Ausgabe Nummer 7 (2009)

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Ressourcenprojekt Ammoniak

Rückblick aufs erste Projektjahr und Ausblick 2009

Seit dem Frühjahr 2008 läuft im Kanton Thurgau das Ressourcenprojekt Ammoniak Thurgau. Dabei geht es darum, die Ammoniakemissionen im Kanton Thurgau im Vergleich zum Jahr 2000 innerhalb des Projektzeitraums (2008 bis 2013) um 20 Prozent zu senken.

Wichtigste Massnahme zur Reduktion der Ammoniakemissionen ist das Güllen mit Schleppschlauch. Pro Hektar begüllte Fläche erhalten Bewirtschafter Fr. 45.?. Grundvoraussetzungen für den Bezug von Beiträgen sind der Wohnsitz im Kanton Thurgau und die Erfüllung des ÖLN. Rund 600 Landwirte hatten sich im Frühjahr 2008 für die Teilnahme daran angemeldet und anschliessend mit dem Landwirtschaftsamt eine Vereinbarung für die Projektzeitraum bis 2013 abgeschlossen. Damit haben sie sich entschieden, sich aktiv für die Verminderung Ammoniakemissionen einzusetzen. Im ersten Projektjahr haben 561 Betriebe insgesamt 19850 Hektaren mit Schleppschlauch begüllte Fläche ans Landwirtschaftsamt gemeldet. Dies übertraf die bei Projektbeginn getroffenen Annahmen von 300 Teilnehmern für 2008 mit 10000 Hektaren begüllter Fläche um rund 100 Prozent.
Rund 890000 Franken Beiträge konnten noch vor Weihnachten an die teilnehmenden Landwirte ausbezahlt werden. Der Bund beteiligt sich mit bis zu 80 Prozent an den Projektkosten, die Restfinanzierung übernimmt der Kanton Thurgau. Der Anteil des Kantons betrug im Jahr 2008 rund 174000 Franken. Durchschnittlich konnten zirka 1600 Franken Beitrag pro Betrieb ausbezahlt werden. Der höchste Einzelbeitrag betrug dabei gut 10000 Franken. Als Berechnungsgrundlage diente die Selbstdeklaration mit dem Meldeformular.
Eine weitere Massnahme innerhalb des Ressourcenprojekts Ammoniak ist die Förderung innovativer einzelbetrieblicher Projekte zur Reduktion der Ammoniakemissionen aus Tierhaltungen. Fünf bis zehn solcher Projekte können mit einem Betrag von maximal 50000 Franken jährlich gefördert werden. 2008 erfüllten drei Projekte die hohen Anforderungen und wurden vom Bund bewilligt. Für diese drei innovativen Projekte im Sinne von einzelbetrieblichen Verbesserungsmassnahmen konnten Förderbeiträge in der Höhe von Fr. 20500.? ausbezahlt werden. Bei den drei Projekten handelte sich um den Einbau eines Biofilters bei einem Mastschweinestall; die Reinigung des Laufhofs/Laufbereichs mit Brauchwasser aus dem Melkstand sowie die Beschattung des Laufhofs bei Milchvieh. Gesuche für das Jahr 2009 können im Frühjahr bis 30. März beziehungsweise im Herbst bis 30. September 2009 eingereicht werden. Das entsprechende Formular kann beim Landwirtschaftsamt angefordert werden. Die teilnehmenden Landwirte haben sich als weitere Massnahme des Ressourcenprojekts grundsätzlich zur Optimierung des Hofdüngermanagements verpflichtet. Sie haben dazu drei Agridea-Merkblätter erhalten, in denen aufgezeigt wird, wie Ammoniakverluste beispielsweise bei der Hofdüngerlagerung oder im Stall beziehungsweise auf dem Laufhof reduziert werden können. Zum Thema Hofdüngermanagement wird allen Teilnehmern im Laufe des Jahres ein Fragebogen zugeschickt, mit dem Optimierungsansätze dokumentiert werden.
Über konkrete Auswirkungen des kompletten Massnahmenpakets auf die Luftqualität beziehungsweise den Düngereinsatz kann erst im ersten Projektjahr noch keine Aussage gemacht werden. Es wurden fünf zusätzliche Luftmess-Stationen eingerichtet, um die Luftqualität im Laufe des Projektes zu beobachten. Die Reduktion des Mineraldüngereinsatzes der am Projekt teilnehmenden Betriebe soll auf der Basis der Suisse-Bilanz berechnet werden.
Die bisherigen Teilnehmer erhielten Anfang Februar dieses Jahres das Meldeformular 2009, um die im aktuellen Projektjahr (15. November 2008 bis 15. November 2009) effektiv begüllte Fläche möglichst exakt anzugeben. Neu haben die Teilnehmer die Möglichkeit, ein Excel- Formular auf www.landwirtschaftsamt.tg. ch/Downloads Formulare für die Bearbeitung am eigenen PC runterzuladen. Um eventuelle Abzüge zu vermeiden, sei hier bereits auf die Abgabefrist der Meldeformulare (20. November 2009) hingewiesen.
Für 2009 haben rund 260 weitere Landwirte ihr Interesse am Ressourcenprojekt Ammoniak bekundet. Die Neueinsteiger 2009 wurden Anfang Februar mit der Vereinbarung und den Agridea-Merkblättern bedient. Diese Vereinbarung ist unterschrieben und mit einer Kopie der letztjährigen Suisse-Bilanz dem Landwirtschaftsamt zu retournieren. Die akzeptierte Vereinbarung wird den neuen Projekteilnehmern zur Bestätigung zurückgesandt.

Frauenfeld, 10. Februar 2009
Landwirtschaftsamt