Ausgabe Nummer 24 (2008)
Rehkitzrettung
Der Heuet ist zwar mit dem ersten Schnitt vorbei, trotzdem gibt es bei den Rehkitzen
und Junghasen noch keine Entwarnung. Die Gefahr, Mitte Juni beim Mähen der Ökowiesen
doch noch vermäht zu werden, besteht für die Jungtiere nach wie vor.
In den letzten Jahren konnte man einen immer früheren Heuet beobachten. Letztes Jahr waren im Thurgau bereits Ende April und dieses Jahr bis Mitte Mai praktisch alle Heuwiesen gemäht. Das ist vor allem für das Rehwild vorteilhaft, weil der Grossteil der Rehgeissen ihre Jungen zwischen Mitte Mai und Anfang Juni zur Welt bringt. Wenn zu dieser Zeit die Wiesen bereits gemäht sind und keine Deckung mehr bieten, suchen die Rehgeissen ihre Ablegeplätze im Wald oder eben in den verbleibenden Ökowiesen.
Die Gefahr lauert am Waldrand
Ökowiesen werden häufig an Waldrändern angelegt. Das ist ökologisch gesehen sehr sinnvoll, wird doch so die Verbindung zwischen Wald und Kulturlandschaft stark aufgewertet. Für das Jungwild kann das aber gefährlich werden. Der gute Schutz und die reichliche sowie vielfältige Nahrung in diesen Flächen zieht das Wild wie ein Magnet an. Rehgeissen legen dort ihre Kitze gerne ab, da sie diese vom Deckung bietenden Waldrand aus gut beobachten und nahendes Raubwild wie den Fuchs sehen und vertreiben können. Wenn Gefahr droht, duckt sich das Kitz und ist, dank seinem gefleckten Fell und weil es noch keinen Eigengeruch hat, sehr gut gegen natürliche Feinde geschützt. Gegen eine herannahende Mähmaschine nützt dieses an sich sinnvolle natürliche Verhalten selbstverständlich nichts. Das Jungtier wird oft verstümmelt, ist meist nicht sofort tot und muss grosse Schmerzen erleiden, bis es endlich erlöst wird. Kommt hinzu, dass bei Silagen Tierkörperteile im Futter fatale Folgen haben können: Beim Verwesen bilden sich giftige Stoffe, die für Nutztiere wie Kühe tödlich sein können.
Hightech für Rehkitzrettung
Dieser Problematik hat sich auch der Schweizer Tierschutz STS zusammen mit IP-Suisse und JagdSchweiz angenommen. Die drei Gruppierungen testen dieses Jahr gemeinsam ein Hightechgerät, das mit hochentwickelten Sensoren die Infrarotstrahlung der Tiere misst, die diese auf Grund ihrer Körperwärme abgeben. Dabei wird das Feld systematisch abgeschritten und die Infrarotsensoren suchen aus 60 bis 80 cm Höhe die Wiese ab. Das teleskopartig ausgezogene Gerät deckt eine Breite von zirka sechs Metern ab. Wird ein Tier gefunden, kann es aus dem gefährdeten Bereich herausgetragen werden. Sollte sich die erhoffte Praxistauglichkeit dieses Gerätes bestätigen, wird von den drei Organisationen eine schweizweite Verbreitung und Anwendung in den Folgejahren ins Auge gefasst. Bis es aber so weit ist, müssen auch vor dem Mähen von Ökowiesen immer noch die alten, bekannten Schutzmassnahmen angewendet werden. Mit dem Aufstellen von an Stecken flatternden Tüchern oder leeren Kunststoffsäcken und blinkenden Baustellenlampen am Vorabend vor dem Mähen wird bewirkt, dass die Rehgeissen in der Nacht ihre Kitze aus der Wiese herausholen und in Nachbarflächen oder im Wald ablegen. Dieses Verfahren führt zwar nicht zu hundertprozentigem Erfolg und setzt eine gute Zusammenarbeit zwischen Bauern und Jägern voraus, da letztere über den geplanten Mähtermin informiert werden müssen. Es ist aber zurzeit immer noch das effektivste.
