Ausgabe Nummer 21 (2009)
Projektstart zur grenzüberschreitenden
In Bischofszell, bei der Tobi Seeobst AG, hat am 14. Mai 2009 das Kick-off-Meeting des Interreg-IV-Projektes «Betriebsmanagement im Obstbau» stattgefunden. Das Projekt startet dieses Jahr und dauert drei Jahre.
Projektpartner des Projektes sind in der Schweiz AGRIDEA, Agroscope Changins- Wädenswil ACW, die kantonalen Fachstellen für Obstbau der Kantone Thurgau und St. Gallen sowie die Agrotreuhand Thurgau. Projektkoordinator ist das Kompetenzzentrum für Obstbau Bodensee (KOB). Partner auf deutscher Seite sind ausserdem die Steuerberatungsbüros Schneckenburger und Waggershauser.
Ziele des Projektes
Das Projekt besteht aus vier Teilen, die sowohl in der Schweiz wie auch in Deutschland koordiniert durchgeführt werden: Im ersten Teil «Software und Kennzahlen» steht die Datenaufnahme durch Schlagkarteien und die Verbindung zwischen Schlagkartei und Betriebsbuchhaltung im Mittelpunkt. Im zweiten Teil «Controlling und Planungsinstrumente» werden für Betriebe und Beratung praxistaugliche Instrumente entwickelt, um die Betriebssituation evaluieren zu können und hilfreiche Mittel für die strategische Entscheidung auf Parzellen- sowie Betriebsebene zu treffen. Im dritten Teil «Bildung/Schulung» wird in Abstimmung mit konkreten Bedürfnissen aus der Praxis in Form von Pilotgruppen ein Leitfaden zu den relevanten Themen der Unternehmensführung von Betrieben im Wandel (wie Mitarbeiterführung, Finanzierung grösserer Projekte oder Grundlagen bei der Betriebsorganisation) für die Schulung und Weiterbildung entwickelt, um die Managementkompetenzen der Obstproduzenten zu fördern. Im vierten Teil «Dokumentationsstelle» wird ein System entwickelt, um die administrative Arbeit der Produzenten auf dem Betrieb zu reduzieren.
Breite Unterstützung für das Projekt
Regierungsrat Dr. Kaspar Schläpfer hob die grosse Bedeutung der Obstproduktion in der Bodenseeregion hervor und betonte die Wichtigkeit einer professionellen Produktion. Die Thurgauer Regierung begrüsse daher die Initiative eines gemeinsamen Projektes zur Förderung der regionalen Wettbewerbsfähigkeit und Sicherung einer nachhaltigen Obstproduktion beidseits des Bodensees. Yvonne Schleiss von der Volkswirtschaftsdirektion des Kantons Zürich stellte die Eckpunkte der Interreg-Projekte vor und wies darauf hin, dass solche Grossprojekte leider auch mit einigem Administrativaufwand verbunden sind, man aber seitens der Behörden sehr bestrebt sein, diesen Aufwand wo immer möglich tief zu halten. Dr. Manfred Büchele, Geschäftsführer der Kompetenzzentrum Obstbau Bodensee in Bavendorf, erläuterte die Projektzielsetzungen und Rahmenbedingungen und machte sich Gedanken zu den vielschichtigen Anforderungen ans Betriebsmanagement eines modernen Obstbetriebs. Ruedi Brüllhart, Geschäftsführer der TOBI-Seeobst AG, erläuterte schliesslich den Veränderungsprozess seines Betriebs.
Interesse der Praxis
Am Kick-off-Meeting waren über dreissig Gäste präsent. Erfreulicherweise haben auch viele Produzenten die Gelegenheit ergriffen, sich aus erster Hand über die Projektabsichten ins Bild zu setzen. Beendet wurde die Auftaktveranstaltung mit einem Rundgang durch die neuen Sortier- und Abpackeinrichtungen der Tobi- Seeobst AG.
Jetzt geht’s an die Umsetzung der Projektziele: interessierte Produzenten gesucht!
Nach diesem geglückten Auftakt kommt das Projekt nun in die eigentliche operative Phase. Im Projektbeschrieb wird den Interaktionen zwischen Praxis, Beratung und Forschung hohe Priorität beigemessen. Aus diesem Grund werden nun Obstproduzenten aus der ganzen Ostschweiz gesucht, welche sich aktiv am Projekt beteiligen möchten und dabei auch gleichzeitig vom interregionalen Austausch mit den deutschen Berufskollegen profi tieren. Für weitere Informationen wenden Sie sich an markus.leumann@agridea.ch oder esther.bravin@acw.admin.ch oder an die Kantonale Fachstelle für Obstbau.
Esther Bravin (ACW) und Markus Leumann (AGRIDEA)
