Ausgabe Nummer 49 (2008)

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Regionale Milchwirtschaftstagung in Märwil

Schweizer Milchbauern haben viele gute Trümpfe

Peter Thomet ist überzeugt, dass sich die Schweiz als hervorragendes Grasland in der Milchwirtschaft behaupten kann. Nützliche Tipps zu Galtkuhmanagment und zum Melken.

Die Milchwirtschaft habe nicht nur eine politische, sondern vielmehr auch eine wirtschaftliche Bedeutung, begrüsste Andreas Guhl die Mitglieder verschiedener Agro-Beratungsvereine aus dem Thurgau zur regionalen Milchwirtschaftstagung. Deshalb seien solche Weiterbildungsveranstaltungen wichtig.

«Barbie»-Kühe wenig gewinnbringend
«Die Schweizer Milchwirtschaft hat viele gute Trümpfe in der Hand, nur müssen diese auch ausgespielt werden», erklärte Peter Thomet, SHL Zollikofen. So müsse der kollektive Willen vorhanden sein, die Nummer 1 in der Milchwirtschaft zu sein. Es gelte, die zentrale Lage im kaufkräftigen Europa zu nutzen. «Die Schweiz verfügt weltweit über das beste Graswachstum, nirgends könnten die Kühe so lange auf der Weide gelassen werden wie bei uns», so Thomet. Bei einer Vollkostenrechnung stehe das Grundfutter an erster Stelle, gefolgt von der Bestandesergänzung und der Arbeit. Die Gebäudekosten folgen erst an sechster Stelle. Wichtig sei, dass die eigenen Ressourcen besser genutzt, die Arbeitsproduktivität und die Milchleistung pro Arbeitsstunde gesteigert werde. Eine wirtschaftliche Kuh erreiche vier bis fünf Laktationen. «?Barbie?- Kühe sind für graslandbasierte Milchproduktion nicht die besten», erklärte Thomet. Es sei wenig sinnvoll und gewinnbringend, wenn eine Kuh viele Schauen und Ausstellungen gewinne, aber nach 20 Besamungen erst zwei Kälber geboren habe. Thomet bevorzugt bei den Holsteinkühen neuseeländische vor amerikanischer Genetik.

Gutes Galtkuhmanagment spart viel Geld
Hansruedi Hottinger, Strickhof, berichtete über eine Studie der Technik-HF Strickhof zum Galtkuhmanagement auf sechs Betrieben. Dabei sprach er von folgenden Durchschnittswerten: Aceton leicht 7,1 Prozent, Aceton schwer 5,5 Prozent, Milchfieber 16 Prozent, Zellzahl 1200 000/ml, Serviceperiode 119 Tage, Besamungsindex 1,9, Mastitisbehandlung 40 Prozent, was zu einem durchschnittlichen Deckungsbeitrag von rund 4100 Franken führe. Schlechtes Galtkuhmanagement verursache bei Milchfieber Durchschnittskosten von 561 Franken oder bei einem schweren Acetonfall von 595 Franken. Dazu komme der Stress und der Ärger. Hottiger zog folgendes Fazit: «Die Galt stehende Kuh ist das Wichtigste im Stall. Alle Faktoren um die und während der Galtphase entscheiden, ob die Kuh eine weitere erfolgreiche Laktation im Bestand haben wird.»

Eutergesundheit Beachtung schenken
Konrad Suter, Milchwirtschaftliche Beratung Plantahof?Strickhof, sprach zum Abschluss der Tagung zum Thema «Der Melker ? Mittler zwischen Tier und Technik ». Der Melker müsse spüren, Reaktionen erkennen, die Technik beherrschen und entsprechend handeln. Wichtig sei die gute Beziehung zwischen Melker und Tier, die Wartung der Melkanlage, Stallklima und bequeme Liegeplätze. Problempunkte wie Kriechströme, Vibrationen und Lärm seien nach Möglichkeiten auszuschalten. Suter riet den Tagungsteilnehmern, auf eine gute Eutergesundheit zu achten. Dabei seien Zucht, Fütterung, Melktechnik und Hygiene von Bedeutung.

Mario Tosato


Konrad Suter,Peter Thomet und Hansruedi
Hottiger (von links nach rechts) sprachen
zur modernen Milchwirtschaft. (tos)
Konrad Suter,Peter Thomet und Hansruedi Hottiger (von links nach rechts) sprachen zur modernen Milchwirtschaft. (tos)