Martin Ebner, Jagd Thurgau
In den letzten Jahren konnte man einen immer früheren Heuet beobachten. Letztes Jahr waren im Thurgau bereits Ende April und dieses Jahr bis Mitte Mai praktisch alle Heuwiesen gemäht. Das ist vor allem für das Rehwild vorteilhaft, weil der Grossteil der Rehgeissen ihre Jungen zwischen Mitte Mai und Anfang Juni zur Welt bringt. Wenn zu dieser Zeit die Wiesen bereits gemäht sind und keine Deckung mehr bieten, suchen die Rehgeissen ihre Ablegeplätze im Wald oder eben in den verbleibenden Ökowiesen.
Die Gefahr lauert am Waldrand
Ökowiesen werden häufig an Waldrändern angelegt. Das ist ökologisch gesehen sehr sinnvoll, wird doch so die Verbindung zwischen Wald und Kulturlandschaft stark aufgewertet. Für das Jungwild kann das aber gefährlich werden. Der gute Schutz und die reichliche sowie vielfältige Nahrung in diesen Flächen zieht das Wild wie ein Magnet an. Rehgeissen legen dort ihre Kitze gerne ab, da sie diese vom Deckung bietenden Waldrand aus gut beobachten und nahendes Raubwild wie den Fuchs sehen und vertreiben können. Wenn Gefahr droht, duckt sich das Kitz und ist, dank seinem gefleckten Fell und weil es noch keinen Eigengeruch hat, sehr gut gegen natürliche Feinde geschützt. Gegen eine herannahende Mähmaschine nützt dieses an sich sinnvolle natürliche Verhalten selbstverständlich nichts. Das Jungtier wird oft verstümmelt, ist meist nicht sofort tot und muss grosse Schmerzen erleiden, bis es endlich erlöst wird. Kommt hinzu, dass bei Silagen Tierkörperteile im Futter fatale Folgen haben können: Beim Verwesen bilden sich giftige Stoffe, die für Nutztiere wie Kühe tödlich sein können.
Hightech für Rehkitzrettung
Dieser Problematik hat sich auch der Schweizer Tierschutz STS zusammen mit IP-Suisse und JagdSchweiz angenommen. Die drei Gruppierungen testen dieses Jahr gemeinsam ein Hightechgerät, das mit hochentwickelten Sensoren die Infrarotstrahlung der Tiere misst, die diese auf Grund ihrer Körperwärme abgeben. Dabei wird das Feld systematisch abgeschritten und die Infrarotsensoren suchen aus 60 bis 80 cm Höhe die Wiese ab. Das teleskopartig ausgezogene Gerät deckt eine Breite von zirka sechs Metern ab. Wird ein Tier gefunden, kann es aus dem gefährdeten Bereich herausgetragen werden. Sollte sich die erhoffte Praxistauglichkeit dieses Gerätes bestätigen, wird von den drei Organisationen eine schweizweite Verbreitung und Anwendung in den Folgejahren ins Auge gefasst. Bis es aber so weit ist, müssen auch vor dem Mähen von Ökowiesen immer noch die alten, bekannten Schutzmassnahmen angewendet werden. Mit dem Aufstellen von an Stecken flatternden Tüchern oder leeren Kunststoffsäcken und blinkenden Baustellenlampen am Vorabend vor dem Mähen wird bewirkt, dass die Rehgeissen in der Nacht ihre Kitze aus der Wiese herausholen und in Nachbarflächen oder im Wald ablegen. Dieses Verfahren führt zwar nicht zu hundertprozentigem Erfolg und setzt eine gute Zusammenarbeit zwischen Bauern und Jägern voraus, da letztere über den geplanten Mähtermin informiert werden müssen. Es ist aber zurzeit immer noch das effektivste.
Martin Ebner, Jagd Thurgau

