Ausgabe Nummer 24 (2003)

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Qualität wurde kritisch geprüft

Interessierte Fachleute bei der Eberparade in Wängi
 
 
Bei schönstem Wetter pilgerten zahlreiche Schweinezüchter und Fachleute auf die KB-Station Wängi an die traditionelle Eberparade mit rund 60 Spitzentieren.
  

Schweinezüchter und Fachleute aus der ganzen Schweiz und dem benachbarten Ausland besuchten die Eberschau im thurgauischen Wängi.

 
In der KB-Station Wängi wurden an der Eberparade die besten Eber der Schweiz einem interessierten Publikum vorgestellt. Zurzeit herrsche in Wängi eine spezielle Situation, weil keine Jungeber gezeigt werden können, stellte Ruedi Mani, Geschäftsleiter der Suisag, Sempach, fest. Dies hänge mit dem Bestossungskonzept des neuen Stalls in Knutwil LU zusammen. Sämtliche Jungeber wurden im neuen Stall eingestallt. Die KB-Station in Wängi ist seit 1983 in Betrieb. Im Jahr 2000 wurde die Platzzahl von 40 auf 80 erhöht. Neben Schweizer Schweinezüchtern und Fachleuten waren auch Interessierte aus Deutschland und Österreich zugegen. Mit der Eberparade werden den Schweinezüchtern die besten Produkte, die auf dem Markt sind, vorgestellt. Damit können die Bauern sehen, woher das Sperma stammt.

Persönliche Sichtung der Eber
Die Suisag rüstet Interessierte monatlich mit Eberlisten aus, die jeweils mit den neusten Daten ergänzt werden. Auf diesen Listen ist die Zuchtlinie (nach Vater- und Mutterlinie getrennt), Rasse, Kategorie mit den Kennzahlen ausgedruckt. Zu einem grossen Teil kennen die Schweinezüchter die Eber und notieren für eine allfällige Bestellung die besonderen Merkmale. Wie Mani aus Erfahrung weiss, wird auf das Fundament, die Stärke der Beine, Rahmen, Typ, aber auch auf das "Gesäuge", das wichtig für die Vererbung ist, geachtet. Die Eber wurden im Ring von Hansruedi Niederer kompetent kommentiert. Er machte die Fachleute auf die wichtigen Merkmale und die vorhandenen Zahlen aufmerksam. Bei der Vaterlinie achten die Züchter auf die Fleischvererbung und bei der Mutterlinie auf die Fruchtbarkeit.

Depotbelieferung wurde ausgebaut
Die Bestellungen erfolgen jeweils am Morgen. Der frische Samen ? nicht tiefgefroren ? wird am gleichen Tag an eine Depotstelle in der Nähe des Wohnortes des Bestellers geliefert. Die Suisag verfügt in der ganzen Schweiz über ein Netz von 150 Depotstellen. In der Ostschweiz wurde die Depotbelieferung erst vor kurzem eingeführt und bewährt sich nach Aussagen von Ruedi Mani sehr gut. Der Transport ist günstiger als per Post. Zudem ist ein schonender Transport gewährleistet. Der Samen wird in spezielle Plastikbeutel abgefüllt und in Styroporpackungen transportiert. Das Sperma ist vier Tage haltbar. Die Technik der künstlichen Besamung sei bei Schweinen sehr einfach, erklärt Mani, deshalb werde die künstliche Besamung zu 97 Prozent durch die Bauern selbst vorgenommen. Bei den Schweinen beträgt der Anteil der künstlichen Besamung rund 45 Prozent.

Ergänzung zu eigenen Tieren gesucht
Mit der Eberliste ausgerüstet, verfolgte Fritz Rufer aus Zuzwil BE, das Geschehen im Ring. Da er Mutterlinienzüchter sei, interessiere er sich in erster Linie für die Mutterlinien. Das Angebot sei relativ klein, deshalb sei er in den Thurgau gereist, um wieder einmal das Exterieur der angebotenen Tiere selber zu sehen. Rufer möchte seine Linie mit geeigneten Tiere ergänzen. Nach seiner Ansicht ist das Angebot durchzogen, neben sehr schönen Ebern seien auch weniger interessante Tiere gezeigt worden.
Iganz Vorringer aus Niederösterreich, kam, weil ihn die Schweizer Zuchtergebnisse interessieren. In Österreich werden andere Typen mit weniger Fleisch gezüchtet. Neben der Schweiz besuche er auch in Deutschland solche Veranstaltungen. Schweinezüchter Walter Rusch aus Gonten, Appenzell, besucht die Eberparade in Wängi regelmässig. Die Qualität der gezeigten Tiere sei in der Fleischigkeit, dem Körperbau und der Bemuskelung unterschiedlich. Er könne hier die Beweglichkeit der Tiere und die Klauenbildung gut mit verfolgen.

Bei der Genetik grössere Blutvielfalt anstreben
Peter Muff aus Hellbühl LU geht gerne an solche Veranstaltungen, um die Tiere zu sehen; welche Fundamente sie haben und was sie am Leib tragen. Bei der Schweinezucht bringen Zahlen alleine nicht alles. Bei der Zucht gebe eben eins und eins nicht unbedingt zwei. Bei der Genetik der Eber müsse unbedingt eine grössere Blutvielfalt angestrebt werden, ist Muff überzeugt.

Mario Tosato
 
  
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