einige Direktvermarkter entschieden, Umbauten für die Produkteverarbeitung auf ihren Betrieben vorzunehmen. Auch diese werden unterstützt.

Produkte aus der Region
Gemeinsame Marktauftritte, Geschenktaschen, Hofautomaten und vieles mehr sind die Ziele der zehn Direktvermarkter, die sich Ende letzten Jahres zu einem Verein zusammengeschlossen haben. Mit über 40 Produkten, die alle aus dem Tannzapfenland stammen, bietet sich eine breite Palette. «Eine Jahresplanung für die Märkte haben wir zusammen, nun hoffen wir, dass wir auch die anderen Ideen umsetzen können», sagt Christof Fürer, Teilprojektleiter Direktvermarkter.

Tourismus in der Region
«Woher kommen die Flurnamen? Was sind das für Pflanzen?» Künftig lassen sich solche Fragen auf einer geführten Wanderung mit Köbi Hug beantworten. Dazwischen gibt es eine Stärkung mit regionalen Produkten. Wer auf seiner Vereinsreise den Rucksack nicht mittragen will, der bestellt einfach den mobilen Grill von Hans Feuz. Und wer lieber mit dem Bike unterwegs ist, der lässt sich von Irene Moser durch die Region führen. «Zwei Workshops im vergangenen Jahr haben gezeigt, dass es eher schwierig ist, im agrotouristischen Bereich Anbieter zu finden, weshalb wir uns auf Tagesangebote fokussiert haben », sagt Köbi Hug, Teilprojektleiter Agrotourismus.

Regionale Zusammenarbeit
Ein wichtiges Anliegen des Vereins PRE Tannzapfenland ist die branchenübergreifende Zusammenarbeit. Neben dem Tourismus sind die Gastronomie und das Gewerbe wichtige Partner. Eines der Projekte in diesem Bereich ist die Zusammenarbeit mit der Genossenschaft «Zum alten Schulhaus Au-Fischingen ». Das Restaurant verwendet regionale Produkte und der Verein PRE unterstützt die Genossenschaft beim Eventmarketing sowie beim aktuell gestarteten Crowdfunding für einen Spielplatz. Ebenfalls geplant ist ein Erlebnisweg in der Region, der gemeinsam mit Gewerbe und Tourismus auf die Beine gestellt werden soll.

Warten auf den Entscheid
«Mitte März schliessen wir das Dossier und reichen es bei Bund und Kanton ein», so Ibig. Dann heisst es für alle Beteiligten: abwarten. Die Prüfung des Dossiers dauert in etwa ein halbes Jahr. Fällt der Entscheid positiv aus, können die geplanten Teilprojekte in den kommenden sechs Jahren umgesetzt werden.


Werner Ibig, Präsident PRE Tannzapfenland
Brigitte Süess, Geschäftsführerin PRE Tannzapfenland







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