Thurgauer Bauer

Aktuelle Ausgabe vom
13. Juli 2018


Regulation: von Klappertopf in extensic genutzten Wiesen: Neues Vorgehen beim Verfahren für die Sonderbewilligung

Ausgabe Nummer 15 (2017)

Unkräuter bereiten nicht nur in den intensiven Kulturen Probleme. Auch in Biodiversitätsförderflächen gibt es verschiedene Pflanzen, die im Auge behaltet werden müssen.

Mit dem Ausbleiben der Düngung und der Festlegung des ersten Schnitttermins, nahm in den letzten Jahren auf gewissen Biodiversitätsförderflächen (BFF) der Zottige Klappertopf überhand. Obwohl in diesen Flächen in geringem Anteil durchaus erwünscht (gesundheitsfördernd bei 1 bis 2 Prozent Ertragsanteil), ist diese Pflanze bei starkem Auftreten problematisch. Sie ist leicht giftig und verdrängt als Halbschmarotzer die Gräser. Als einjährige Pflanze ist der Klappertopf auf eine regelmässige Versamung angewiesen, was durch die Vorverlegung des ersten Schnitts um etwa einen Monat (Tal- und Berggebiet) unterbunden werden kann. Wichtig ist das unmittelbare Wegführen des gemähten Pflanzenmaterials, da es sonst zu einer Notreifung kommen kann. Auch die Herstellung von wenig angewelkter Silage ist wirkungsvoll. Mit der Massnahme des vorzeitigen Schnitts kann der Klappertopf effizient zurückgedrängt werden. Dies muss aber eventuell nach 5 bis 6 Jahre wiederholt werden.
Aufgrund der starken Zunahme von Gesuchen in den letzten Jahren gilt ab 2017 eine geänderte Vorgehensweise. Neu muss das Gesuch bei der zuständigen Gemeindestelle für Landwirtschaft eingereicht werden. Diese führt die Kontrolle durch und bewilligt die Gesuche, sofern die Kriterien erfüllt und die Auflagen eingehalten sind.
Falls Sie auf Ihren Biodiversitätsförderflächen ein vermehrtes Aufkommen von Klappertopf feststellen (>30 Triebe pro Quadratmeter), können Sie das dafür vorgesehene Gesuchsformular auf der Startseite des Landwirtschaftsamtes unter www.landwirtschaftsamt. tg.ch ausfüllen und bis spätestens am 8. Mai 2017 bei der Gemeindestelle für Landwirtschaft einreichen. Für das Berggebiet muss das Gesuch bis am 22. Mai 2017 bei der Gemeindestelle für Landwirtschaft eintreffen. Die detaillierten Bedingungen und Auflagen sind auf dem Gesuchsformular aufgeführt. Nach der Beurteilung vor Ort durch die Gemeindestelle für Landwirtschaft, erfolgt die Rückmeldung bis spätestens 18. Mai. Wenn diese eingetroffen ist, kann die bewilligte Fläche gemäht werden. Um frühzeitig einwirken zu können, dürfen betroffene Flächen von weniger als einer Are ohne Gesuch gemäht werden (2 bis 3 Herde pro BFF) bei grösseren Flächen gilt die Bekämpfungsschwelle von mindestens 30 Trieben pro Quadratmeter. Bei ganzflächig betroffenen Wiesen muss ein Rückzugsstreifen (beliebige Form) von mindestens 10 Prozent der betroffenen BFF belassen werden. Dies gilt auch für Flächen ausserhalb der Vernetzungskorridore. Der Rückzugsstreifen soll in einem weniger stark betroffenen Bereich stehen gelassen werden.


Daniel Nyfeler BBZ Arenenberg und
Nina Moser Amt für Raumentwicklung, Abteilung Natur und Landschaft







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